31.12.2008

Gemeinsames Abendessen der Radargruppe

Gestern Abend lud unser Prof. zum Abendessen ein. Mit ungefähr 20 Personen, davon ca. 15 Studenten, ging es in ein neues Sichuan-Restaurant. Ein ehemaliger Student brachte zwei Flaschen Whiskey aus HongKong mit. Das Essen war sehr scharf und gut. Der Whiskey lockerte die Stimmung und die Studenten versuchten sich gegenseitig abzufüllen.

Die Studenten beim "Gan Bei"

27.12.2008

Fritz der Fisch

Unser neuer Mitbewohner ist Fritz der Fisch. Er lebt in der Spülwanne und stört mich jeden Tag aufs Neue wenn er versucht aus dieser zu entkommen. Fritz wartet auf sein blutiges Ende, denn natürlich schmeckt meiner Schwiegermutter zufolge nichts besser als frischer Fisch. Ihr verdanke ich den neuen Untermieter, denn Jingjin muss natürlich gesund Essen.

Fritz der Fisch

26.12.2008

Weihnachtspizza

In Papa John's Pizza gibt es die beste Pizza in Wuhan. Papa John ist neu und auch ein bisschen teuer, die Pizza kostet nämlich auch so ca. 8 Euro, aber es gibt dort eine brauchbare Pizza. Vielleicht hatte ich auch schon zu lange keine Pizza mehr und bin deshalb nicht mehr besonders verwöhnt, aber ich fand die Pizza dort heute ziemlich lecker. Abends sind wir zusammen mit Sonja zum ersten Mal in das neue eröffnete Pizzarestaurant gegangen. Obwohl wir recht spät hin sind, gab es noch eine lange Warteschlange und wir mussten ca. 30 Minuten warten. Eigentlich ist das nicht so mein Ding, aber das Warten hat sich gelohnt.

Peperoni Pizza

Chinas Superpostdocs

Mein Antrag auf Förderung eines Postdoc-Projektes ist tatsächlich durchgegangen. Nachdem ich den Antrag mit Hilfe von Jingjin und Studenten auf Chinesisch verfasst hatte, hatte ich eigentlich nicht viel Hoffnung, dass er genehmigt wird. Eine spätere Rückübersetzung des Antrags ins Deutsche förderte haarsträubende Übersetzungsfehler zu Tage, die mir in der Hektik vorher nicht aufgefallen waren. Im Antrag arbeite ich z.B. konsequent mit Echtzeit-SAR-Bildern, was auch immer das sein mag. Von der Übersetzung und einigen Stilblüten abgesehen, war es jedoch kein schlechter Antrag und die Reviewer hatten offensichtlich Gnade vor Recht ergehen lassen. Insgesamt haben 231 PostDocs eine Förderung über 50.000 RMB erhalten, 1114 Postdocs (darunter ich) erhalten 30.000 RMB. Die Förderquote ist sehr gering, nur 15 Postdocs der Wuhan University wurden berücksichtigt und ich bin der Einzige der Wuhan University aus dem Bereich Vermessungswesen.

Mein Büro

Der Anruf gestern, bei dem mir die freudige Nachricht überbracht wurde war sehr interessant. Die Anruferin hat sich v.a. dafür eingesetzt, dass ich mich bei Frau Wang vom Postdoc-Büro bedanken soll, da sie sich anscheinend sehr für mich ins Zeug gelegt hat und in Peking nochmal extra ein oder zwei gute Wörter für mich eingelegt hat. Darüber hinaus hieß es, dass 30.000 ja sehr schön sind, man sich davon auch ordentlich was leisten kann (soviel zum Thema Projektmittel) und das ich auch keinen Abschlussbericht abgeben müsse. Ja, so hat man das gerne und da kann sich die DFG ruhig mal ein paar Scheiben von abschneiden.

Natürlich bin ich heute gleich ins Postdoc-Office gegangen und hab mich bedankt und ein paar Weihnachtsgeschenke mitgebracht. Für Frau Wang habe ich mich nicht lumpen lassen und eine große Packung Ferrero Rocher (kostet hier 10 Euro) auf den Tisch gestellt.

25.12.2008

Hotpot zu Weihnachten

Nachdem wir uns gestern schon ziemlich voll gefressen haben, ging es heute gleich weiter. Zunächst mal mussten wir beide jedoch früh raus, da ich zur Arbeit musste und Jingjin in die neue Wohnung um den Handwerkern die Tür zu öffnen. Nach einer so kurzen Nacht so früh aufstehen, da war Jingjin alles andere als glücklich.


Abends ging es dann zum Hotpot-Essen mit Jingjins Eltern ins Kaiwei-Bierhaus mit selbsgebrautem Bier und All-You-Can-Eat Hotpot. Jingjin und ich waren schon früh da und haben einen Platz reserviert. Um die Wartezeit zu überbrücken haben Jingjin und ich schonmal angefangen mit dem Essen und haben so letztlich nahezu 3 Stunden Hotpot gegessen. Während des Ess-Marathons haben mich meine Mutter und mein Bruder angerufen und wir konnten uns gegenseitig ein schönes Weihnachtsfest wünschen. Pappsatt gingen wir nach Hause.


Jingjin erhielt einen Anruf vom Postdoc-Office der Uni, naja eigentlich galt der Anruf ja mir, aber da habe ich sie praktischerweise gleich als Übersetzerin eingespannt. Mein Antrag im Rahmen der 44. China Postdoc-Wissenschaftsprojekte wurde überraschenderweise genehmigt. Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, aber das ist natürlich eine schöne Überraschung.

24.12.2008

Heiligabend in Wuhan

Was macht man an Heiligabend in Wuhan? Zunächst einmal arbeiten, allerdings habe ich mir erlaubt früher Feierabend zu machen. Danach haben wir kurz die kaputtgegangene Festplatte getauscht (nach nur einem Monat: super Qualität von Seagate). Danach sind wir auch schon frühzeitig ins Show&Tea gegangen um noch einen Platz zu bekommen. Für den Heiligenabend haben die Preise dort ordentlich angezogen. Wir haben uns das Weihnachtsset gegönnt und es hat auch ziemlich gut geschmeckt. Der Laden hat sich nach uns sehr schnell gefüllt und als wir fertig waren gab es schon eine riesige Warteschlange vor der Tür.

Essen im Show&Tea

In China feiert man ja bekanntlich kein Weihnachten, aber es ist zu einer Art zweitem Valentinstag geworden. Viele junge Paare waren im Restaurant und man kann überall Blumen und Luftballons kaufen. Viele Geschäfte haben auch Sonderpreise und Verkaufsaktionen, so dass die Straßen am 24. rappelvoll waren.

Luftballons zu Weihnachten

Nach dem Essen sind wir dann Abends zum Ausländerwohnheim der Uni gefahren. Einige Studenten haben zu Weihnachten eine kleine Party vorbereitet. Selbst zubereitetes Essen und ordentlich Bier sorgten für eine nette Stimmung. Auch Sami hat gekocht um den Geburtstag seines Landsmannes zu feiern.

Sami bereitet das Essen vor

23.12.2008

Notebook repariert

Mein Notebook ist zwar repariert und es ging flott und professionell, aber leider nicht unter Garantie. Zwar versprechen die Gauner von Acer eine einjährige Travellersgarantie, die aber nur gilt wenn man nicht länger als drei Monate im Ausland in dem der Schadensfall auftritt (definiert als Land außerhalb des Garantiebereiches) lebt oder vor hat zu leben. Daher war es kein Garantiefall und ich durfte 200 € für ein neues Motherboard bezahlen.

So gesehen kann man sich diese "Garantie" an den Hut stecken, denn auf Reisen lass ich mein Notebook kaum reparieren, sondern dass passiert doch eigentlich nur wenn man länger irgendwo vor Ort bleibt.

22.12.2008

Scheiß Wochenende

Im wahrsten Sinne des Wortes war das letzte Wochenende Scheiße. Brechdurchfall hat mir den Samstag ruiniert und auch am Sonntag bin ich vorsichtshalber zu Hause geblieben. Auch heute bin ich noch nicht wieder 100%-ig fit. Woher der Durchfall kam ist nicht so ganz klar, evtl. vom BBQ am Donnerstag. Davon abgesehen haben Jingjin und ich fast immer das Gleiche gegessen und sie hat keine Probleme.

Am Wochenende konnte ich daher auch nicht in der neuen Wohnung aushelfen. Die Schwiegereltern sind zum Putzen angerückt, obwohl ich eigentlich eine Putzfrau engagieren wollte. Kostet hier nicht viel und hätte sich bei dem Dreck auch gelohnt. Leider habe ich jetzt auch kein Photo von der Verschmutzung, denn die Wohnung ist jetzt sauber.

19.12.2008

Piratenabwehr auf Chinesisch

Teuere Schallkanonen, Sicherheitsberater und sonstigen Schnickschnack brauch der chinesische Seemann nicht. Aus aufgebrauchten Bierflaschen werden Molotowcocktails gebastelt und zur Piratenabwehr eingesetzt.

Bild schamlos von sina.com geklaut

Am 17. Dezember gelang Kapitän Peng auf diese Weise die Abwehr eines Piratenangriffs im Golf von Aden. Mittels Molotowcocktails und chinesischen Feuerwerk konnten die Angreifer eingeschüchtert werden. Geflohen sind sie nach der Ankunft eines Helikopters der Multinationalen Streitkräfte, nicht aber vorher wenigstens ein paar Schuhe von der Besatzung zu erpressen/erbeuten.

Wichtige Wörter für den modernen Zeitungsleser:

土燃烧瓶 - Molotowcocktail
海盗
- Pirat

18.12.2008

Computersorgen

Die Soundausgabe meines Notebooks ist schon seit einiger Zeit kaputt. Eine Neuinstallation half nichts, daher sind wir heute zum Acer-Servicedesk in Wuhan gegangen. Der Servicetechniker empfahl zuerst die Neuinstallation, nahm sich dann aber doch des Problems an. Er setzte eine neue Platte mit einem fertigen System ein und installierte Treiber wie wild. Nach zwei Stunden des Wartens, dann die Nachricht: der Computer ist kaputt, er weiß aber auch nicht was los ist. Super, dafür haben wir so lange gewartet. Jetzt ist die Kiste erstmal bei der Reperatur. Ich kann dem Service allerdings kaum die Schuld geben, es war durchaus vernünftig zunächst ein Softwareproblem auszuschließen und wenn er das Problem gleich behoben hätte, dann wäre es auch kostenfrei gewesen. So war es nur umsonst.

17.12.2008

Mietvertrag zur neuen Wohnung

Morgens bin ich erstmal zum Prof gegangen. Er hatte mir gleich die Bankkarte gegeben und ich ihm einen Stapel an Rechnungen zum unterschreiben und zur Abgabe bei der Finanzabteilung, damit ich mein Geld zurück bekomme. Er meinte dann aber, er braucht nochmal die Bankkarte, damit er das neue Geld auch überweisen kann... jetzt haben wir erst kein Geld.

