31.10.2008

Ein weiteres Päckchen aus der Heimat

Heute erreichte mich ein weiteres Päckchen aus der Heimat. Per Luftpost war es nur etwas mehr als eine Woche unterwegs. Besonders freut sich Jingjin darüber, denn dass Päckchen enthält Cremes aus Deutschland. Cremes, Make-Up usw. ist hier nicht nur relativ teurer als in Deutschland, sondern auch absolut.

In der Zwischenzeit habe ich es auch geschafft die Eingabesprache auf meinem neuen Computer umzustellen, so dass ich zwischen Deutsch, Englisch und Chinesisch wechseln kann. Die Leiste für die Änderung der Sprache an der Taskbar konnte ich zwar nicht anschalten, aber ich konnte Hotkeys setzen. Das funktioniert auch ganz gut.

30.10.2008

Timo der Kinderschreck

Nach der Arbeit traf ich mich mit Jingjin vor Chicony, einem großen Kaufhaus in der Nähe unserer Wohnung und meines Arbeitsplatzes. Während ich auf sie wartete kam ein Mann mit seiner Tochter den weg entlang. Das kleine Mädchen sah mich und erschrak. Zeigte auf mich und hielt sich ängstlich am Bein des Vaters fest. Amüsiert beobachtete ich die Szene und ging natürlich dann auch etwas auf die Kleine zu, Spaß muss ja sein. Sie fand das weniger witzig und rannte erstmal weg. Nun bin ich hier ja einiges gewöhnt. Leute starren einen an und Kinder sind des öfteren begeistert und aufgeregt wenn sie mal einen Ausländer sehen. Angst hatte aber bisher noch niemand...

Hoch leben die Einzugsermaechtigungen, sie sollen leben 10000 Jahre

Heute morgen machte ich mich auf den Weg den Strom zu bezahlen. Gestern ist mein erster Versuch an den staendigen Terminverschiebungen gescheitert. Heute musste ich also in das entsprechende Office gehen. Natuerlich hatte es schon zu als ich ankam, da die beste Ehefrau von allen sagte von 9:30-10:00 Uhr, in Wahrheit die Oeffnungszeiten aber von 9:00 Uhr - 9:30 Uhr sind. Die freundliche junge Frau vom benachberten Buero rief die gute Mitarbeiterin an und sagte mir, dass ab 11:00 Uhr die Frau zurueck sei. Nachdem ich dann kurz im Buero war, den Schluessel fuer mein neues Buero abholte und sie gerade dabei waren meienn Computer aufzubauen, habe ich mich also wieder auf den Weg zurueck gemacht.

Das Buero war offen, ich gebe der guten Frau meine Karte, aber.... die Karte war kaputt. Was tun? Anruf bei der besten Frau, sie telefoniert mit dem Vermieter und dieser schickt wiederum die Maklerin vorbei. Mir bleibt nur das Warten und die tausend Fragen der Angestellten. "Ja ich komme aus Deutschland", "ja ich spreche Englisch", "nein, ich bin kein Englischlehrer", usw. Die Maklerin kam dann, die Karte wurde ersetzt und wir haben endlich Strom.

Zurueck im Buero war ich froh, der Computer steht. Leider habe ich ihm noch nicht beigebracht Deutsch zu schreiben, daher fehlen die Umlaute. Irgendwie erscheint das Menue zur Sprachauswahl nicht. Nicht so einfach mit einem Chinesischen XP.

29.10.2008

Lijun verteidigt ihre Doktorarbeit

Heute hatte Lijun die Verteidigung ihrer Doktorarbeit. Der Termin wurde noch am Tag hin und hergeschoben, so dass ich den eigentlichen Termin nur per Zufall erfahren habe. Der Vortrag war natürlich auf Chinesisch. Davon abgesehen war es auch eine schlimme Präsentation. 110 Folien für 30-45 Minuten Vortrag, das kann nicht gut gehen. Die Folien dazu noch voll mit Text, so voll dass ich glaube, dass ihre ganze These irgendwo auf den Folien vertreten war. Mit so vielen Folien, da muss man natürlich plappern wie ein Maschinengewehr. Nun, ich hätte auch kaum was verstanden wenn sie langsam gesprochen hätte, aber ich glaube sie hat auch sonst die meisten Zuhörer abgehängt.

Nach dem Vorteag folgten die Fragen der Prüfer, wobei die Fragen öffentlich gestellt werden. Die Prüfer gönnten sich neben den Fragen auch ein paar Zigaretten, ein Bild das in Deutschland in der Zwischenzeit ungewöhnlich ist, hier aber noch üblich. Was ich von den Fragen verstanden habe, zielten diese, zumindest am Anfang, auf den Vortragsstil ab und darauf, dass der Schwerpunkt des Vortrags nicht klar erkennbar war. Kein Wunder bei 110 Folien. Inhaltlich dürfte der Vortrag und die Arbeit aber sehr in Ordnung gewesen sein, zumindest soweit ich das beurteilen kann.

