27.12.2009

Luca macht Werbung

Schon Mitte Dezember hat Luca seine ersten Photos als Werbemodell gemacht. Bisher habe ich es nicht erwähnt, da die Photos eine Weihnachtsüberraschung sein sollten.

Die Agentur bei der wir seine ersten Photos gemacht haben hat uns angerufen und uns gesagt, dass eine Firma Luca als Werbebaby haben möchte. Geld gab es leider keins, aber Freikurse und dazu noch alle Photos umsonst. Warum nicht sagten wir uns, obwohl wir sicher auch noch etwas Gel hätten rausschlagen können, aber weitere Profibilder von Luca wären auch eine prima Weihnachtsüberraschung (was sie ja auch waren).

Weihnachten


Am Weihnachtsabend geht es in China rund. Jeder rennt in die Shoppingmalls oder geht Essen. Wir nicht. Diesmal blieben wir zu Hause um eine stille Nacht zu verbringen. Wir bestellten uns Pizza. Mit einem billigen Plastikweihnachtsbaum und etwas Weihnachtsmusik kam auch ein bisschen Weihnachtsstimmung auf, so dass Luca sein erstes Weihnachtsfest feiern konnte. Eigentlich hat er davon nicht viel mitbekommen, doch seine neues Spielzeug gefällt ihm.

12.12.2009

Tischtenniswettbewerb

Unser Tischtenniswettbewerb ging gestern zu Ende. Ich spielte im gemischten Doppel mit, wobei ich ein Traumpaar mit der vermutlich schlechtesten weiblichen Spielerin bildete. Ich war definitiv der schlechteste männliche Teilnehmer, so dass wir natürlich vorgestern schon in der ersten Runde rausgeflogen sind. Gestern waren die Halbfinals und das Finale.

Schön ist, dass jeder Teilnehmer Geld in Form von Einkaufsgutscheinen erhalten hat. Immerhin 50 RMB für mich und 400 RMB für die Gewinner. Diese Einkaufsgutscheine bekommen wir öfters, unter anderem auch während jedes Institutsmeetings. 5 Euro für die Teilnahme an einem Institutsmeeting! Da würde man sich in Deutschland auch darüber freuen.

02.12.2009

Judenverfolgung im Taxi

Unterhaltungen mit Taxufahrern sind immer wieder lustig und interessant, insbesondere wenn man tatsächlich etwas Chinesisch kann. Nach der typischen Frage wo ich denn herkomme, kam gestern zum ersten Mal (vielleicht habe ich es auch zum ersten Mal richtig verstanden) die Frage des Taxifahrers, warum wir in Deutschland unter Hitler eigentlich die Juden so gehasst haben. Eine wirklich gute Frage. Ich versuchte es über den Hass auf Andersartige, den religiös motivierten Antijudaismus und auch über den Neid auf den "reichen Juden" zu erklären. Letzteres verstand der Fahrer nicht, nicht aus sprachlichen Gründen, sondern es war ihm nicht klar, wie man etwas dagegen haben kann Geld zu verdienen. Auch den Neidfaktor wollte er nicht wirklich einsehen.

Mein zweiter Fahrer kam wieder auf das Thema Geld zu sprechen, erklärte mir gleich, dass ich doch blöd sei und sowieso in China viel zu wenig verdienen würde, es sei doch besser in Deutschland richtig viel Geld zu verdienen und sich dann in China früh zur Ruhe zu setzen. Ganz unrecht hat er ja nicht.

22.11.2009

Kaffeepause mit chinesicher Charakteristik

Unsere Kaffeepause am Institut hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Von einer einfachen Kaffeepause mit Kaffee und Tee wurde es zu einem opulenten Frühstück mit frischen Früchten. Das war auf Dauer jedoch mit zuviel Arbeit verbunden. Nach einer kurzen Pause wurde sie nun wiederbelebt, in einfacherer Form. Doch eine einfache Pause mit Kaffee und Geplauder ist zu langweilig. Deswegen wird jetzt regelmäßig Tischtennis gespielt, am Freitag sogar ein richtiges Match. Ich bin dabei zwar nur Zuschauer, denn die Kollegen spielen alle deutlich besser als ich, doch ist es auch ein großer Spaß dabei zuzusehen und gemütlich seinen Kaffee zu schlürfen.

17.11.2009

Kälteeinbruch

Es ist richtig kalt geworden und seit gestern liegt auch etwas Schnee. Bei -2 Grad macht es besonders viel Spaß, denn die Wohnungen haben keine Heizung. Wir sitzen daher alle dick eingemümmelt zu Hause. Eine kleine Elektroheizung heizt wenigstens unser Schlafzimmer etwas auf. Im Büro ist es auch OK. Notfalls heizen wir dort per Klimaanlage. Aber andernorts ist das Tragen einer dicken Federjacke Pflicht.

14.11.2009

Geburtstag

Den gestrigen Geburtstag haben wir zunächst familiär beim Hotpot-Essen gefeiert. Wegen dem vielen Rauch da konnte Luca nicht mit und der Schwiegerpapa hat auf ihn aufgepasst. Natürlich wachte Luca dann irgendwann zu Hause auf, war hungrig und die Mama musste zurück kommen, so dass ich den Rest mit meiner Schwiegermama alleine aufgegessen hab.

Dann ging ich ins Blue Sky um mich mit Judith, Veikko und Chris zu treffen. Blue Sky war wiedermal ziemlich leer, was uns aber nicht weiter gestört hat. Nach der Rückfahrt mit dem Taxi noch etwas BBQ gegessen und dann bin ich auch ins Bett gefallen.