Vor der Mittagspause sind Jingjin und ich dann zum Postdoc-Büro gegangen und ich habe den Mietvertrag unterzeichnet. Danach ging es zur neuen Wohnung. Der Vormieter war/ist eine ziemliche Sau. So ist die Wohnung zwar OK und auch mehr oder weniger besenrein, aber die Küche ist in einem saumäßigen Zustand. Die Herdplatte ist so verdreckt, dass wir vom Hausmeister gleich eine neue bekommen haben. Die Küche ist wirklich furchtbar schmutzig. Jingjin und ich sind nun wirklich nicht empfindlich und sind manchmal auch putzfaul, aber dass ist schon der Hammer. Das Öl und Fett hängt wirklich überall. Die Eingangstür ist auch kaputt und das Bett ist ziemlicher Mist. Auch müssen wir uns einiges anschaffen was vorher im Mietpreis enthalten war: Kühlschrank, TV, Kleiderschrank und Sofa. Da wir die alte Wohnung auch noch 2 Monate lang haben, können wir in aller Ruhe einkaufen und umziehen, was ganz angenehm ist.

16.12.2008

Neue Wohnung

Heute mittag waren wir im Postdoc-Büro um unsere neue Wohnung zu beantragen. Zwar ist unsere jetzige Wohnung schön und mit 1300 RMB pro Monat auch nicht zu teuer, aber die Wohnung in der Uni bekommen wir für 200 RMB und können diese sogar über Projektmittel bezahlen, d.h. die Wohnung ist mehr oder weniger umsonst. Der Vormieter ist zwar noch am ausziehen, aber wir schauen uns die Wohnung schon mal an. Sie ist zwar nicht so schön wie unsere alte Wohnung und das Bad und die Küche sind wirklich sehr klein, aber im Großen und Ganzen ist die Wohnung in Ordnung. Die Lage ist ruhig und nicht zu weit weg vom Schuß. Ein Supermarkt ist in der Nähe und die BBQ Straße Guang-Ba-Lu ist gleich ums Eck.

Letzter Tag für die Projektmittel des Jahres 2008

Heute ist der letzte Tag um meine Projektmittel für 2008 auszugeben. Die gesammelten Rechnungen will ich morgen meinem Prof. geben. In der Zwischenzeit ist auch das Geld vom 985-Projekt auf dem Konto, allerdings konnte mir mein Prof. die Karte noch nicht zurückgeben, da ich ihm heute nicht begegnet bin. Dafür aber seiner Frau, die Jingjin und mir gleich zur Schwangerschaft gratuliert hat.

Beim einkaufen Abends dann der Schock, wir haben kaum mehr Geld auf dem Konto und können die Rechnung nicht bezahlen. Peinlich... die andere Bankkarte hat mein Prof. noch, so dass wir unverrichteter Dinge abziehen müssen. Damit fällt der letzte Einkauf für das Projekt leider flach.

15.12.2008

Das Geld kommt auch gerade rechtzeitig

Wie schon in der Überschrift vermerkt, dass Geld kommt genau richtig, denn Jingjin ist nämlich schwanger. Natürlich wissen wir es schon eine Weile, die entsprechenden Blogposts habe ich jedoch noch nicht veröffentlicht. Hier nun eine Linkliste der fehlenden Postings:

Im Krankenhaus-Supermarkt
Jingjin gibt ihren Job auf
Schwangerschaftskurs und andere bürokratische Hindernisse
Vorsorgeuntersuchung
Stempel der Danwei
Kommunikationsprobleme

Hurra ich bin exzellent, oder so...

Mein Lohnzuschuss, gefördert vom 985-Programm Chinas, wurde genehmigt und mir dadurch eine saftige Gehaltszulage gegönnt, die ich als Einmalzahlung erhalten soll. Das 985-Programm ist Chinas Exzellenz-Initiative. Im Gegensatz zum politischen Kinderfaschingstheater der deutschen Initiative, gibt es hier für ausgewählte Universitäten gleich Geld für 30 Jahre. Jetzt muss ich nur noch warten bis das Geld auch endlich auf meinem Konto ist. Um die Sache zu beschleunigen überweist die Uni das Geld an meinen Prof. und er dann an mich. Daher habe ich ihm heute meine Bankkarte gegeben.

14.12.2008

Kommunikationsprobleme

Gestern hatte meine Oma Geburtstag und neben meinen Geburtstagsgrüßen wollte ich ihr auch sagen, dass sie erneut Ur-Oma wird. Leider hat sie kein Wort verstanden, nicht dass ich Chinesisch geredet hätte, nein sie ist sehr schwerhörig. Nachdem ich zum dritten oder vierten Mal in den Telefonhörer brüllte: "Jingjin ist schwanger" und sie dann antwortete, "Hauptsache du hast Arbeit und euch geht es gut" (?), habe ich mich entschieden aufzugeben. Später auf ihrer Feier konnte es ihr dann erklärt werden, worauf sie mich heute gleich anrief und nochmal nachfragte. Diesmal hat sie alles verstanden.

13.12.2008

Visumfeier

Gestern feierten wir Samis Visum. Er ist zurück aus HongKong, tatsächlich mit neuem Visum. Zusammen mit einigen seiner Landsleute und alten Freunden. Tatsächlich sind noch reichlich viele alte Kollegen in China und arbeiten z.B. in der Botschaft in Peking oder als Sportreporter für Al-Jazirah. Nachdem wir den Wodka gemeinschaftlich vernichtet haben sind wir noch ins Vox gegangen.

10.12.2008

Visitenkarten

Nach der Arbeit ging ich zu dem kleinen Laden in dem ich meine neuen Visitenkarten drucken lasse. Dort habe ich mir die Druckvorlage angesehen, einige Schreibfehler verbessert und mein OK gegeben. Dann sagt mit die Chefin, dass der Preis den wir gestern vereinbart haben nicht OK sei. Ich dachte sie will mich verarschen und da ich nur die Hälfte verstanden habe war ich etwas sauer. Jingjin hat dann am Telefon übersetzt und es hat ziemlich lange gedauert bis ich kapiert habe, dass sie den Preis nicht verdoppeln will wie ich zuerst dachte, sondern dass es nun statt 32 nun 35 RMB kosten soll, da sie eine Farbe mehr im Druck verwenden müssen. Wegen diesen Peanuts habe ich wirklich zu lange rumgezickt. Ich habe mich dann entschuldigt, denn die Sache war mir peinlich. Ich dachte sie wolle 35 RMB pro Box, also 70 RMB statt den 32 RMB die wir gestern vereinbart hatten. Ich muss noch viel lernen....

Stempel der Danwei

Damit wir unser Kind auch bekommen dürfen, bzw. damit es nach chinesischem Recht legal ist, brauchen wir eine Genehmigung. Heute habe ich mir den Stempel der Uni geholt. Das ging recht einfach und schnell. Die Personalerin fand das Klasse und ist gleich zum derzeit "diensthabenden" Chef gerannt. Der hat das Dokument blitzschnell unterschrieben und kam dann zurück um sich kurz mit mir zu unterhalten. Jetzt muss noch Jingjins Danwei stempeln und dann können wir die Genehmigung beantragen. Wer die Bürokratie hier kennt, der weiß wie gut er es in Deutschland hat.

09.12.2008

Vorsorgeuntersuchung

Zur Vorsorgeuntersuchung sind wir diesmal wieder in das kleinere, privatere und leider auch etwas teurere Krankenhaus gegangen. Jingjins Ärztin dort ist aber sehr nett und ich musste ihr versprechen sie nach der Geburt zu uns zum Essen einzuladen. Die Tests sind alle Ok, allerdings durfte ich nicht mit zur Ultraschalluntersuchung, sondern musste draußen warten.

Nach der Untersuchung waren wir natürlich erleichtert, denn obwohl es keinen Grund gab, macht man sich ja doch immer Sorgen. Gemeinsam haben wir dann noch eine elektrische Heizung gekauft, denn obwohl das Wetter zur Zeit noch recht warm ist, der Winter kommt bestimmt.

08.12.2008

Schwangerschaftskurs und andere bürokratische Hindernisse

Am Wochenende haben wir uns zum ersten Mal näher mit den bürokratischen Hindernissen einer Geburt in China beschäftigt. Dank Ein-Kind-Politik kann man natürlich nicht so einfach ein Kind bekommen, man muss eine Genehmigung bekommen. Zunächst muss Jingjin unsere Hochzeit im Familien-Hukou eintragen lassen. Ein HuKou ist das Meldebuch mit allen wichtigen Eintragungen. Es entschied früher wer auf dem Land und wer in der Stadt leben darf und hat auch weiterhin eine enorme Bedeutung.

Außerdem brauchen wir natürlich eine Genehmigung der Danwei (z.B. Firma), dass wir ein Kind haben dürfen. Doch zunächst muss Jingjin einen Schwangerschaftskurs absolvieren, damit sie ein entsprechendes Zertifikat erhält. Der Kurs ist heute und morgen, aber da sie das Zertifikat schon heute bekommen hat wird sie morgen nicht gehen. Im Kurs ging es um die gesunde Ernährung und Lebensführung während der Schwangerschaft. Ganz nützlich und durchaus sinnvoll. Allerdings haben manche auch einfach ihre Eltern, also die zukünftigen Großeltern, zum Kurs geschickt. So genau nimmt man es dann ja auch wieder nicht.

03.12.2008

Masterprüfung

Heute morgen wohnte ich einer Masterprüfung bei. Der Student hielt seinen Vortrag, danach stellten die Prüfer die Fragen. Er hatte dann fünf Minuten Zeit die Antworten vorzubereiten. Danach haben sie über seine Noten diskutiert. Ich weiß jetzt allerdings nicht was für eine Note er bekommen hat. Ich selbst saß die meiste Zeit nur dumm rum, konnte aber in der Pause nochmal mit dem für Computer zuständigen Prof. über den neuen Computer diskutieren den ich will. Er meinte ich soll meinen Antrag auf Englisch schreiben, dass sei OK. Gesagt getan, jetzt muss ich nur noch Unterschriften sammeln für den Antrag, aber das ist hoffentlich kein Problem.

29.11.2008

Internationales Festival an der Uni

Gestern war albanischer Nationalfeiertag, eigentlich gestern und heute. Gestern feiert man die Unabhängigkeit von den Türken und heute von den Deutschen. Daher haben wir gestern natürlich zusammen angestoßen.

Heute ist das Internationale Festival des Foreign Student College der Uni. Die Studenten aus den verschiedenen Ländern bereiten typische nationale Gerichte und Getränke zu und präsentieren ihr Land auf dem Sportplatz der Uni. Daher waren gestern alle beschäftigt mit den Vorbereitungen. Jingjin und ich sind nachmittags hingegangen. Sie hat noch zwei Arbeitskollegen mitgenommen und wir haben uns die Stände angeschaut. Wir kamen allerdings recht spät, das Essen war größtenteils schon weg. Von den Franzosen konnte ich mir, dank guter Beziehungen, noch einen Glühwein erschnorren und Fleisch gab es noch bei Mauritius.