Nach Lijuns Vortrag folgte noch ein weiterer Vortrag mit anschließender Prüfung. Davon habe ich nicht mehr soviel mitbekommen, nur soviel dass den Prüfern der zweite Vortrag weniger gefiel.

Vermisst habe ich natürlich die anschließende Doktorfeier. Dieser schöne Brauch hat sich leider noch nicht hier durchgesetzt.

Neben den Doktorprüfungen wurden auch die neuen Büros heute verteilt. Ich werde mein neues Büro mit (Associate) Prof. Zhang teilen, was ich so auch erwartet hatte. Die Büros sind neu gebaut und eingerichtet und ziemlich gross. Bei Gelegenheit mache ich mal ein Photo. Den neuen Computer wollten wir uns heute auch noch beschaffen, dafür waren wir jedoch nach dem Ende der Vorträge deutlich zu spät dran.

Nicks Geburtstag

Gestern hatte Nick Geburtstag und er hat uns zum BBQ-Essen in ein Restaurant eingeladen. Nick ist ein alter Schulfreund von Jingjin und daher war ich der einzige Ausländer in der Runde. Am Anfang konnte ich nich einigermaßen mitreden, aber je länger der Abend wurde, desto schneller redeten alle und desto müder wurde ich.

Nick hat sich vor Kurzem frisch verliebt, aber seine Auserwählte hat ihn abblitzen lassen. Das war natürlich das Thema des Abends. Sein Problem war, dass er zu schnell aufs Ganze ging und ihr seine Liebe gestand... beim dritten Date. Naja, das nächste Mal geht er hoffentlich etwas geschickter vor.

25.10.2008

Old School Party

Gestern hatten wir um 19:30 Uhr ein Seminar mit Studentenvorträgen. Das hat sich bis 22:00 Uhr hingezogen und ich war danach genau in der richtigen Stimmung für ein Freitagabend-Feierabendbier. Also ab ins Ausländerwohnheim. Dort war es wie früher, mit relativ vielen Leuten und Musik, eine nette kleine Party im Gange. Fast alles ältere Studenten und wir hatten Spaß. Als dann auch noch selbstgebrannter Schnapps aus Albanien aufgetischt wurde war klar: heute geht keiner mehr aus, denn die beste Party ist hier.

24.10.2008

Im Osten nichts Neues

Schon ein Weilchen ist es still auf dem Blog, da in letzter Zeit nichts besonderes passiert ist. Die tägliche Routine schleicht sich ein. Im Moment bin ich die meiste Zeit mit arbeiten und Chinesisch lernen beschäftigt. Dazwischen bleibt nicht mehr viel Zeit. Es ist erstaunlich wieviel man arbeiten und lernen kann wenn man nicht durch den Fernseher abgelenkt wird. Wenn es nicht das chinesische tudou.com gebe, dass dankbarerweise voller neuer amerikanischer Serien ist, dann hätte ich sogar noch mehr Zeit.

Jingjin neuer Job macht sie mehr und mehr zur Einkaufsexpertin. Manager sammeln Flugmeilen, Jingjin Einkaufspunkte. Im Chicony, einem vglw. teuren Kaufhaus bei uns "um die Ecke", hat sie letzte Woche die Goldene VIP Karte bekommen. Dafür hat sie einmal für 6000 RMB (ca. 600 €) und einmal für 2000 RMB (ca. 200 €) Zigaretten und Schnapps für die Firma gekauft. Jetzt dürfen wir drei Stunden kostenlos parken, besonders praktisch ohne Auto und ich darf in den VIP Warteraum während meine Frau einkauft. Super.

15.10.2008

Ein Paket aus der Heimat

Kurz vor dem Wochenende erreichte uns ein "Care-Paket" aus der Heimat, gefüllt mit Schokolade. Das Paket war ca. 2 Monate unterwegs und hat die Reise relativ unbeschadet überstanden.



Die Schokolade aus Deutschland ist wirklich sehr lecker und wir haben schon fast vergessen wie gut sie im Vergleich zur hiesigen Schokolade ist. Kurz und gut, viel ist nicht mehr davon übrig, obwohl wir versuchen uns zurückzuhalten.

09.10.2008

Vier Jahre schon

Heute vor vier Jahren haben Jingjin und ich uns zum ersten Mal getroffen. Deswegen habe ich sie heute, nach meiner Rückkehr aus Beijing, zum Essen eingeladen und ihr einen Blumenstrauß gekauft. Über die Blumen war sie sehr erfreut und total überrascht.



Sie hatte keinen so guten Tag bei der Arbeit. Seit viert Tagen muss sie "richtig" arbeiten. Sie muss allerlei Verwaltungskram in Excel-Tabellen hacken, Material für die Filialen einkaufen und verwalten, usw. Nachdem sie sich anfänglich darüber beschwert hat nichts zu tun zu haben, ist sie jetzt im Stress. Auch spielt jetzt das Machtgefüge im Büro und die persönlichen Beziehungen der Mitarbeiter, fast alles Frauen, untereinander eine immer größere Rolle. Daran muss sie sich auch erst noch gewöhnen.