04.11.2009

Der will doch nur spielen

Luca wird immer größer. Es isst schon, mehr oder weniger bereitwillig, seinen Brei und trinkt regelmäßig Saft. Er will jetzt aber auch immer schön unterhalten werden. Alles wird recht schnell langweilig. Die letzten Tage war es besonders schwierig, da es jetzt kälter ist. Er muss dann mehrere Kleidungsschichten anziehen, was ihm überhaupt nicht passt. Ganz allgemein, passt ihm jetzt so Einiges nicht mehr. Wenn ein Spiel langweilig wird, dann hat man das sofort zu beenden und etwas anderes mit ihm zu unternehmen. Es ist natürlich auch ziemlich langweilig zu Hause, so dass Jingjin heute mittag ihn einfach gepackt hat und den ganzen Nachmittag mit ihm spazieren war. Ist zwar nicht so einfach alleine, hat aber den Vorteil, dass er so abends schön müde ist. Ihm macht es ohnehin sehr viel Spaß draußen zu spielen.

03.11.2009

Sturm

Es stürmte die Nacht über und dazu kam es noch zu einem ziemlichen Kälteeinbruch. Nachts um die 3 Grad und tagsüber 9 Grad. Vor Kurzem waren es noch 29 Grad. Der Sturm hat auch bei uns gewütet. Das Küchenfenster hat es aus der Verankerung gerissen und dann hat der Wind das Fenster gegen die Wand gedonnert, so dass eine Scheibe zu Bruch ging.

02.11.2009

Wochenende

Am Samstag gingen Jingjin und ich, zum ersten Mal seit der Geburt von Luca, gemeinsam Abendessen ohne Luca. Die Schwiegereltern passten auf ihn auf. Da er jetzt auch schon Brei essen kann, ist das kein großes Problem mehr, obwohl wir uns dann trotzdem beeilten und gleich nach dem Essen wieder zurück geeilt sind. Eigentlich wollte ich danach auf das Clueso Konzert auf der Deutsch-Chinesischen Promenade gehen. Doch es stürmte und regnete, so dass ich es mir anders überlegt habe. Schade, denn das Konzert am Donnerstag habe ich verpasst, weil ich von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr Vorlesung in der Hochschule der Geowissenschaften gehalten habe.

Sonntags wollten wir dann allesamt zur Deutsch-Chinesischen Promenade. Wir sind auch hingefahren, doch war am Samstag der letzte Tag und man war gerade am Abbau. Pech gehabt. Zurück hätten wir beinahe kein Taxi bekommen, obwohl es erst 16:00 Uhr war. Es wird wirklich immer schlimmer mit dem Verkehr hier.

27.10.2009

Sonja ist (kurz) zurück

Sonja ist auf einem Workshop in Wuhan und wir konnten gestern kurz zusammen ein Bierchen in einem BBQ-Restaurant trinken. Heute ist sie schon weitergezogen auf Exkursion.

26.10.2009

80iger Geburtstag und Lucas Bilder

Gestern war die Feier zum 80sten Geburtstag von Prof. A., dem ehemaligen Leiter meines Institutes in Stuttgart. Ich schaute auch vorbei, v.a. zu den Vorträgen die von den alten Zeiten berichteten. Prof. Li Vortrag über seine Zeit in Stuttgart war besonders interessant.

Danach hatte ich aber noch einen wichtigen Termin. Wir mussten Bilder aussuchen. Luca war beim Photographen und nun mussten wir die Ergebnisse begutachten und die Bilder aussuchen die wir kaufen wollten. Es fällt einem immer schwer einige Bilder nicht zu nehmen, denn sie sind alle schön. Aber da muss man recht streng sein, sonst wird der Spaß zu teuer.

24.10.2009

100 Jahrfeier und Eröffnung der Deutschen Promenade

Früh morgens musste ich ins Büro, um die Rollups weiterzugeben. Nach unserem Workshop haben wir sie in unserem Büro eingelagert, aber leider hat man sie schon gestern gebraucht. Ich war aber in Peking und mein Kollge auf Hainan.

Heute ist die Feier zum 100sten Geburtstag von Prof. Wang, dem Gründer der Photogrammetrie in China. Eine Riesenveranstaltung mit allerlei Profs., v.a. auch aus Deutschland. Leider kann ich nicht daran teilnehmen, denn ich gehe stattdessen zur Eröffnung der Deutsch-Chinesischen Promenade im Stadtteil Hankou. Gerhard Schröder soll vorbei kommen.

Zunächst schau ich mir dort die Promenade an. Dann geht es zur Haupttribühne. Ich gehe in den VIP-Bereich und freue mich auf echte VIP-Getränke, nämlich Cola und Sprite. Zunächst spielt eine Techno-Percussion Band. Ziemlich laut. Wir langweilen uns schon etwas. Ich treffe noch auf David, meinen alten WG-Mitbewohner aus Studentenzeiten an der Wuhan Uni. Er macht ein Praktikum beim Daimler und betreut dort den Stand in Wuhan.

Endlich kommt auch Gerd und ich kann ihn aus der Ferne sehen.


Viele Reden später gibt es dann endlich ein Freibier im Biergarten. Uwe ruft mich an, ich soll doch noch vorbeikommen, da er morgen wieder zurückfliegt. Ich schnapp mir ein Taxi und düse zurück nach Wuchang und wir trinken noch ein Abschiedsbier.

23.10.2009

Zurück aus Peking

Heute kam ich zurück von einer Konferenz in Peking. Zum ersten Mal hatte ich Studenten dabei, die auch noch meine Vorträge hielten. So konnte ich mich entspannt zurücklehnen und nur zuhören.

Auch sonst lies ich es mir gut gehen. Mit einem Freund aus Peking waren wir in einem französischen Restaurant. Sehr edel und recht teuer, aber das Essen war es allemal wert.