Der Sportplatz war voller Chinesen, die sich die Länder angeschaut haben. Einige hatten traditionelle Trachten an und waren begehrte Photoobjektive. Insbesondere die Japanerinnen im Kimono und einige Afrikaner in Landestracht sorgten für regen Zulauf.

Sammeln für Sami

Die letzten vier Monate hatte Sami kein gültiges Visum mehr. Kurz vor und während der Olympischen Spiele wurde die Visavergabe stark eingeschränkt und Sami entschied sich bis nach den Spielen zu warten. Mit Hilfe von, anscheinend einflussreichen Bekannten, gelang es ihm nun das Problem zu lösen. Er bekommt ein neues Visum. Nach vier Monaten ohne Visum kann man in China auch in Abschiebehaft kommen. Aber Wuhan ist nicht Shanghai oder Peking und die Regeln werden hier nicht so streng ausgelegt. Er musste nur 5000 RMB Strafe zahlen. Das ist üblich, die Strafe beträgt 500 RMB pro Tag, maximal aber 5000 RMB.

Sein größeres Problem war die Arbeitserlaubnis für sein Arbeitsvisum. Zuerst wollten die Behörden es nicht anerkennen, dass ausländische Übersetzer gebraucht werden. Diesen Job könnten ja auch Chinesen erledigen. Er erläuterte, dass er ja nicht Englisch übersetzen würde, sondern Arabisch. Nach kurzer Diskussion mit dem Büroleiter, bekam er dann die Arbeitserlaubnis. Jetzt muss er noch nach HongKong für das Z-Visum.

Alles zusammen brauchte er ca. 7000-8000 EMB für die Strafe, den Trip nach HongKong und das neue Visum. Seine Freunde und Landsleute haben gesammelt und wir alle hoffen jetzt, dass er möglichst schnell viel Geld verdient um es uns zurückzuzahlen.

27.11.2008

Post-Doc Vortragsreihe

Kaum war Wei weg, da musste ich auch schon zur Vortragsreihe für die Postdocs. Nachdem ich daran gestern telefonisch erinnert wurde, hatte ich ja auch keine andere Wahl. Der Vortragende Prof. fand das auch ganz lustig und hat sich so gefreut, dass er meine Anwesenheit gleich zweimal in seinem Vortrag erwähnt hat. Beim Vortrag ging es um LIDAR, allerdings auf ziemlich niedrigen Niveau für ein Seminar für PostDocs, die alle zumindestens aus der Fachrichtung Geomatics kommen, also wenigstens etwas Ahnung haben sollten. Ich konnte zwar nicht alles verstehen, aber dank westlicher Namen und Bezeichnungen wusste ich ungefähr, dass der Anfang seines Vortrages daraus bestand zu erklären was Laserscanning eigentlich ist.

Der zweite Teil war interessanter, da berichtete er von seinem Einsatz nach dem Erdbeben im Mai diesen Jahres. Das Flugzeug und der Laserscanner der Uni waren dabei und haben die künstlichen Dämme vermessen. Von diesem Teil seines Vortrages hätte ich gern mehr verstanden.

Nach seinem Vortrag bin ich natürlich gleich vorgetigert, habe ihm meine Visitenkarte in die Hand gedrückt und ihm gesagt, dass ich seine Daten haben will. Ich bin halt ein alter Gierschlund und Abgreifer. Er hat zugesagt und ich hoffe es wird was daraus.

Überraschender Besuch aus Deutschland

Gestern kam überraschend Wei. Ohne Vorwarnung schneit er einfach bei mir ins Büro. Er hatte leider keine Zeit, da er heute Wuhan schon wieder verlässt, aber trotzdem haben wir das bisschen Zeit genutzt um uns zu unterhalten. Nachdem er jetzt, nach mehr als zwei Jahren, endlich seine Diplomarbeit fertig gestellt hat, sucht er erstmal Arbeit und brauchte dazu ein paar Dokumente aus Wuhan. Außerdem hat er noch ein paar Bekannte, die ebenfalls früher in Stuttgart studiert haben, getroffen. Ich hatte abends leider keine Zeit mitzukommen, aber es wäre sicher sehr lustig geworden. Ich hoffe er hat das nächste Mal etwas mehr Zeit.

26.11.2008

Mehr Geld und eine neue Wohnung

Die Miete frisst einen Großteil unseres Budget auf, was liegt also näher als nach Ablauf des Mietvertrages eine Wohnung in der Wuhan University zu nehmen. Damals haben wir uns eine eigene Mietwohnung gesucht, da es ziemlich lange gedauert hat bis ich offiziell eingestellt wurde und wir so sehr lange in der kleinen Wohnung der Schwiegereltern hätten wohnen müssen.

Gestern sind wir zusammen zum PostDoc-Büro der Uni getigert. Dort hat man uns geholfen, aber die gute Wohnung ist im Moment besetzt, doch für den Mieter ist es eh seit einem halben Jahr Zeit auszuziehen, erklärte uns die "Büroleiterin Wang" (ja, so sagt man dass hier). Sie rief auch gleich den Mieter an und vor Ort wurde geklärt, dass er bis Mitte Dezember raus muss. Das Ganze war recht einvernehmlich, da sie auch gefragt hat wie lange er die Wohnung noch braucht und wir sagten, dass wir die Wohnung erst ab nächstem Jahr benötigen.

Büroleiterin Wang hat mit auch gleich eine neue Bankkarte gegeben. Hubei-Provinz, ja die Pfeiffen die meine Einstellung wochenlang verzögert haben, waren großzügig und gewähren mir eine Bonuszahlung. Nicht nur mir, sondern vielen PostDocs. Immerhin 600 RMB extra pro Monat gibt es rückwirkend für dieses Jahr. Das sind Nachrichten die man gerne hört.

Aber nicht nur dass, mein Prof. hat mir gesagt, dass der 985-Antrag genehmigt wurde und ich zusätzliches Geld bekomme. 985 ist die Exzellenzinitiative in China und da ich ja ach so exzellent bin, wird mein kärgliches Gehalt jetzt aufgestockt. Mein Prof. meinte auch gleich, dass ich ja jetzt mehr verdienen würde als er, was nach zunächst einmal stimmt. Doch das Festgehalt ist hier nur ein Teil der Bezahlung und ich muss keineswegs für meinen Prof. jetzt sammeln gehen. Projektmittel und Bonuszahlungen machen hier den grossen Unterschied. Bonuszahlungen, wie z.B. die 600 RMB monatlich von der Hubei-Provinz.

Die Waschmaschine

Gut ich gebe gerne zu es hat ziemlich lange gedauert und es war alles unsere Schuld, aber endlisch ist unsere gute Miele Waschmaschine wieder einsatzbereit. Beschädigt wurde sie beim Umzug. Der nächste Miele-Service war in Hong Kong. Zunächst war uns das Ersatzteil zu teuer, dann haben wir uns gedacht die Waschmaschine hier tut es doch. Dem ist aber nicht so, denn die Waschmaschinen hier sind furchtbar schlecht, denn a) waschen sie nicht, wobei sie b) die Kleider entfärben und zerstören. Eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Eine Meisterleistung im vertrödeln und Nix-Zustandebringen haben dann Jingjin und ich hingelegt. Mit mehreren Versuchen das Problem selbst zu lösen, die alle nichts brachten.

Letztlich, als wir dann vor einem Monat das Geld nach Hong Kong überweisen wollten, es hat lange genug gedauert herauszufinden wie das am günstigsten geht, kam auch die beste Nachricht: Miele ist nun auch in China vertreten. Das Geld konnten wir also flugs überweisen und das Ersatzteil hatten wir auch schnell zur Hand. Ein Siemens-Techniker hat es uns dann eingebaut. Endlich wieder saubere Wäsche.

24.11.2008

Ein ruhiges Wochenende

Das ruhige Wochenende wurde bereits am Donnerstagabend mit einem Abendessen mit Sonja und Torsten eingeleitet. Am Freitag habe ich dann auch etwas früher Feierabend gemacht und bin mit Jingjin Essen gegangen. Das Wochenende haben wir gemütlich zu Hause verbracht. Wir haben die Winterklamotten aus den Kisten geholt und in die Sonne gehängt, denn langsam nähert sich der Winter.

20.11.2008

Wütende Laowais und warum Chinesen nicht Auto fahren können

Die "Angry Laowai ideology" trifft man in China immer wieder und sie äußert sich zumeist darin, dass DIE (sprich die Chinesen) alle dämlich sind und alles falsch machen, aus welchem Grund auch immer. Typischerweise ein Kulturschockproblem. Da hier vieles anders läuft, ist es relativ einfach so zu denken. Besonders als ich dieses Jahr hier ankam, habe ich mich auch oft über all die "Idioten" hier aufgeregt. In der Zwischenzeit ist das kaum noch der Fall, mit einer Ausnahme: dem Verkehr.

Beinahe täglich schüttel ich den Kopf über die Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer hier. Da wird blind bei rot über die Kreuzung gefahren, kreuz und quer abgebogen vom Spurwechseln und überholen mal gar nicht zu reden. Gestern abend war aber mal wieder ein Höhepunkt vor unserer Wohnung. Die Baustelle dort behindert den Verkehr und es war ein ziemliches Feierabendstauchaos. Auf dem Gehweg kommt mir prompt ein Taxi entgegen, dass dem Stau entgehen will. Im Prinzip eine prima Idee, doch gibt es auch auf dem Gehweg eine Baustelle und keine Möglichkeit ihr auszuweichen. Der Bordstein ist ziemlich hoch und ein Auto setzt dort mit Sicherheit auf. Nun der erste Taxifahrer hat das auch erkannt und umgedreht.

Aber wie immer: wenn einer an der Schlange vorbeizieht, dann folgen ihm weitere. So auch diesmal. Die nachfolgenden Autos haben sich nicht davon abhalten lassen, dass ihr Vordermann offenbar wendet, sondern sind munter hinterhergefahren, blind ins Verderben. Nun dauert das Wenden auf dem Gehweg relativ lang und so entstand auch auf dem Gehweg ein passables Verkehrschaos, da es vorne kein durchkommen gab, die Autos also wenden mussten, die Fahrer hinten aber dachten weiterhin es wäre eine prima Idee auf dem Gehweg am Stau "vorbeizuziehen". Das Chaos war lustig anzuschauen, insbesondere da lange Zeit niemand ein Einsehen hatte, dass da vorne offensichtlich kein durchkommen ist.

19.11.2008

Geld zurück

Heute war großer Geld zurück Tag in unserer Arbeitsgruppe. Nachdem wir unsere Fapiaos (Rechnungen) gesammelt und zusammengetragen hatten ging gestern ein Student zur Rechnungsstelle und hat die Dinger gesammelt abgegeben. Heute wollte mein Prof. das Geld an uns überweisen, da ihm die Schlange jedoch zu lang war, hat er es einfach in bar vorbei gebracht. Die Rechnungsstelle ist echt nett, denn sie hat alle meine Fapiaos akzeptiert ohne Murren und Knurren, falls doch, dann haben sie ja den armen Studenten angeknurrt und nicht mich. Ein nettes System.