08.10.2008

Empfang zum Tag der Deutschen Einheit

Mit dem Flieger ging es morgens nach Beijing zu einem Meeting mit Infoterra. Das Wetter in Beijing ist super und die Luft ist sehr klar. Nach meiner Ankunft hatte ich zunächst Probleme mein Hotel zu finden. Es ist versteckt in einem Hutong und ich hatte Schwierigkeiten die Adresse zu interpretieren. Schließlich habe ich es aber doch gefunden und bin gleich eingezogen. Dann ging es ab zu Infoterra. Ralf hat mich dann auch gleich zum Mittagessen ins deutsche Restaurant "Schindler" eingeladen. Dort hatte ich ziemlich leckeres Schweinefilet mit Käsespätzle. Nach unserem Meeting bin ich dann schnell ins Taxi gesprungen um noch vor Dienstende das Deutsch-Chinesische Wissenschaftszentrum zu erreichen. Dort habe ich ein kleines Paket für den chinesischen Direktor abgegeben und dann ging es mit dem Taxi zurück ins Hotel.

Dann fuhr ich in die Deutsche Botschaft, denn ich war eingeladen zum Empfang der Botschaft. Über 2300 Gäste bevölkerten das Botschaftsgelände. Die meisten im Anzug oder in Ausgehuniform. Ich war casual, also etwas underdressed, aber noch im Rahmen. Ich hab mich umgeschaut, ob ich vielleicht jemanden kenne aber niemanden entdeckt. Ist auch nicht so leicht bei so vielen Gästen. Dann habe ich mich an der Schlange zum Essen angestellt. Es dauerte ewig, das Essen war aber ziemlich gut. In der Schlange kam man ins Gespräch und so gesellte ich mich zu einer Gruppe Architekten.



Die Botschaft

Wir stellten dann fest, dass wir exakt an der falschen Schlange angestanden hatten, überall sonst ging es deutlich schneller. Statt Bier und Wein sind wir dann auf Champagne umgestiegen und die freundlichen Damen vom Lufthansa Partyservice kamen kaum hinterher. Bevor ich nach Hause bin habe ich mich noch mit einem älteren Herrn unterhalten, der auch mit uns in der Schlange wartete. Ein Mitarbeiter des Generalkonsulats in Shanghai wie sich herausstellte. Ich sagte ihm mir würden die Bierkrüge hier gut gefallen und ich würde am Liebsten einen klauen, ist ja schließlich ein altes Hobby von mir. Er meinte, dass wäre schon in Ordnung und ich könnte ihn einfach mitnehmen. Gesagt getan und so habe ich jetzt einen Bierkrug zu Hause.

Verpasst habe ich Ex-Bundeskanzler Schröder, der sich auch auf der Party herumgetrieben hat. Ministerpräsident Wulf habe ich zwar gesehen, aber das ist kein Ersatz. Herrn Schröder hätte ich schon gerne mal gesehen. Mit berühmten Personen vertraute Mitarbeiter versicherten mir, dass beide, Schröder und Wulf, sehr nette und umgängliche Menschen seien, was man allerdings von vielen ihrer Berufskollegen nicht sagen könnte.

04.10.2008

Wuhan als neues Wirtschaftszentrum von Zentralchina

Wuhan liegt strategisch günstig im Zentrum Chinas und ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes. Im Rahmen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und der zunehmenden Konzentration auf den inländischen Markt spielt Wuhan eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Die Regierung hat nun beschlossen bis zum Jahr 2020 ungefähr 100 Milliarden Euro in die Entwicklung Wuhans und acht weiterer Städte in Hubei zu stecken. Mehr dazu bei All Roads Lead To China und China Daily.

02.10.2008

Wandern am Ostsee

Mit einer Wanderung am Ostsee von Wuhan entlang haben wir den heutigen Tag begonnen. Da überall in China Ferien sind, sind auch ziemlich viele Leute und Autos unterwegs. Der Verkehr stört etwas, aber wir genießen es trotzdem hier. Nach ungefähr vier Stunden sind wir ziemlich müde und sind froh wieder die Stadt erreicht zu haben und ein Taxi nehmen zu können.




Brian ist in der Zwischenzeit wieder zu einem Besuch in Wuhan eingetroffen. Es wird sicherlich lustig mit ihm in den nächsten zwei Tagen.

01.10.2008

Wuhan Botanical Garden

Diese Woche haben wir Urlaub, denn das ganze Land feiert den 1. Oktober, die Gründung der Volksrepublik China. Dafür mussten wir am Wochenende arbeiten, was ziemlich blöd ist. Heute haben wir den freien Tag genutzt um zum Botanischen Garten in Wuhan zu fahren. Ein ziemlich gutes Ausflugsziel und ein echter Fehler, dass wir nicht schon früher hingefahren sind. Natürlich war es sehr voll, denn jedermann hat ja jetzt Urlaub. Die Busfahrt war also nicht sehr bequem, im Park selbst ging es dann aber. Zum Bedauern von Jingjin hatten wir vergessen die Batterie der Kamera vorher aufzuladen, so dass wir nicht so viele Bilder machen konnten.