Auf dem Rückflug traf ich dann auf eine Gruppe Profs auf dem Weg nach Wuhan. Unser gemeinsamer Flug hatte zwei Stunden Verspätung und so kamen wir erst spät abends an. Die Herren waren auf dem Weg zur Feier des 100sten Geburtstags von Prof. Wang, dem Gründer der Photogrammetrie in China.

19.10.2009

Die Zeit des warmen Bieres

Der Herbst ist da. Man kann das ganz einfach feststellen, denn die meisten Restaurants und Supermärkte haben den Verkauf kalter Getränke eingestellt. Man bekommt einfach kein kaltes Bier mehr. Das ist das sicherste Zeichen in Wuhan, dass der Herbst eingetroffen ist.

Busfahrer hat's eilig

Heute morgen hatte es mein Busfahrer wohl besonders eilig. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen er musste auf den Bus. Schon bei der zweiten Haltestelle (ich stieg an der ersten ein), hielt er es nicht für nötig anzuhalten. Er raunzte kurz durch den Bus ob jemand aussteigen wolle, dann trat er aufs Gas. So ging das einige Stationen. Nur wenn es nötig war hielt er kurz an und schnauzte jeden an: "Schnell, schnell" schloss die Türen und trat wieder aufs Gas. Auf dem
Weg durch die Stadt überholten wir mindestens vier Busse der gleichen Linie. Die an den Bushaltestellen wartenden Passagiere fanden es wahrscheinlich weniger lustig, aber ich kam schnell durch die Stadt und der Bus war auch ziemlich leer. Kein Wunder, er ließ ja auch kaum
jemanden einsteigen.

17.10.2009

Bier mit Barry

Abends habe ich mich mit Barry endlich auf ein Bier getroffen. Barry wohnt über uns, ist PostDoc in Biologie und erhielt ebenfalls ein Young Scientist Projekt. Ich habe gedacht Barry, der in England geboren wurde, wäre koreanischen Ursprungs, doch seine Eltern sind Chinesen. Der anders geschriebene Nachname liegt an der anderen Umschrift der Hongkong Chinesen. Da Barry seine Frau in Korea kennengelernt hat, lag der Verdacht dann zwar nahe, doch ich lag
trotzdem falsch.

Im Verlauf des Abends meinte Barry, er hätte noch nie eine Schlägerei in China gesehen. Wir saßen an der Guang Ba Lu und ich meinte, dass ist hier nur eine Frage der Zeit. Spät abends kann dies immer passieren. Es geschah jedoch schon früher. Eine große Gruppe verfolgte
einen jungen Mann. Der stolperte letztlich über ein Fahrrad, erhielt ein paar Tritte, rappelte sich aber wieder auf. Seine Freunde trafen ein und es gab eine etwas undurchsichtige Rangelei. Ein Tisch und mehrere Mülleimer flogen, jedoch traf nichts sein Ziel. Dann trennten sich die Gruppen, ohne dass es größere Verletzungen gegeben hätte.

Wenig später traf die Polizei ein, war aber zu spät dran. Barry erzählte mir dann ein paar Anekdoten von Barschlägereien in Schottland und wir tranken auf den Schreck hin erstmal noch ein weiteres Bier.

15.10.2009

100 Tage Luca

Das Institut lud Luca, meine Frau und mich zum Abendessen ein, damit wir Lucas 100 Tage feiern können. Neben dem Manyue, der Feier nach der Vollendung des ersten Monats, gibt es auch die Feier nach 100 Tagen. Wir feierten in einem großen Raum mit ungefähr 20 Personen, alles Kollegen von mir. Unser Direktor war wieder einmal, wie während Manyue, mit dem Flieger von Peking nach Wuhan unterwegs. Diesmal landete die Maschine pünktlich, so dass er gerade noch eintraf. Eigentlich waren wir schon im Aufbruch begriffen, aber so hieß es Kommando zurück und wir bestellten noch ein paar Gerichte mehr und tranken auch noch etwas mit dem Direktor. Insgesamt eine sehr schöne Feier.

14.10.2009

Young Scientist Projekt

Endlich ist das Projekt endgültig genehmigt und ich bekam mein blaues Büchlein in dem die Projektmittel verwaltet werden. Dazu musste mein Kollege eine Erklärung schreiben, dass ich wirklich im Institut arbeitete. Diese wurde abgestempelt und zusammen mit meinem Ausweis
ging es zum zuständigen Büro. Dort wollte man von alldem jedoch gar nichts wissen und händigte mir alle Unterlagen einfach so aus. Aber wehe wenn ich nur ein Dokument nicht dabei gehabt hätte, dann wollen sie immer genau das Ding sehen

07.10.2009

Ferien

Noch haben wir frei. Ich habe die Zeit genutzt um gleich einige Blogeinträge aus der letzten Zeit zu veröffentlichen. Ab Freitag geht es wieder mit der Arbeit los.

05.10.2009

Nach Wuhan und zurück nach Deutschland

Kurz vor der 60-Jahrfeier der Volksrepublik fliegen wir allesamt nach Wuhan. Dort verbringen wir etwas ruhigere Tage mit wenigen Besichtigungen. Zum Mid-Autumn-Festival waren dann alle bei Jingjins Oma eingeladen und so konnten meine Mutter und mein Bruder einer Familienfeier beiwohnen. Gestern abend ging es dann für unseren Besuch nach Peking und heute morgen zurück nach Deutschland.

29.09.2009

Deutsche Botschaft und Himmelstempel

Morgens ging es für Jingjin, Luca und mich zur Botschaft um Lucas Pass ausstellen zu lassen. Danach sammelten wir uns für einen Besuch beim Himmelstempel. Von den vielen Besichtigungen schon sichtlich ermüdet wanderten wir recht lustlos umher.