Zum Mittag haben wir dann unsere beiden thailändischen Austauschstudenten verabschiedet. Mein Prof. war heute der Meinung, dass wir zu ihrem Abschied Schnapps trinken sollten. Eigentlich ist er ja kein Fan davon und ich weiss nicht was ihn heute geritten hat. Wahrscheinlich hat er auch alle seine Fapiaos unbeanstandet bezahlt bekommen und war entsprechend happy. Die beiden Thais haben ganz gut mitgehalten und unsere Studis alt aussehen lassen.

Nachmittags hab ich mir dann einen QQ Account besorgt. QQ ist das in China am weitesten verbreitete Chatprogramm. Ich hatte es bislang nicht installiert, da es ziemlich Scheisse programmiert ist, mich aber dann breitschlagen lassen es auf meinem Geschäftsrechner zu installieren. Die alte Version hat nicht funktioniert, aber die neuste 2009_preview gab es sogar auf Englisch und läuft ganz gut. Sieht auch deutlich besser und stabiler aus als die alten Versionen die ich noch kannte. Unsere Arbeitsgruppe hat einen QQ-Account und Nachrichten an die Studenten können so schnell und problemlos verteilt werden.

15.11.2008

Geburtstagsgeschenk

Die besten Geschenke macht man sich ja bekanntlich selbst, deswegen habe ich mir ein neues Handy zugelegt. Schon lange wollte ich mir eines kaufen, denn mein altes Handy kann keine chinesischen Schriftzeichen anzeigen. Es ist immer mühsam jemandem zu erklären, dass man zwar seine SMS bekommen hat sie aber nicht lesen kann. "Nein, ich kann die SMS auch niemandem zeigen der sie für mich übersetzen könnte." "Warum?" "Weil mein Handy die Zeichen nicht mal anzeigt." Das reicht als Erklärung im übrigen nicht, da die Leute einen meistens einfach für zu dumm halten um a) sein Handy zu bedienen und b) um jemanden zum übersetzen zu finden.

Naja, das Problem ist ja jetzt erstmal gelöst.

13.11.2008

Geburtstagsfeier

Nachmittags hat mich meine Mutter angerufen und mir gratuliert. Eine Reihe von Emails trafen ein, die ich bislang noch nicht beantwortet habe. Abends sind Jingjin und ich dann mit ihren Eltern Essen gegangen. Wir gingen diesmal ins Kaowei Bierhaus zum Hotpotessen. Das Essen war lecker und das Bier nicht schlecht. Meine Oma hat mich während dem Essen angerufen und um mich mit ihr zu verständigen musste ich laut genug ins Telefon schreien. In Deutschland wäre das vergleichsweise peinlich gewesen, hier ist das ziemlich normal.

Nachdem Hotpot Buffet waren wir pappsatt und konnten nicht mal mehr den Kuchen Essen den Jingjin für mich gekauft hat. Der ist dann morgen fällig.

Ralf besucht Wuhan

Gestern kam Ralf, der Vetreter Infoterras in China/Asien, zu Besuch nach Wuhan. LIESMARS hat ihm ein Hotel besorgt und ich hab ihn am Flughafen abgeholt. Die lange Autofahrt zum Hotel konnten wir gleich nutzen um ein paar Dinge zu besprechen. Da das Hotel der Uni, Hongyi, voll war, wurde ihm ein Raum in einem relativ neuen Hotel gebucht.

Danach wollten wir dann bei Gianno's Pizza essen, doch offensichtlich hat Giannos geschlossen oder ist umgezogen. Stattdessen sind wir dann zu Show & Tea gegangen um noch etwas zu Essen und an der Präsentation zu basteln. Ralf hat mir auch gleich ein Geburtstagsgeschenk mitgebracht: die Daten der Wuhan Test Site und eine Tafel deutsche Schokolade. Die Schokolade wurde dann auch gleich zu Hause verputzt.

Ralfs Präsentation heute morgen war ziemlich gut und ich denke er konnte auch die Studenten gut erreichen. Sie haben ziemlich gut mitgemacht. Wir haben danach noch mit Zhang und meinem Prof. über die weitere Zusammenarbeit diskutiert. Danach gab es noch ein Mittagessen und dann musste Ralf auch schon wieder zurück nach Peking zu Frau und Kind.

12.11.2008

Endlich ERDAS

Ehrlich gesagt, endlich ist etwas übertrieben, denn obwohl manches hier ewig dauert, bekam ich mein ERDAS relativ schnell installiert. Wir sind ja schließlich auch Partner von Leica Geosystems. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht, denn obwohl ich wusste, dass wir eine floating license haben, wusste ich nicht wo ich die Software herbekommen soll. Auf Chinesisch habe ich mich durchgefragt. Obwohl es eigentlich einfach hätte sein sollen, wurde das Ganze dadurch verkompliziert, dass sowohl der License als auch der Download-Server abgestürzt sind. Ich dachte natürlich zuerst man hätte mir die falschen Adressen genannt, aber dass war nicht das Problem. Letztlich hat sich aber unser Admin darum gekümmert und heute konnte ich alles installieren und es läuft problemlos.

10.11.2008

Büromaterial

Gestern waren Jingjin und ich weiteres Material für mein Büro einkaufen, also Papier, Locher, Ordner, usw. Das wird nicht von der Uni gestellt, sondern wird über Projektmittel finanziert. Ich habe dafür zwei Projekttöpfe, einen allgemeinen für meine Zeit als PostDoc und ein Projekt von LIESMARS. Jingjin kennt einen guten Laden für Büromaterial bei dem sie 10% Rabatt bekommt. Das Beste an dem Rabatt ist, dass trotzdem volle 100% auf der Rechnung stehen. Der Laden liefert auch ins Büro und so haben wir alles zu LIESMARS liefern lassen und alles wurde auch heute morgen prompt geliefert. Das ist wirklich ein guter Service und so langsam bin ich geradezu überausgestattet an Büromaterial.

09.11.2008

Einweihungsparty für das neue Blue Sky

Samstagabend um 19:00 Uhr eröffnete das neue Blue Sky Cafe mit einer Party. Sami und ich sind natürlich hin und haben uns an den Freigetränken und dem Buffet erfreut. Die Party war natürlich gut besucht von den "üblichen Verdächtigen", den Stammkunden. Das neue Blue Sky Cafe ist edler eingerichtet und zielt eindeutig auf die besser betuchte Kundschaft, was strategisch sicherlich richtig ist.

07.11.2008

Ein Drucker fürs Office

Da ich bis Ende des Jahres noch ein paar tausend RMB an Projektmitteln zu verheizen habe, habe ich gleich einen Drucker für das neue Büro bestellt. Naja, eigentlich wollte ich ja zunächst losziehen und selbst einen kaufen, aber mein Prof meinte er könne einen bestellen, dass sei auch bequemer. Gesagt getan. Ich schaue noch kurz auf arlt.com nachwas es denn gerade so an Druckern gibt und entscheide mich für einen preiswerten von Samsung. Mein Prof rümpft die Nase und meint zu billig, also wird kurzerhand ein HP gekauft.

Die Bestellung klappt wunderbar und der Drucker wird ins Büro geliefert und angeschlossen, funktioniert aber nicht richtig. Hier zeigt sich dann der Vorteil der Bestellung: der Händler nahm das Ding einfach wieder mit. Gestern kam er dann mit einem funktionierenden Drucker an. Geld wollte er auch keins, nur eine Unterschrift. Dabei wollte ich das doch eigentlich von meinen Projektmitteln abbuchen. Naja, irgendwie wird die Rechnung schon den Weg zurück zu mir finden.

Der neue Drucker, ein HP Laserjet P10086 ist ganz OK und druckt recht schnell. Leider wird er nur über USB angeschlossen. Da wir den Drucker im Büro zu zweit verwenden wollen, haben wir daher gleich noch einen USB Switch mitbestellt. Das funktioniert ziemlich gut und ist deutlich billiger als ein Netzwerkdrucker.

Meine Beschwerde über die unsägliche Sperrung von sourgeforce scheint gewirkt zu haben. Die Seite ist wieder frei zugänglich.

05.11.2008

Jingin gibt ihren Job auf

Gestern war Jingjin bei einem anderen Frauenarzt, in einer etwas besseren Klinik. Dort hat man sich mehr Zeit, aber natürlich auch mehr Geld, genommen. Die Ärztin hat ihr empfohlen in den nächsten Tagen jede Anstrengung zu vermeiden. Daher hat Jingjin sich entschlossen den Job aufzugeben. Gestern war dann auch gleich die Schwiegermutter zu Hause hat gekocht und aufgeräumt. Ein Segen, dass ich nicht alles verstehe, denn heute kommt sie schon wieder.

03.11.2008

Ein Lied über Zensur

Was hat denn wiedermal the Great Firewall geritten. Jetzt ist plötzlich sourceforge.net geblockt. Gerade bin ich dabei Software auf meinem Bürorechner zu installieren und kann diese nur über Proxies downloaden. Das nervt.

Ansonsten kommt man mit der Internetzensur hier eigentlich ganz gut zurecht, da es einfach ist sie auszuhebeln. Blogs kann man über Google Reader problemlos lesen. Google Reader lenkt diese um und die wordpress.com Zensur läuft so ins Leere. Blogspot ist zur Zeit nicht geblockt, aber selbst wenn lässt sich dies alleine per Google Reader umgehen. Es gibt außerdem zahlreiche Firefox-AddOns die hervorragende Arbeit leisten und geblockte Seiten per Knopfdruck anzeigen und es mir auch so erlauben die Software von sourceforge.net zu beziehen. Es dauert nur etwas länger und nervt.

Abgesehen von sourceforge.net stört mich die Zensur momentan kaum, da sie sich kinderleicht umgehen lässt. Es ist ja auch nicht nur China welches zensiert. Die Türkei zensiert deutlich mehr, u.a. auch YouTube, wordpress.com und auch Richard Dawkins homepage, da er es sich erlaubt hat den Vollidioten Adnan Otkar als Vollidioten zu bezeichnen. Leider wird dies immer wieder gerne vergessen, wenn darüber berichtet wird wie Böse die chinesische Zensur ist. Die Zensur hier ist zwar nervig, aber es ist vor allem erstaunlich wie einfach sie sich aushebeln lässt.

Aber genug davon, den Rest können die Ärzte erzählen:





[Update]
Blogspot.com ist zur Zeit doch mal wieder geblockt, dank dem Firefox AddOn gladder, habe ich das gar nicht bemerkt

02.11.2008

Hochzeitsfeier

Zu Mittag ging es wiedermal zu einer Hochzeit. Eine entfernte Verwandte von Jingjin heiratete. Die Hochzeit war riesig, ca. 300-400 Gäste. Das Essen war jedoch nur mäßig, wir waren dementsprechend enttäuscht. Die Hochzeit selbst war zwar sicherlich teuer, gab jedoch meiner Meinung nach zu wenig Gesicht. Die Eltern des Bräutigams kamen gar nicht zu Wort, der Bräutigam hielt auch keine Rede und statt seines Chefs kam nur irgendeine Tussi von der Personalabteilung seiner Firma. Da hilft alles Geld der Eltern der Braut nichts.... und dann noch das Essen, oh je....

01.11.2008

Im Krankenhaus-Supermarkt

Heute waren Jingjin und ich im "Wuhan Mutter und Kind Krankenhaus". Wie vermutet, ist sie tatsächlich schwanger. Das Krankenhaus selbst ist ziemlich bekannt in Wuhan und nicht weit von unserer Wohnung. Die Abfertigung ist allerdings ein reiner Massenbetrieb. Nachdem wir uns das "Ticket" für die Behandlung gekauft haben, ging es auch sofort zur Behandlung. Massen von Patienten und Angehörigen sind überall im Krankenhaus. Wir kamen jedoch trotzdem sehr schnell an die Reihe. Ich durfte nicht mit in den Behandlungsraum, aber Jingjin hab nur eine Urinprobe ab, kurzer Test, die Behandlung war auch schon zu Ende. Eine Ultraschalluntersuchung wollte die Ärztin nicht machen.

31.10.2008

Ein weiteres Päckchen aus der Heimat

Heute erreichte mich ein weiteres Päckchen aus der Heimat. Per Luftpost war es nur etwas mehr als eine Woche unterwegs. Besonders freut sich Jingjin darüber, denn dass Päckchen enthält Cremes aus Deutschland. Cremes, Make-Up usw. ist hier nicht nur relativ teurer als in Deutschland, sondern auch absolut.

In der Zwischenzeit habe ich es auch geschafft die Eingabesprache auf meinem neuen Computer umzustellen, so dass ich zwischen Deutsch, Englisch und Chinesisch wechseln kann. Die Leiste für die Änderung der Sprache an der Taskbar konnte ich zwar nicht anschalten, aber ich konnte Hotkeys setzen. Das funktioniert auch ganz gut.

30.10.2008

Timo der Kinderschreck

Nach der Arbeit traf ich mich mit Jingjin vor Chicony, einem großen Kaufhaus in der Nähe unserer Wohnung und meines Arbeitsplatzes. Während ich auf sie wartete kam ein Mann mit seiner Tochter den weg entlang. Das kleine Mädchen sah mich und erschrak. Zeigte auf mich und hielt sich ängstlich am Bein des Vaters fest. Amüsiert beobachtete ich die Szene und ging natürlich dann auch etwas auf die Kleine zu, Spaß muss ja sein. Sie fand das weniger witzig und rannte erstmal weg. Nun bin ich hier ja einiges gewöhnt. Leute starren einen an und Kinder sind des öfteren begeistert und aufgeregt wenn sie mal einen Ausländer sehen. Angst hatte aber bisher noch niemand...

Hoch leben die Einzugsermaechtigungen, sie sollen leben 10000 Jahre

Heute morgen machte ich mich auf den Weg den Strom zu bezahlen. Gestern ist mein erster Versuch an den staendigen Terminverschiebungen gescheitert. Heute musste ich also in das entsprechende Office gehen. Natuerlich hatte es schon zu als ich ankam, da die beste Ehefrau von allen sagte von 9:30-10:00 Uhr, in Wahrheit die Oeffnungszeiten aber von 9:00 Uhr - 9:30 Uhr sind. Die freundliche junge Frau vom benachberten Buero rief die gute Mitarbeiterin an und sagte mir, dass ab 11:00 Uhr die Frau zurueck sei. Nachdem ich dann kurz im Buero war, den Schluessel fuer mein neues Buero abholte und sie gerade dabei waren meienn Computer aufzubauen, habe ich mich also wieder auf den Weg zurueck gemacht.

Das Buero war offen, ich gebe der guten Frau meine Karte, aber.... die Karte war kaputt. Was tun? Anruf bei der besten Frau, sie telefoniert mit dem Vermieter und dieser schickt wiederum die Maklerin vorbei. Mir bleibt nur das Warten und die tausend Fragen der Angestellten. "Ja ich komme aus Deutschland", "ja ich spreche Englisch", "nein, ich bin kein Englischlehrer", usw. Die Maklerin kam dann, die Karte wurde ersetzt und wir haben endlich Strom.

Zurueck im Buero war ich froh, der Computer steht. Leider habe ich ihm noch nicht beigebracht Deutsch zu schreiben, daher fehlen die Umlaute. Irgendwie erscheint das Menue zur Sprachauswahl nicht. Nicht so einfach mit einem Chinesischen XP.

29.10.2008

Lijun verteidigt ihre Doktorarbeit

Heute hatte Lijun die Verteidigung ihrer Doktorarbeit. Der Termin wurde noch am Tag hin und hergeschoben, so dass ich den eigentlichen Termin nur per Zufall erfahren habe. Der Vortrag war natürlich auf Chinesisch. Davon abgesehen war es auch eine schlimme Präsentation. 110 Folien für 30-45 Minuten Vortrag, das kann nicht gut gehen. Die Folien dazu noch voll mit Text, so voll dass ich glaube, dass ihre ganze These irgendwo auf den Folien vertreten war. Mit so vielen Folien, da muss man natürlich plappern wie ein Maschinengewehr. Nun, ich hätte auch kaum was verstanden wenn sie langsam gesprochen hätte, aber ich glaube sie hat auch sonst die meisten Zuhörer abgehängt.

Nach dem Vorteag folgten die Fragen der Prüfer, wobei die Fragen öffentlich gestellt werden. Die Prüfer gönnten sich neben den Fragen auch ein paar Zigaretten, ein Bild das in Deutschland in der Zwischenzeit ungewöhnlich ist, hier aber noch üblich. Was ich von den Fragen verstanden habe, zielten diese, zumindest am Anfang, auf den Vortragsstil ab und darauf, dass der Schwerpunkt des Vortrags nicht klar erkennbar war. Kein Wunder bei 110 Folien. Inhaltlich dürfte der Vortrag und die Arbeit aber sehr in Ordnung gewesen sein, zumindest soweit ich das beurteilen kann.

Nach Lijuns Vortrag folgte noch ein weiterer Vortrag mit anschließender Prüfung. Davon habe ich nicht mehr soviel mitbekommen, nur soviel dass den Prüfern der zweite Vortrag weniger gefiel.

Vermisst habe ich natürlich die anschließende Doktorfeier. Dieser schöne Brauch hat sich leider noch nicht hier durchgesetzt.

Neben den Doktorprüfungen wurden auch die neuen Büros heute verteilt. Ich werde mein neues Büro mit (Associate) Prof. Zhang teilen, was ich so auch erwartet hatte. Die Büros sind neu gebaut und eingerichtet und ziemlich gross. Bei Gelegenheit mache ich mal ein Photo. Den neuen Computer wollten wir uns heute auch noch beschaffen, dafür waren wir jedoch nach dem Ende der Vorträge deutlich zu spät dran.

Nicks Geburtstag

Gestern hatte Nick Geburtstag und er hat uns zum BBQ-Essen in ein Restaurant eingeladen. Nick ist ein alter Schulfreund von Jingjin und daher war ich der einzige Ausländer in der Runde. Am Anfang konnte ich nich einigermaßen mitreden, aber je länger der Abend wurde, desto schneller redeten alle und desto müder wurde ich.

Nick hat sich vor Kurzem frisch verliebt, aber seine Auserwählte hat ihn abblitzen lassen. Das war natürlich das Thema des Abends. Sein Problem war, dass er zu schnell aufs Ganze ging und ihr seine Liebe gestand... beim dritten Date. Naja, das nächste Mal geht er hoffentlich etwas geschickter vor.

25.10.2008

Old School Party

Gestern hatten wir um 19:30 Uhr ein Seminar mit Studentenvorträgen. Das hat sich bis 22:00 Uhr hingezogen und ich war danach genau in der richtigen Stimmung für ein Freitagabend-Feierabendbier. Also ab ins Ausländerwohnheim. Dort war es wie früher, mit relativ vielen Leuten und Musik, eine nette kleine Party im Gange. Fast alles ältere Studenten und wir hatten Spaß. Als dann auch noch selbstgebrannter Schnapps aus Albanien aufgetischt wurde war klar: heute geht keiner mehr aus, denn die beste Party ist hier.

24.10.2008

Im Osten nichts Neues

Schon ein Weilchen ist es still auf dem Blog, da in letzter Zeit nichts besonderes passiert ist. Die tägliche Routine schleicht sich ein. Im Moment bin ich die meiste Zeit mit arbeiten und Chinesisch lernen beschäftigt. Dazwischen bleibt nicht mehr viel Zeit. Es ist erstaunlich wieviel man arbeiten und lernen kann wenn man nicht durch den Fernseher abgelenkt wird. Wenn es nicht das chinesische tudou.com gebe, dass dankbarerweise voller neuer amerikanischer Serien ist, dann hätte ich sogar noch mehr Zeit.

Jingjin neuer Job macht sie mehr und mehr zur Einkaufsexpertin. Manager sammeln Flugmeilen, Jingjin Einkaufspunkte. Im Chicony, einem vglw. teuren Kaufhaus bei uns "um die Ecke", hat sie letzte Woche die Goldene VIP Karte bekommen. Dafür hat sie einmal für 6000 RMB (ca. 600 €) und einmal für 2000 RMB (ca. 200 €) Zigaretten und Schnapps für die Firma gekauft. Jetzt dürfen wir drei Stunden kostenlos parken, besonders praktisch ohne Auto und ich darf in den VIP Warteraum während meine Frau einkauft. Super.

15.10.2008

Ein Paket aus der Heimat

Kurz vor dem Wochenende erreichte uns ein "Care-Paket" aus der Heimat, gefüllt mit Schokolade. Das Paket war ca. 2 Monate unterwegs und hat die Reise relativ unbeschadet überstanden.



Die Schokolade aus Deutschland ist wirklich sehr lecker und wir haben schon fast vergessen wie gut sie im Vergleich zur hiesigen Schokolade ist. Kurz und gut, viel ist nicht mehr davon übrig, obwohl wir versuchen uns zurückzuhalten.

09.10.2008

Vier Jahre schon

Heute vor vier Jahren haben Jingjin und ich uns zum ersten Mal getroffen. Deswegen habe ich sie heute, nach meiner Rückkehr aus Beijing, zum Essen eingeladen und ihr einen Blumenstrauß gekauft. Über die Blumen war sie sehr erfreut und total überrascht.



Sie hatte keinen so guten Tag bei der Arbeit. Seit viert Tagen muss sie "richtig" arbeiten. Sie muss allerlei Verwaltungskram in Excel-Tabellen hacken, Material für die Filialen einkaufen und verwalten, usw. Nachdem sie sich anfänglich darüber beschwert hat nichts zu tun zu haben, ist sie jetzt im Stress. Auch spielt jetzt das Machtgefüge im Büro und die persönlichen Beziehungen der Mitarbeiter, fast alles Frauen, untereinander eine immer größere Rolle. Daran muss sie sich auch erst noch gewöhnen.