28.09.2009

Sommerpalast

Die Omas und Luca im Sommerpalast

Nach einer kurzen Kaffeepause bei McDonalds ging es mit dem Taxi zum Sommerpalast. Der Verkehr in Peking macht meiner Mutter zu schaffen und die lange Fahrt zum Sommerpalast war kein Spaß. Nach dem Sommerpalast fuhren wir noch zum Olympiagelände und besichtigten das Olympiastadion.


Danach gingen wir noch gut im South Beauty Essen. Das Restaurant kenne ich noch vom ISPRS-Kongress und wir haben es auf Anhieb gefunden. Ich hatte nur vergessen, dass das Essen dort relativ scharf ist.

27.09.2009

Verbotene Stadt

Morgens fahren wir, nach einem kurzen Kaffee im Hotel, zur Verbotenen Stadt. Doch: der Eingang ist zu. Wegen der 60-Jahrfeier am 01.10.2009 ist der Haupteingang geschlossen. Wir wandern etwas herum und erfahren, dass man durch den Hintereingang die Verbotene Stadt betreten kann. Dazu müssen wir allerdings einmal um die Verbotene Stadt herumlaufen.

Luca in der Verbotenen Stadt

In der Verbotenen Stadt war es dann vergleichsweise leer. Wir schlenderten herum, bis zur Aufforderung das Gelände zu verlassen, bevor das Museum schließt. Danach hatten wir noch etwas Probleme ein Taxi zu finden, aber schließlich schafften wir es doch alle zurück ins Hotel.

Die versammelte Reisegruppe

26.09.2009

Nach Peking

Heute kommt meine Mutter und mein älterer Bruder zu Besuch nach China. Wir treffen uns in Peking und verbringen da die ersten Tage zusammen. Jingjn, ihre Mutter, Luca und ich nehmen früh am morgen die erste Maschine nach Peking. Für Luca und Jingjins Mutter ist es die erste Flugreise.

Luca und seine Oma zum ersten Mal im Flugzeug

In Peking warten meine Mutter und mein Bruder schon auf uns. Sie sind schon um ca. 6:00 Uhr gelandet. Zusammen fahren wir dann ins Hotel. Danach geht es zu Ralf, er leiht uns einen Kinderwagen für die nächsten Tage. Dann geht es zum Platz des Himmlischen Friedens. Unsere Taxen werden getrennt, so dass wir uns erst suchen und finden müssen. Gar nicht so einfach. Danach essen wir Pekingente und versuchen dann ein Taxi nach Hause zu nehmen. Leider darf kein Taxi hier halten, so dass wir ein gutes Stück zu Fuß gehen müssen, bis wir endlich ein Taxi zurück ins Hotel nehmen können. Unterwegs bilden sich immer wieder Grüppchen um Lucas Kinderwagen und die Leute sind ganz vernarrt in ihn und sein volles Haar.

Pekingente

25.09.2009

Workshop zu Ende

Gestern ging der Workshop zu Ende und die Teilnehmer sind größtenteils schon auf dem Weg zurück nach Hause. Es war ein schöner und gelungener Workshop und wir, als Veranstalter, sind froh, dass alles einigermaßen reibungslos über die Bühne ging. Am letzten Abend haben wir nach dem offiziellen Abendessen noch ein Bierchen in einem kleineren Lokal getrunken. Ein gelungener und fröhlicher Abschied. Das nächste Mal sehe ich die meisten wahrscheinlich in Deutschland oder auf dem Symposium in Wien wieder.

19.09.2009

Der Workshop kommt näher

Nächste Woche beginnt der Workshop und die Vorbereitungen sind nun fast abgeschlossen. Es bleibt zwar noch allerhand Kleinkram zu erledigen, aber das Wichtigste ist bereits erledigt. Ab Sonntag treffen dann die Teilnehmer ein. Das heißt, dass die nächste Woche ziemlich stressig wird. Danach mach ich erstmal Urlaub.

15.09.2009

Beschäftigt

Die letzten Tage waren sehr busy. Von Donnerstag bis Samstag war ich auf der ISDE6-Konferenz in Peking. Wenn ich schonmal da war habe ich mit Ralf in einem deutschen Restaurant gegessen und am Tag danach mit Olaf in einem russischen. Beides gut, wobei das russische deutlich besser war. Das Restaurant hat sogar eine eigene Brauerei und ziemlich leckeres Bier.

Ansonsten begann die heiße Phase der Vorbereitungen zu unserem Deutsch-Chinesischen Workshop und für den Familienbesuch. Alles in allem ist die Zeit recht knapp.

Die neuen Studenten sind da und marschieren nun den ganzen Tag vor meinem Büro auf- und ab. Füxe! Seit gestern gibt es auch wieder Kaffeepause, eine gute Gelegenheit mit den Kollegen zu tratschen und an meinem Chinesisch zu arbeiten. A propos, heute ging es auf die Unikasse, da ich eine Frage zur Abrechnung ausländischer Rechnungen hatte. Ich nahm mir eine Studentin als Übersetzerin mit, doch die Gute blieb arbeitslos. Ich hab das Ganze auf Chinesisch mit der dortigen Mitarbeiterin geklärt. Ging recht problemlos. Da war ich nachher ziemlich überrascht und auch etwas stolz.

06.09.2009

Veikko ist zurück

Das neue Semester geht bald wieder los und die Studenten kehren zurück an die Uni. Darunter auch ein alter Bekannter: Veikko aus Namibia. Er ist nach zwei Jahren nun wieder zurück in Wuhan um seinen PhD zu machen. Wir kennen uns bereits seit 2004 und hatten damals eine gute Zeit zusammen. Auch Champoo aus Thailand, die letztes Jahr unsere Gruppe besuchte, ist nun zurück und wird bei uns ihren PhD machen.

Vorbereitungen

Die Woche war erfüllt mit allerlei Vorbereitungen und Planungen. Das Semester beginnt nächste Woche und die Deadline für die Asian Conference of Remote Sensing rückt näher. Darüber hinaus rückt auch Termin für den Workshop im Rahmen von Deutschland und China gemeinsam in Bewegung immer näher und es ist noch allerhand vorzubereiten. Es ist ja noch nichtmal das endgültige Programm fertig. Meine Mutter und mein Bruder kommen zu Besuch und es wird auch hier langsam Zeit sich um das Hotel und um die Inlandsflüge zu kümmern. Außerdem geht es nächste Woche auf die ISDE6 Konferenz nach Peking und ich muss noch meinen Vortrag vorbereiten. Es bleibt also noch einiges zu tun.

Luca ist das jedoch ziemlich egal

22.08.2009

Kapitalistenausbeuter

Ja, wir haben ja jetzt auch eine Ayi. Die gute Frau arbeitet bevor sie um 10:00 Uhr zu uns kommt als Putzfrau in der Computercity, dem großen Markt für Computer und Einzelteile. Wenn sie uns um 12:00 Uhr verlässt geht es nach Hause zum kochen und dann schuftet sie den ganzen Nachmittag auf einer Baustelle.

Die gute Frau ist aber keineswegs arm, im Gegenteil. Sie und ihr Mann haben einige Eigentumswohnungen die sie vermieten. Dadurch allein verdienen sie pro Monat schon mehr als ich. Außerdem verdient ihr Mann ja auch noch Geld. Die Baustelle auf der sie nachmittags schuftet ist übrigens eine dieser Eigentumswohnungen die sie derzeit in Eigenregie renovieren. Handwerker sind ja zu teuer.

Warum tut sich die Frau, der man ihr gutes Einkommen nicht gleich ansieht, dass eigentlich an? Warum putzt sie in der Computercity und kocht für uns? Ihre Antwort: sie hat doch einen Sohn und der braucht später viel Geld (Studium, Auto, Eigentumswohnung, Hochzeit, usw.). Ich glaube wir müssen auch schonmal anfangen mit sparen.

19.08.2009

Zombie-Science

Endlich mal ein wissenschaftliches Paper zu einem Thema das uns schon immer interessiert hat:

When Zombies Attack: Mathematical Modeling of an Outbeak of Zombie Infection

Irgendwie muss ich es schaffen das Paper in einem meiner Paper zu zitieren.

18.08.2009

Wieder beim Babyschwimmen

Heute ist es wieder richtig heiß in Wuhan, es hat zwischen 37-38°. Trotzdem machten wir uns auf zum Babyschwimmen. Die Schwestern dort waren wieder ganz vernarrt in Luca und machten unzählige Photos mit ihren Handys und Kameras. Dabei haben sie ganz vergessen Geld zu verlangen, so dass Luca heute kostenlos schwimmen war.

Luca beobachtet das Treiben um sich herum

Alle machen ein Photo von Luca

17.08.2009

Wochenende

Das Wochenende haben wir bei den Schwiegereltern verbracht. Eigentlich war ich kaum da, da ich meist arbeiten war. Außerdem habe ich mir auch immer ein schönes Abendessen gegönnt. Das ewige gesunde Essen ödet einen doch ganz schön an. Sogar Jingjin hat sich schon beschwert. Deswegen haben wir uns am Sonntagabend dazu entschlossen etwas ganz ungesundes bei McDonalds zu bestellen und uns liefern zu lassen. Sehr praktisch und erstaunlich lecker, wenn man schon lange kein Fastfood mehr hatte.

12.08.2009

Luca geht schwimmen

Luca war heute beim Babyschwimmen. Das hat ihm großen Spaß gemacht. Unsere Auslandskrankenkasse hat alle Behandlungskosten für die Geburt übernommen, dass hat seinem Papa froh gemacht. Tatsächlich kam sie vergleichsweise billig davon. In Peking kostet die Geburt im "Ausländerkrankenhaus" ca. das 5-10fache. Dabei waren wir schon in einem vglw. teuren privaten Hospital.

Endlich VPN

Die Great Firewall of China ging mir jetzt lang genug auf den Geist. Ab sofort wird sie per VPN umgangen. Alle Pakete zunächst in die USA und dann einmal um die Welt zu schicken ist zwar nervig und auch ein bisschen langsam, aber endlich kann ich wieder vernünftig bloggen und YouTube schauen. Ich hab auch die älteren Posts angepasst und ein paar weitere Bilder hochgeladen

11.08.2009

Krankenhaus (schon wieder)

Soll der Blog jetzt etwa umbenannt werden in Krankenhaus-Timo? Nein, das ist zum Glück nicht nötig. Wir waren nur mit Luca bei einer Standarduntersuchung, die 42 Tage nach der Geburt durchgeführt wird. In unserem Fall waren es dann 44 Tage. Viele andere Mütter/Väter und ihre Kinder waren auch da. Eine prima Gelegenheit, insbesondere für die Mütter, die Babies zu vergleichen. Luca war natürlich als mixed-baby der Star und die Krankenschwestern durften ihn alle ein bisschen halten. Er hat nun schon 5.7 kg (kleines Dickerchen) und ist mit 60cm deutlich länger als seine Altersgenossen. Seine Mami war aber enttäuscht, denn viele andere Babies sind viel weißer als er, wo sie doch so auf ein blütenweißes Baby gehofft hat.Danach haben wir noch seine Gelbsucht überprüfen lassen. Die Werte gingen weiter nach unten und liegen jetzt im Normalbereich. Zwischen all den Untersuchungen wurde Luca natürlich hungrig. Wir konnten ihn dann in einem unbenutzten Zimmer füttern.