08.10.2008

Empfang zum Tag der Deutschen Einheit

Mit dem Flieger ging es morgens nach Beijing zu einem Meeting mit Infoterra. Das Wetter in Beijing ist super und die Luft ist sehr klar. Nach meiner Ankunft hatte ich zunächst Probleme mein Hotel zu finden. Es ist versteckt in einem Hutong und ich hatte Schwierigkeiten die Adresse zu interpretieren. Schließlich habe ich es aber doch gefunden und bin gleich eingezogen. Dann ging es ab zu Infoterra. Ralf hat mich dann auch gleich zum Mittagessen ins deutsche Restaurant "Schindler" eingeladen. Dort hatte ich ziemlich leckeres Schweinefilet mit Käsespätzle. Nach unserem Meeting bin ich dann schnell ins Taxi gesprungen um noch vor Dienstende das Deutsch-Chinesische Wissenschaftszentrum zu erreichen. Dort habe ich ein kleines Paket für den chinesischen Direktor abgegeben und dann ging es mit dem Taxi zurück ins Hotel.

Dann fuhr ich in die Deutsche Botschaft, denn ich war eingeladen zum Empfang der Botschaft. Über 2300 Gäste bevölkerten das Botschaftsgelände. Die meisten im Anzug oder in Ausgehuniform. Ich war casual, also etwas underdressed, aber noch im Rahmen. Ich hab mich umgeschaut, ob ich vielleicht jemanden kenne aber niemanden entdeckt. Ist auch nicht so leicht bei so vielen Gästen. Dann habe ich mich an der Schlange zum Essen angestellt. Es dauerte ewig, das Essen war aber ziemlich gut. In der Schlange kam man ins Gespräch und so gesellte ich mich zu einer Gruppe Architekten.



Die Botschaft

Wir stellten dann fest, dass wir exakt an der falschen Schlange angestanden hatten, überall sonst ging es deutlich schneller. Statt Bier und Wein sind wir dann auf Champagne umgestiegen und die freundlichen Damen vom Lufthansa Partyservice kamen kaum hinterher. Bevor ich nach Hause bin habe ich mich noch mit einem älteren Herrn unterhalten, der auch mit uns in der Schlange wartete. Ein Mitarbeiter des Generalkonsulats in Shanghai wie sich herausstellte. Ich sagte ihm mir würden die Bierkrüge hier gut gefallen und ich würde am Liebsten einen klauen, ist ja schließlich ein altes Hobby von mir. Er meinte, dass wäre schon in Ordnung und ich könnte ihn einfach mitnehmen. Gesagt getan und so habe ich jetzt einen Bierkrug zu Hause.

Verpasst habe ich Ex-Bundeskanzler Schröder, der sich auch auf der Party herumgetrieben hat. Ministerpräsident Wulf habe ich zwar gesehen, aber das ist kein Ersatz. Herrn Schröder hätte ich schon gerne mal gesehen. Mit berühmten Personen vertraute Mitarbeiter versicherten mir, dass beide, Schröder und Wulf, sehr nette und umgängliche Menschen seien, was man allerdings von vielen ihrer Berufskollegen nicht sagen könnte.

04.10.2008

Wuhan als neues Wirtschaftszentrum von Zentralchina

Wuhan liegt strategisch günstig im Zentrum Chinas und ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes. Im Rahmen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und der zunehmenden Konzentration auf den inländischen Markt spielt Wuhan eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Die Regierung hat nun beschlossen bis zum Jahr 2020 ungefähr 100 Milliarden Euro in die Entwicklung Wuhans und acht weiterer Städte in Hubei zu stecken. Mehr dazu bei All Roads Lead To China und China Daily.

02.10.2008

Wandern am Ostsee

Mit einer Wanderung am Ostsee von Wuhan entlang haben wir den heutigen Tag begonnen. Da überall in China Ferien sind, sind auch ziemlich viele Leute und Autos unterwegs. Der Verkehr stört etwas, aber wir genießen es trotzdem hier. Nach ungefähr vier Stunden sind wir ziemlich müde und sind froh wieder die Stadt erreicht zu haben und ein Taxi nehmen zu können.




Brian ist in der Zwischenzeit wieder zu einem Besuch in Wuhan eingetroffen. Es wird sicherlich lustig mit ihm in den nächsten zwei Tagen.

01.10.2008

Wuhan Botanical Garden

Diese Woche haben wir Urlaub, denn das ganze Land feiert den 1. Oktober, die Gründung der Volksrepublik China. Dafür mussten wir am Wochenende arbeiten, was ziemlich blöd ist. Heute haben wir den freien Tag genutzt um zum Botanischen Garten in Wuhan zu fahren. Ein ziemlich gutes Ausflugsziel und ein echter Fehler, dass wir nicht schon früher hingefahren sind. Natürlich war es sehr voll, denn jedermann hat ja jetzt Urlaub. Die Busfahrt war also nicht sehr bequem, im Park selbst ging es dann aber. Zum Bedauern von Jingjin hatten wir vergessen die Batterie der Kamera vorher aufzuladen, so dass wir nicht so viele Bilder machen konnten.



25.09.2008

Militärtraining

Das Militärtraining geht weiter. Vor dem Büro geht es munter 1-2-3-4.... den ganzen Tag. Es nervt langsam. Es ist wenigstens bald vorbei, denn im Oktober ist der Spaß auch schon vorbei. Heute haben sie neben dem Formaltraining auch mit dem KungFu angefangen.

23.09.2008

Jingjins Mutter hat Geburtstag

Heute haben wir den Geburtstag von Jingjins Mutter gefeiert. Eigentlich wollte sie uns zunächst nach Hause einladen, hat es sich dann aber doch anders überlegt. Also sind wir zusammen Essen gegangen. Jingjin hat noch schnell Blumen und einen Kuchen besorgt, worüber sie sich sehr gefreut hat.

Treffen der Magnifizienzen

Von Sonntag auf Montag war der Rektor der Uni Stuttgart zu Besuch in Wuhan. Das brachte mir eine Einladung zum Abendessen am Sonntag und zum Mittagessen am Montag ein. Das International Office der Wuhan University hat mich eingeladen. Es gab zweimal leckeres Essen und ich hatte die Gelegenheit einer Unterredung der Rektoren beizuwohnen. Ziemlich nutz- und ergebnislos übrigens. Die wahre Arbeit wird von den erfahrenen Mitarbeitern beider International Offices durchgeführt. Dort steckt die Erfahrung und dort werden die Dinge umgesetzt.

Stuttgarts Rektor erschien mir insgesamt nicht sonderlich informiert über die Wuhan University. Der frühere Rektor war weit besser informiert über Wuhan und die Uni und hätte sicherlich ein besseres Bild abgegeben, zumindest in Wuhan. Eigentlich sollte die Uni eine Akte mit wichtigen Punkten und Fakten über die jeweilige andere Uni und acuh deren Rektor und führende Mitarbeiter haben und diese auch gezielt einsetzen um Beziehungen aufzubauen. Ansonsten sieht doch jeder neue Rektor erschreckend uninformiert aus. Das ganze erschien mir persönlich sehr unprofessionell. Ob jedes Treffen so läuft?

Einige Interessante Punkte zur Wissenschaftsförderung in China konnte ich jedoch erfahren. Die "Exzellenzinitiative" in China heißt 985 Programm. Benannt nach dem Datum der Entstehung, dem Mai 1998. Dort wurden 30 Top-Universitäten ausgesucht, also von oben bestimmt, die seitdem mit mehreren Millionen gefördert werden. Diese Förderung gilt anscheinend für 30 Jahre! Damit kann man natürlich mehr anfangen als mit den 5-Jahres Trippelschritten.

19.09.2008

Busfahrerin in Wuhan verprügelt

Über ChinaSmack bin ich auf die Nachricht über einen Angriff auf eine Busfahrerin in Wuhan gestossen. Der Angriff fand in der Buslinie #519 statt. Diese startet am Unitor und Jingjin fuhr damit jeden Tag zu ihrem alten Arbeisplatz. Der Angriff selbst wurde wohl ausgelöst durch einige unflätige Worte der Busfahrerin, nichts ungewöhnliches in Wuhan. Die Angreifer kamen von außerhalb, weshalb sich die Diskussion im Fernsehen und im Internet auch eher darum dreht. Der Graben läuft zwischen den Stadtbewohnern und den "Landeiern" und dem südlichen Teil Chinas und den Chinesen aus dem Nordosten. Das Video zum Angriff ist komplett auf Chinesisch.



[Update] Es gibt jetzt eine Reihe von Aussagen die bestätigen, dass die Busfahrerin die Passagiere vorher übelst beleidigt hat. Das ist zwar keine Entschuldigung für die Brutalität und Dauer des Angriffs, stellt ihn aber in ein anderes Licht.

Milchprodukte

Gestern hat die Deutsche Botschaft per Email vor dem Verzehr von Milchprodukten aus unsicheren Quellen gewarnt und empfohlen nur importierte Milch zu konsumieren. Da nahezu alle Top-Brands in den Skandal verwickelt sind, ist es schwer sichere Quellen in China zu finden. Jingjin und ich haben uns daher entschlossen für eine Zeit auf Milch zu verzichten, jedoch, ganz schwäbisch, die schon gekaufte Milch nun doch noch zu trinken.

Gestern habe ich einen kleinen Vortrag gehalten. Alles auf Chinesisch. Die armen Studenten haben wahrscheinlich weniger verstanden als wenn ich auf Englisch vorgetragen hätte. Für mich war es jedoch eine gute Gelegenheit mein Fachchinesisch aufzupolieren und ich konnte viele Fachwörter lernen. Der ganze Vortrag hat mich daher in der Vorbereitung auch viel Zeit gekostet. Sogar Jingjin musste als Probepublikum herhalten. So langsam kennt sie sich in der Radarfernerkundung ganz gut aus :)

17.09.2008

Militärtrainig der neuen Studenten

Auf dem Sportplatz neben dem Institut findet zur Zeit die "militärische" Ausbildung der neuen Studenten statt. Für einen Monat müssen die Neuen marschieren über für die große Parade zum 1. Oktober. Anscheinend geben sie irgendwann während der pseudo-Ausbildung auch mal 2-3 scharfe Schuss ab. Die Formalausbildung ist jedenfalls in vollem Gange. Langsam klappt es auch einigermaßen mit dem Gleichschritt. Das Geschrei stört natürlich etwas beim Arbeiten, aber es dauert ja nicht mehr lange.

10.09.2008

Super, heute ist Teachers-Day

Der zurecht im Westen völlig unbekannte "Tag des Lehrers" findet hier eine recht großer Beachtung. Nicht nur die Zeitung sind voll mit Berichten über Lehrer, nein die lieben Studenten haben es sich nicht nehmen lassen die Lehrer mit Blumen zu beschenken. Nein, ich habe nichts bekommen, ich lehre ja auch nicht. Leider hatte ich heute keine Kamera dabei, es hätte einiges kurioses zu fotografieren gegeben.