Während seine Mami untersucht wurde passte ich dann auf ihn auf. Luca mag es jedoch nicht wenn Papi sitzt, nein dass darf nur die Mami. Papa muss ihn tragen bis er einschläft. So schlenderte ich also durch die Gänge, ein quengelndes Baby im Arm und zig Ärzte und Schwestern mit guten Ratschlägen um mich herum. Da ihn jede mal halten wollte, kam er natürlich auch nicht zum schlafen. Letztlich war er aber doch recht brav und schlief dann ein.

Wenn man es als Ausländer in China (v.a. in Städten mit wenig Ausländern wie Wuhan) schon gewohnt ist, dass einem die Leute hinterherschauen, dann ist das kein Vergleich zu dem "Superstar"-Status eines Ausländerbabies in China. Er ist nicht blond, sonst wären die Leute ganz aus dem Häuschen, aber wo auch immer wir hingehen, alle Blicke sind auf ihn gerichtet.

07.08.2009

ManYue mit den Kollegen

Gestern haben wir einige meiner Kollegen zum Abendessen eingeladen um Lucas ersten Lebensmonat zu feiern. Im Moment sind Ferien, so dass eine Vielzahl von Kollegen in Urlaub oder auf Dienstreise ist. Trotzdem haben sich einige eingefunden und Luca begrüßt. Wir hatten Spaß und Luca war auch ziemlich brav und hat sich von Tante Wan aus der Personalabteilung und von Little Shi herumtragen lassen. Der Institutsdirektor hat es leider nicht mehr geschafft, da sein Flieger Verspätung hatte, aber er hat dann noch schnell angerufen und uns gratuliert.

06.08.2009

Krebs

Bei einem Onkel von Jingjin wurde Magenkrebs diagnostiziert. Der Krebs ist aber operabel, so dass dem Armen vorgestern der gesamte Magen entfernt wurde. Die Operation fand im Besten Krankenhaus der Stadt (Tongji - Hospital, nicht zu verwechseln mit der unsäglichen Tongji-Universität in Shanghai) statt. Den Rest seines Lebens muss der gute Mann nun Flüssignahrung zu sich nehmen.

Die Operation selbst hat ca. 5000 Euro gekostet, Geld dass die Familie nicht auf der hohen Kante hatte und eine Krankenversicherung war nicht vorhanden. Das Geld kam von den Verwandten, also auch von uns. Jeder gibt ein bisschen und es wird im Laufe der Zeit zurückgezahlt, in dem
Fall ist die Familie gezwungen eine Wohnung zu verkaufen. Dank des Geldes der Familie können sie sich damit jedoch Zeit lassen.

03.08.2009

Mal wieder ins Krankenhaus

Am Wochenende kamen die Schwiegereltern zu uns, um uns etwas zu helfen. Sie waren hoch willkommen, denn so konnten wir uns etwas ausruhen und Oma und Opa kümmerten sich um Luca. Ich hab die Chance genutzt um mal wieder etwas Sport zu machen, es gleich übertrieben und mir eine schöne Blutblase gelaufen. Seitdem humpel ich durch die Gegend, Sport ist halt doch Mord. Samstag war auch Schwiegerpapas Geburtstag, den wir in einem Restaurant in der Uni feierten. Dort trafen wir auch gleich auf die versammelte Studentenschar, die so die
Gelegenheit hatten Luca zu sehen.

Sonntag gingen Luca mit Oma und Opa spazieren und offensichtlich meinten einige der Spaziergänger, dass Luca ja noch sehr Gelb sei, seine Baby-Gelbsucht ja gar nicht abheilen würde, bei ihrem Enkel alles viel schneller ginge, usw. Verunsichert gingen wir dann mit ihm
ins Krankenhaus. Aber der Arzt meinte, dass sei schon OK. Interessanterweise fügte er hinzu, dass dies bei "Mixed-Babies" üblich sei. Keine Ahnung, ob das stimmt. Zur Messung der Gelbfärbung ging es dann zur Neugeborenenabteilung. Die Schwestern dort, die ja nun jeden
Tag mit Babies zu tun haben, waren gleich völlig vernarrt in Luca. Er sei ja supersüß und goldig. Jede der Schwestern wollte ihn ein bisschen tragen. Wir mussten also warten, bis alle Schwestern ihn einmal geknuddelt hatten, dann gaben sie ihn an uns zurück. Er ist
noch leicht gelblich, aber kein Grund zur Sorge. Er solle mehr in die Sonne und viel Wasser trinken.


30.07.2009

Spritze und Umzug

Vorgestern erhielt Luca eine weitere Hepatitisimpfung. Das hat ihm keinen Spaß gemacht. Zunächst hat er ordentlich geweint und dann war er den ganzen Tag über beleidigt. Abends wollte er dann nicht schlafen und hielt alle auf Trab. Am nächsten Morgen hat er sich dann wieder langsam beruhigt. Das war auch gut so, denn da wartete schon der nächste Schock auf ihn, wir zogen nämlich gestern zurück in unsere Wohnung in der Wuhan University. Wir mussten einen Transporter mieten um das ganze Zeug von den Schwiegereltern in unsere Wohnung zu schaffen, denn mit Kinderbett, Kinderwagen, Kinderkleidung, usw. kommt
doch einiges zusammen. Den Umzug hat er jedoch größtenteils verschlafen und auch sonst ganz gut verkraftet. Es war ihm schlicht egal.

Die Wohnung war jedoch ziemlich schmutzig, wir waren ja schließlich auch seit fast zwei Monaten kaum mehr dort. Deswegen haben wir auch eine Putzfrau kommen lassen, die erstmal richtig sauber gemacht hat. Ab heute kommt dann noch eine Kochhilfe, die uns etwas unterstützt und
Jingjin das kochen abnimmt. Jetzt kann ich endlich bei Diskussionen mit anderen Ex-Pats mitreden und wir können zukünftig gemeinsam über unsere Ayis schimpfen.

27.07.2009

Man Yue

Ein Monat wird Luca heute alt. Aus diesem Grunde feiert man in China ManYue (满月), was so viel bedeutet wie voller Monat. Zu diesem Anlass lädt man Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen zum Essen ein. Gestern beließen wir es zunächst bei den Verwandten und Freunden, meine Arbeitskollegen werden am nächsten Wochenende in der Nähe der Uni
eingeladen, denn die Schwiegereltern wohnen doch etwas weiter weg. Auch so hatten wir uns um mehr als 30 Gäste zu kümmern.

Es war auch Lucas erster Ausflug und er hat die ganze Aufregung um ihn ziemlich locker überstanden. Natürlich war er der Star und auch die Angestellten des Restaurants drängelten sich um sein Bettchen. Wir haben die Gäste in zwei Räume aufgeteilt, einerseits weil das
Restaurant ansonsten einfach nicht genug Platz bot, andererseits aber auch um Raucher und Nichtraucher/Baby zu trennen.

24.07.2009

Sonnenfinsternis und Trip nach Peking

Am Mittwoch gab es in Wuhan eine totale Sonnenfinsternis zu bewundern. Leider haben wir am Mittwochnachmittag auch ein Meeting bei Infoterra in Peking vereinbart. Um die Sonnenfinsternis noch bewundern zu können, habe ich daher einen Flug direkt nach der Sonnenfinsternis gebucht. Weit früher als sonst ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen. Schnell eingecheckt und dann ging es wieder hinaus, denn der Mond begann sich schon vor die Sonne zu schieben. Ausgestattet mit einer Schutzbrille konnte ich das Treiben beobachten. Mehr und mehr Passagiere folgten nach draußen und um mich herum scharte sich eine Gruppe von Polizisten, die ebenfalls die Sonnenfinsternis anschauten. Wir kamen etwas ins Gespräch und der Boss meinte ich würde ja Huangpi-Dialekt sprechen. Das ist möglich, denn viele Verwandte von
Jingjin kommen ursprünglich aus Huangpi, einem kleinen Ort in der Nähe von Wuhan. Wie sich herausstellt, kommt auch ein Großteil der anwesenden Polizisten von dort und so ist die Freude groß.

Die Sonnenfinsternis selbst war fantastisch und wir hatten in Wuhan das Glück, das kaum eine Wolke am Himmel war. Es ist wirklich ein fantastisches Ereignis. Danach ging es dann gleich mit dem Flieger nach Peking. Dort traf ich dann meinen Prof, der von der Projektpräsentation bei der NSFC zurückkam. Leider wurde unser Projekt nicht genehmigt, aber wir haben wohl gute Chancen, wenn wir es nächstes Jahr wieder versuchen und noch den einen oder anderen
Änderungswunsch einbauen. Nach unserem gemeinsamen Meeting ging ich dann noch mit Ralf Essen und lecker Erdinger Hefeweizen trinken. Wir tauschten uns über unseren Nachwuchs aus. Sein Fahrer brachte mich dann zurück zum Flughafen.

Leider hatte aber mein Flieger Verspätung. Nicht nur mein Flieger, sondern eigentlich alle Maschinen. Ein Starkregenereignis am nachmittag hat den Flughafenbetrieb ins Schleudern gebracht. Alle Maschinen hatten ca. 4 Stunden Verspätung, manche fielen komplett aus.
Mit mir wartete Emad, ein Student aus Palästina, den ich schon seit meinem ersten Besuch in Wuhan kenne. Er muss am 31. zurück. Sein Studium ist beendet und sein Visum läuft aus. Er hat zwar keine große Lust nach Palästina zurückzukehren, aber er hat auch kaum eine andere
Chance.

Unsere Maschine startet schließlich, mit 4 Stunden Verspätung, um ca. 02:30 und wir landen gegen 4:30 morgens in Wuhan. Um diese Zeit gibt es aber kein Taxi mehr am Flughafen. Mir bleibt nichts anderes übrig als mit dem Flughafenbus zurück in die Stadt zu fahren und dort
umzusteigen. Kurz vor 6:00 bin ich dann endlich zu Hause, doch Luca denkt gar nicht daran mich schlafen zu lassen. Er heult schon fast die ganze Nacht, und hält dann auch mich noch einige Zeit wach. An Arbeit war dann auch nicht mehr zu denken.

20.07.2009

Wuhan und Hubei sind immer mit dabei

wenn es um Nachrichten über Betrunkene/Rauchende Staatsdiener geht. Wieder ein
Staatsdiener, der im Auftrag seiner Stadt gefallen ist
. Dining and Wining ist allerdings nicht nur in Wuhan verbreitet und wer Beamter werden will, der sollte auch einiges vertragen können. Sonst kann es hier schwierig werden seine Beziehungen aufzubauen. An der Uni ist dem allerdings nicht so. Wir trinken nur sehr selten Schnapps, meistens gibt es bei offiziellen Anlässen Bier oder Wein. Für manche Studenten ist das allerdings oftmals auch schon genug.

18.07.2009

Hitzewelle

Diese Woche ist es richtig schön heiß. 38°-39° am Tag, ca. 30° in der Nacht. Da kommt man schön ins schwitzen. Ich hechle von einer Klimaanlage zur nächsten und Jingjin weigert sich das Haus zu
verlassen. Die nächsten Tage bleibt es heiß.