Fortschritte bei der Zivilisierung Wuhans

Die große Kampagne zur Zivilisierung Wuhans ist weiterhin in vollem Gange und erste Erfolge zeichnen sich ab. Natürlich hängen diese v.a. am persönlichen Engagements der ausführenden Organe. Auf dem Weg zum Institut gibt es ein besonders engagierten Wachmann, der sich fest vorgenommen hat durchzugreifen. Er ist etwas kurz geraten und sehr dünn, die Uniform ist deutlich zu weit und schlabbert an ihm herunter. Selbst die Mütze ist sicherlich eine Nummer zu gross, aber seit neuestem regiert er mit eiserner Hand. Er weist jeden an gefälligst auf dem Gehweg zu gehen und nicht auf der Straße, wie eigentlich üblich. Sein vehementer Einsatz zeigt erste Erfolge und ich war überrascht heute fast alle Studenten auf dem Gehweg vorzufinden.

Der weniger engagierte erfahrenere Kollege die Straße weiter hinauf setzt hingegen auf eine laissez-faire Politik. In seinem Straßenabschnitt laufen wieder alle auf der Straße, was gut ist, denn sonst müssten sie ja über seinen Stuhl stolpern, auf dem er es sich mitten im Gehweg bequem gemacht hat. Auch sonst scheinen die Zivilisierungswächter eher desmotiviert zu sein. Amperüberquerung bei rot wird meist mit einem Schulterzucken oder einem lustlosen hinterherpfeiffen mit der Trillerpfeiffe geahndet.

Der große Vorteil einen so motivierten Wachmann auf dem Arbeitsweg zu haben ist, dass man sofort weiß wann diese Kampagne vorbei ist. Sobald er nicht mehr kontrolliert und meckert ist klar: die Slogans mögen zwar noch hängen, einige Hunde noch bellen, aber die Karawane zog schon weiter.

09.09.2008

Krise in Thailand

Es wird recht wenig über die lang anhaltende politische Krise in Thailand berichtetet. Es finden sich dazu Berichte unter der Rubrik Reisen, wie z.B. beim Stern, bzw. unter Kurioses. Bei SPON fanden sich auch Artikel, aber nicht als Headliner.

Den Demonstranten, nach Al Jazeera reiche/mittelständische Stadtbewohner, geht es darum, dass nur noch 30% der Volksvertreter gewählt werden sollen und 70% ernannt. Warum fordern sie das? Grund ist die extreme Korruption in Thailands Wahlkämpfen. Insbesondere auf dem Land werden massenhaft Stimmen gekauft. Die Wähler werden durch die Massenmedien, national aber v.a. auch lokale Medien, gelenkt und beeinflusst. Die (ein)gebildeteren Städter bezweifeln die Demokratiefähigkeit der ungebildeten Landbewohner. Vielleicht auch zu Recht, ich maße mir da kein Urteil an.

Warum wird kaum darüber berichtet, dass in einem demokratischen Land eine große Zahl der Menschen die Demokratie in Frage stellt und nach dem König ruft? Ich finde diese Entwicklung durchaus interessant. Was die vermeintliche Unmündigkeit der Landbevölkerung anbetrifft, so trifft man diese Argumente auch bei Fragen nach der Demokratie in China immer wieder. Chinesische Blogs verfolgen daher die Situation in Thailand durchaus sehr aufmerksam.

Einschreibungstag an der Uni

Heute war der große Tag für viele neue Studenten. Sie konnten sich einschreiben. Bei einem Spaziergang von meinem Institut zum Post-Doc-Office konnte ich die neuen Studenten beguchtachten. Sie kommen natürlich zusammen mit ihren Eltern, die ihnen oft genug beim nötigsten helfen und die wichtigen Einkäufe für sie erledigen. Der Supermarkt ist voll mit besorgten Eltern die ihren Kindern Toiletenpapier und Reinigungsutensilien kaufen.

Chinesische Studenten sind im ersten Jahr, insbesondere zu Beginn des ersten Jahres, noch sehr unselbstständig. Kein Wunder, wurden sie doch bislang zu Hause verhätschelt. Die meisten haben außer Schule und lernen auch kaum Lebenserfahrung und kaum einer ist auch nur annähernd selbstständig. An der Uni, weg von zu Hause, werden die meisten recht schnell selbstständig und erwachsener. Sie erinnern trotzdem mehr an Abiturienten denn an Studenten. Vielleicht werde ich einfach auch nur selbst immer älter...

08.09.2008

Ein zivilisiertes Wuhan aufbauen

Nach den Olympischen Spielen ist es jetzt Zeit an der zivilisierten Stadt zu arbeiten. Ganz Wuhan ist mit Slogans zugepflastert, die uns daran erinnern, dass das ganze Land jetzt daran arbeitet zivilisiertere Städte aufzubauen. Offensichtlich versucht man die "Volkserziehung" jetzt von Peking auch auf andere Städte auszuweiten. Neben den Slogans, die wirklich mehr oder weniger überall hängen, gibt es jetzt auch vermehrt Aufpasser an Fußgängerüberwegen und an Bushaltestellen. Diese kontrollieren natürlich, dass auch alles mehr oder weniger zivilisiert zugeht. Sie scheinen mir jedoch bislang weit weniger motiviert zu sein als die Aufpasser in Peking. So braucht es noch ein Weilchen bis sich Wuhan zivilisieren lässt. Aber wie uns die Slogans ja jeden Tag mitteilen müssen wir auch alle daran arbeiten.

07.09.2008

Projektmittel

Am Donnerstag hat mir Prof. Liao eröffnet, dass wir den Zuschlag zu einem Uni internen Forschungsprojekt bekommen haben. Da ich auf der Liste der Projektmitarbeiter stehe, bekomme ich davon eigene Projektmittel.

Insgesamt haben wir für dieses Jahr 300.000 RMB erhalten. Diese werden nun verteilt. Natürlich geht ein guter Teil an den Institutsleiter, nochmal soviel bekommt mein Prof, etw. weniger für einen anderen Prof, usw. Letztlich bleiben für mich nicht zu unterschätzende 30.000 RMB übrig. Das Geld steht zu meiner persönlichen Verfügung und ich kann damit, in einem begrenzten Rahmen, machen was ich will. Ich kann das Geld für Dienstreisen ausgeben, Computerausstattung, Fachbücher, usw. Ich kann es nicht, darauf legte Prof. Liao großen Wert, für "Geschäftsessen" ausgeben. Schade eigentlich...

Interessant ist die sehr persönliche Zuweisung der Mittel. Bisher habe ich sozusagen immer Prof. Liaos Gelder verbraten, nicht wissend das die Mittelzuweisung sehr persönlich ist. Es gibt vermutlich kaum Institutsmittel als solche, sondern die Mittel sind personalisiert. Ich habe also nun meine eigenen Mittel. Solange ich einen gültigen Fapiao beibringe, bekomme ich meine "dienstlichen" Ausgaben zurück erstattet. Das erklärt auch, warum wir nicht als Institut geschlossen auf Dienstreise nach Peking gegangen sind. Jeder hat seine eigenen Mittel und setzt sie nach seiner Entscheidung ein. Ein teurer Flug und ein teures Hotel? Kein Problem sind ja meine Mittel... so lange man noch welche hat. Erspart einem wenigstens den lästigen Streit mit der Reisekostenstelle.

30.000 RMB ist nicht wenig und ich überlege wie ich sie am besten verwende. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann bekommen wir nächstes Jahr nochmal soviel Projektgeld allein von diesem Projekt. Davon könnte ich ja eigentlich im nächsten September eine Dienstreise nach Stuttgart unternehmen....

Jingjins Vater hat dieses Jahr auch extra Gelder bekommen, da er den Sommer durchgearbeitet hat. Er kann allerdings "Geschäftsessen" absetzten. Noch ein Grund mehr für uns immer fleißig Fapiaos zu sammeln.

Wuhantimo erklärt China: Der Fapiao

Fapiao ist das chinesische Wort für Rechnung/Quittung. Ein Fapiao ist sehr wichtig und eine Art Zweitwährung. Reisekosten z.B. trägt man zunächst selbst und bringt dann den Fapiao zurück und erhält die Kosten zurückerstattet. Offizielle Fapiaos, erkennbar am roten Stempel, sind Chinas Weg Umsatzsteuern einzutreiben. Der chinesische Staat ist, auch wenn man das kaum glauben mag wenn man nur Peking kennt, sehr schwach. Er hat kaum einen Weg Steuern, insbesondere Umsatzsteuern, vernünftig einzutreiben. Großbetriebe werden natürlich kontrolliert, aber die große Zahl der kleinen Betriebe zahlen schlicht und ergreifend keine Steuern.

Hier kommt der Fapiao ins Spiel. Offizielle Fapiaos werden sozusagen von den Betrieben gekauft, die damit ihre Umsatzsteuer abgelten. Will nun jemand einen Fapiao, dann bekommt er einen vorher gekauften Fapiao. Will er keinen Fapiao, dann läuft das Geschäft an der Steuer vorbei, wie in Deutschland auch.

Damit nun nicht nur Geschäftsreisende auf Fapiaos bestehen, sind insbesondere die Fapiaos der Restaurants, auch ein Rubbellos. Man kann Geldbeträge gewinnen und da Chinesen Spieler sind wollen natürlich mehr Kunden einen Fapiao. Eine Win-Win Situation. Gestern hat Jingjin z.B. 10 RMB gewonnen, nach dem Fapiao fragen hat sich also gelohnt.

06.09.2008

China sucht den Super-Post-Doc

Alle Post-Docs in China sind aufgerufen sich zum 44sten mal um Projektmittel zu bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 10.9., gestern habe ich natürlich erst davon erfahren. Prompt einen Antrag zusammengeschustert und am Wochenende wird der ins Chinesische übersetzt.

Das Bewerbungsverfahren selbst ist recht interessant. Unter www.chinapostdoctor.org.cn kann man ein Bewerbungsformular herunterladen. Dazu muss man allerdings einen Benutzernamen und ein Passwort haben, sprich Postdoctor in China sein. Die Homepage funktioniert wie so viele Seiten in China nur mit dem Internet Explorer :( Das Bewerbungsformular ist ein Worddokument gespickt mit Makros. Funktioniert natürlich nur mit Microsoft Office, Anleitungen gibt es nur für Office 2000 und 2003, und damit die Zeilen richtig ausgefüllt werden müssen die Spracheinstellungen des Computers auf Chinesisch eingestellt werden. AppLocale reicht nicht aus :(

Dann muss das Dokument unter www.chinapostdoctor.org.cnwieder hochgeladen werden. Sowei so modern und paperless. Dann kommt aber zu der wirklich modernen, wenn auch etwas unpraktischen e-Government Lösung, die clueless Variante. Das Dokument wird nicht nur hochgeladen, sondern man muss es auch in Papierform abgeben. Doppelseitig ausgedruckt, 3-mal im Original und 5-mal in Kopie. Soviel zur modernen papierlosen Bewerbung. Die Bewerbungen werden dann uniweit gesammelt und gemeinsam eingereicht.

Die Inhalte der Bewerbung sind Standard. Informationen zum Wissenschaftler, Vorarbeiten und bisher erbrachten Leistungen. Dann Beschreibung des Projekts mit Inhalten, Zielen und Methoden. Das wars. Verglichen mit der Formularwut bei der Einstellung als Postdoc, ist es geradezu bürokratielos. Zu "gewinnen" gibt es 50.000 RMB als Projektmittel. Zu den Projektmitteln schreibe ich später mehr.

03.09.2008

Semesterbeginn

Das neue Semester hat begonnen und die Uni ist wieder voll von Studenten. Am Wochenende ware Judith, Sonja, Torsten und ich im Taizi essen um das neue Semester zu begrüßen. 

Jingjin hat einen neuen Job gefunden. Der Arbeitsplatz ist ganz in der Nähe und die Arbeit ist vglw. gut bezahlt. Nächsten Montag fängt sie an, nachdem sie heute auch den obligatorischen Gesundheitstest "bestanden" hat. 

24.08.2008

Die Spiele sind vorbei

Die Olympischen Spiele gingen ohne größeren Zwischenfall und gut organisiert über die Bühne. In China ist man erleichtert und natürlich auch Stolz, sowohl auf die gut organisierten Spiele, als auch auf die herausragenden sportlichen Leistungen. Es ist durchaus ein "wir sind wieder wer"-Gefühl in China vorhanden. Traurig ist man über das Ausscheiden Liu Xiang. Auf einen Sieg im Hürdenlauf haben viele Chinesen gehofft, da China ansonsten in der Leichtathletik nicht viele erfolgreiche Athleten hat. Aus chinesischer Sicht sind Asiaten zu schwach für die Leichtathletik und Liu Xiang beweist, dass auch "Chinesen stark sein können." Diese Sichtweise ist durchaus rassistisch.

Ebenso bedauert man das Abschneiden der Basketballmannschaft und ist, wie eigentlich immer in China, beschämt über die Fussballmannschaft. Aber der Stolz auf den Goldmedallienregen und auf die erfolgreiche Organisation, der ist spürbar.

Die Spiele waren propagandistisch sehr erfolgreich, da das Hauptinterresse nicht die Außenwirkung, sondern die Innenwirkung der Spiele war. Hier ist "China wieder wer" und eine der "führenden Nationen". Man sieht sich auf Augenhöhe mit Europa und den USA. Dieses Selbstbewußtsein hat auch dazu geführt, dass man in China immer weniger wert auf die Außenwirkung der Spiele legte. Seit dem Debakel des Fackellaufs war klar, dass es quasi unmöglich sein würde eine rundum positive Auslandspresse zu erhalten. Ich glaube, man hat sich aber dafür immer weniger interessiert. Für die Chinesen hingegen waren die Spiele ein voller Erfolg.

Ein Besuch der Spiele selbst war vergleichsweise kostengünstig. Ein Bier im Stadion kostete nur 5 RMB (0,50 €). Die Volunteers waren gut und hilfsbereit. So haben sie z.B. Brian bei seinem Besuch geholfen die 5 Bier die er gekauft hat zu seinem Sitz zu tragen. Das sind Volunteers wie man sie sich wünscht.

Nervig waren die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und die Visaeinschränkungen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren erfolgreich, es kam zu keinem Terroranschlag. Bei der Bewertung der Sicherheit darf man nicht vergessen, dass auch in Athen 2004 extreme Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden. Wenn ich mich richtig erinnere gab es doch sogar einen NATO-Einsatz mit Awacs-Aufklärungsflügen und Marineverbände um Griechenland. In London werden die Sicherheitsmaßnahmen vermutlich noch extremer sein.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Am Samstag kamen Jessica und Brian nach Wuhan. Sie mussten gleich weiter nach Huanggang, dem Heimatort von Jessica um dort ein neues Visum für Brian zu beantragen. Visa für Ehepartner können nun nur noch im Heimatort ausgestellt werden. Wir hatten trotzdem Zeit für ein gemeinsames Mittagessen. Abends haben wir dann mit Jingjins alter Schulfreundin Badminton gespielt und gemeinsam zu Abend gegessen.

Heute mittag lud Jingjins "Schwester" die ganze Familie zum Essen ein. Ungefähr einen Monat nach der Geburt des Kindes geht die Familie gemeinsam Essen. Es ist sozusagen wie die Taufe des Kindes.



Danach sind Jingjin und ich noch einkaufen gegangen. Es ist Sommerschlußverkauf und wir haben preisgünstig Schuhe und eine neue Hose für mich gekauft.



Danach haben wir uns noch mit Li Qiong getroffen. Sie ist eine Freundin von Jingjin. Sie haben sich in Deutschland kennengelernt, denn sie ist auch mit einem Deutschen verheiratet.

22.08.2008

Lesenswerter Artikel

Ein interessanter Artikel über die Veränderungen an europäischen, amerikanischen und chinesischen Universitäten. Ein Anpassungs- und Veränderungsdruck liegt auf allen Universitäten weltweit. Hier in China kommt zu den Veränderungen durch die Informationsgesellschaft auch noch der immense Zuwachs an Studenten die jedes Jahr auf die Universitäten einströmen.

19.08.2008

Ruhige Sommertage

Am Wochenende haben Jingjin und ich die leckere Leberwurst aus Deutschland zusammen mit Käse aus dem Supermarkt und einem guten Baguette genossen. Das war sehr lecker. Käse kann man hier in den verschiedensten Varianten kaufen, aber eine gute Wurst ist sehr schwer zu bekommen.

Die Uni ist immer noch in der Sommerpause. Neben dem Programmieren kann ich die Zeit gut zum Chinesisch lernen benutzen. Neben Lexdex benutze ich auch das Karteikartensystem. Es ist etwas schwierig hier Karteikarten zu kaufen, aber unbedruckte Visitenkarten sind eine billige und überall verfügbare Alternative. Hat nur etwas gedauert bis mir das aufgefallen ist. Wenn man die Vokabeln nicht ständig wiederholt, dann hat man sie leider Ruckzuck wieder vergessen.

17.08.2008

Knut auf Chinesisch!

Bei unserem benachbarten Hotel ist Knut. Alles kommt raus, nicht nur die Weihnachtsbäume und die alten Möbel, sondern alles.





Nicht nur da Hotel wird im Moment umgebaut, sondern auch einige Studentenwohnheime in der Uni. Außerhalb der Uni werden jede Menge Geschäfte umgebaut, denn im Moment sind viele Studenten im Sommerurlaub und es ist ein guter Zeitpunkt umzubauen.

15.08.2008

Ruhige Sommertage

Die letzten Tage war es sehr ruhig hier. Die Studenten sind größtenteils in Urlaub. Prof. Liao hat mich gefragt, ob es meine Frau nicht ärgert, dass ich im Sommer jeden Tag arbeiten gehe. Übersetzt heisst das wohl: "bleib zu Hause du Depp!". Ein Rat, dem ich heute folge. Normalerweise gehe ich gerne ins Büro. Die Klimaanlage ist sehr gut und man kann konzentriert arbeiten. Heute will ich jedoch schreiben und muss dazu im Internet recherchieren. Das het etwas besser von zu Hause.

Sonja kam Anfang der Woche von ihrem Urlaub zurück. Ihr Freund Torsten reist noch durch Nordwest-China. Sie berichtete von großen Problemen beim Grenzübergang von Kirgisien nach China, bedingt durch Olympia und die Terroranschläge im Nordwesten. Da wir auf ihre Computer aufgepasst haben hat sie uns, sehr zur Freude Jingjins, eine grosse Tüte Rosinen aus Xinjiang mitgebracht. Darüber hinaus, sehr zu meiner Freude, eine Büchse Leberwurst aus Deutschland.

Stern gegen Spiegel

Der Stern online entwickelt sich langsam zu meiner neuen Lieblingsnachrichtenquelle aus Deutschland. Insbesondere die Olympiaberichterstattung erscheint mir weit besser und ausgeglichener als die Anti-China-Kampagnen des Spiegel. Der Spiegel online erscheint mir zwar immer etwas aktueller, aber der Stern liefert wirklich gute Hintergrundberichte, meiner Meinung nach weit besser recherchiert als die des Spiegels. Auch die Kolumne von Jens Fischer hat sich gebessert und ich lese sie jeden Tag gerne. Besonders gefällt mir die Kolumne "Hier spricht China" von Zhang, Yuanchen. Sie versucht aufzuklären über China und erklärt China aus ihrer Sicht.

"Sexy Tanzen? Sorry, das müssen wir erst noch lernen" ist ein schöner Artikel von ihr. Darin bespricht sie einen Punkt der mir hier immer wieder auffällt und den auch Jingjin jetzt an ihrem Heimatland kritisiert: es gibt keine Parties. Studenten machen keine Parties und es gibt keinerlei Partykultur. Das ist jetzt Mißverständlich, denn Chinesen feiern gerne und auch Studenten feiern zusammen. Ich behaupte daher, Chinesen können sehr gut feiern, aber keine Parties machen. Wo ist der Unterschied? Zusammen feiern definiere ich hier als ein Fest mit Freunden. Man kennt sich, geht zusammen essen, trinken, Karaoke singen, usw. Das kann unheimlich viel Spaß machen und Chinesen, insbesondere wenn sie keine Studenten mehr sind, machen das z.T. sehr ausgelassen. Eine Party hingegen ist ein Event, bei dem ich mit mir unbekannten Menschen zusammen feier. Wir lernen uns erst auf der Party kennen. Das ist hier wirklich sehr selten. Man feiert zusammen mit Freunden, die man, wie Zhang, Yuanchen es so schön formuliert: "unter einen Hut bringen muss", aber nicht mit Fremden.

Zensur nicht nur in China

Der Stern online bringt heute einen Bericht über die Staaten in denen, neben China, noch zensiert wird. Interessant ist vor allem die Unvollständigkeit der Liste. So fehlt z.B. die Türkei, die regelmäßig Youtube wegen Beleidigung des Türkentums sperren lässt. Auch in Deutschland wird zensiert. Erklären sie mal einem Chinesen, warum es völlig OK ist rechtsradikale Seiten zu sperren, Seiten der F@lun Gung Bewegung aber erlaubt sein müssen.

Die Sperrung von Seiten ist nicht das wahre Problem bei der Zensur in China. Sie lässt sich im übrigen spielend umgehen. Eine Reihe von Firefox-Addons (z.B. PhProxy oder gladder), hebeln die Sperrung per Knopfdruck aus. Einige dieser Addins finde ich regelmäßig auf Computern der Uni isntalliert. Es bedarf also keines grossen Hacker Know Hows. Das Problem ist die Unterdrückung der Meinungsäußerung in Foren und Blogs. Diese werden überwacht und gefiltert. Das Wissen darüber führt zur Schere im Kopf.

Der Unterschied ist eben, dass es in Deutschland legal und OK ist die Politiker und Machthaber zu bewerten und zu kritisieren. Aber die Legalität hat auch hier oft ihre Grenzen bei der Meinungsäu0erung gegenüber Firmen. Hier werden das Urheberrecht und das Wettbewerbsrecht in Deutschland als Zensurgehilfen in Stellung gebracht. Eine Entwicklung die durchaus bedenklich ist. Wie frei ist das Internet in Deutschland wenn man Politiker kritisieren darf, nicht aber mächtige Firmen, ihre Produkte oder Geschäftsgebaren?