Nächste Woche werde ich nun doch nicht nach Peking fahren. Der Prof. fährt alleine, da wir ihn beim Vortrag sowieso nicht begleiten können. Mir ist das ganz Recht, ich hatte sowieso keine große Lust vier Tage in Peking zu verbringen. Außerdem ist am 22. totale Sonnenfinsternis in Wuhan, nicht aber in Peking. Das will ich mir nicht entgehen lassen.

16.07.2009

Verkehrsbehinderungen

Heute morgen stand mein Bus auf dem Weg zur Arbeit in einem Riesenstau. Es ging nichts vorwärts und die meisten PKW wendeten auch. Mit dem Bus ist das natürlich etwas schwieriger. Als wir schließlich weiterkommen wird klar, dass nicht ein Verkehrsunfall den Riesenstau
verursacht hat, sondern eine Gruppe von Demonstranten. Es ist schwer zu sagen, wieviel Menschen demonstriert haben. Ich nehme an, dass ca. 20-30 aktiv beteiligt waren. Der große Teil (vielleicht 100-200) erschienen mir als Schaulustige. Um was es bei dem Protest ging kann
ich leider nicht sagen. Ich kann den Demonstranten für zukünftige Proteste daher nur empfehlen ihre Schilder in die Höhe zu halten und nicht auf den Boden zu legen. Das würde helfen.

Vielleicht 10 Streifenpolizisten waren bemüht die Gruppe von der Straße zu drängen. Sie waren, sofern mein kurzer Blick aus dem Bus eine Beurteilung zulässt, deutlich überfordert. Zahlenmäßig unterlegen und ohne Ausrüstung konnten sie nur hin- und wieder etwas Platz
schaffen. Als der Bus letztlich durchkam, stand er kurz darauf schon im nächsten Verkehrsstau, diesmal wohl der übliche Berufsverkehr. Insgesamt habe ich heute fast 3 Stunden gebraucht.


13.07.2009

Key Development Program

So wie es aussieht geht es bald schon wieder für ein paar Tage nach Beijing. Wir haben bei unserem Projektantrag die erste Runde passiert und müssen das geplante Projekt in der zweiten Runde präsentieren. Für die Präsentation bleiben nur 20 Minuten und es ist nicht so einfach in
20 Minuten das Projekt für Laien verständlich darzustellen.

Zu Hause ist auch alles in Ordnung. Luca geht es gut. Er schläft auch schon etwas länger und gönnt uns so größere Pausen zwischen der Fütterungszeit.

03.07.2009

Nach Hause

Gestern konnten wir das Krankenhaus verlassen. Nachdem wir unsere sieben Sachen (oder in unserem Fall wohl eher siebzig Sachen) gepackt haben, wurden wir in einem vom Krankenhaus gestellten Wagen nach Hause zu den Schwiegereltern chauffiert. Dort wollen wir den ersten Monat
verbringen, in der Hoffnung, dass die Schwiegereltern etwas mithelfen können, in dieser stressigen Zeit.

01.07.2009

Die ersten Tage mit Luca

Nach der Geburt war Luca sehr friedlich. Zwischen schlafen und seine Babymilch trinken war er zumeist sehr zufrieden und schlummerte vor sich hin. Jingjin erholte sich schnell von der OP und stand schon bald auf um sich zu waschen und um sich etwas zu bewegen. Schwierig wurde
es, als Luca von der Flasche auf die Brust umgestillt wurde. Er wollte nämlich nicht. Luca liebt seine Flasche. Es bedurfte der Hilfe einer weiteren Ayi, Spezialistin auf dem Gebiet und auf dem Gebiet der Brustpflege. Darauf werde ich hier jedoch nicht näher eingehen.

Es dauerte ein Weilchen bis er die Umstellung akzeptierte und es flossen reichlich Babytränen. Heute ist er jedoch schon wieder friedlich. Er hat aber seinen eigenen Kopf und kann ganz schön
dickköpfig sein. Während der Probleme mit dem umstillen nervten die Krankenschwestern etwas. Das Krankenhaus hat eine Vereinbarung mit einer anderen Firma, doch unsere Ayi kam von der Konkurrenz. Die Schwestern wollten Jingjin überzeugen zu wechseln und verunsicherten
uns. Letztlich blieben wir jedoch dabei und sie hat wirklich einen guten Job gemacht. Es hat zwar etwas gedauert, aber jetzt sind Luca und seine Mama zufrieden.


Die Geburt von Luca

Am Freitagmorgen gingen Jingjin und ich zur geplanten Vorsorgeunteruchung ins Uni-Krankenhaus der Wuhan University. Sie hatte schon leichte Schmerzen und der Doktor wies sie gleich ein. Doch, im Uni-Krankenhaus gab es kein freies Bett mehr, Es lagen schon Patienten auf Betten im Flur. Mist. Als wir kurz vorher noch die Geburtsabteilung besuchten gab es noch genügend freie Betten in allen Preiskategorien. Jetzt war alles belegt. Wir telefonierten mit anderen Krankenhäusern. Tongji, das vermutlich beste Krankenhaus der Stadt, war ebenfalls überfüllt. Im Marienhospital gab es noch ein freies Bett im Einzelzimmer. Wir orderten dieses und ließen uns abholen.

Dort wurde Jingjin erstmal untersucht und wir bezogen unser Zimmer. Der Abstand zwischen den Wehen wurde immer kürzer und die Wehen immer schmerzhafter. Doch es sollte noch bis zum nächsten Morgen dauern, bis Jingjin endlich in den Kreissaal gebracht wurde. Ich musste draußen warten. Jingjins Mutter und Vater trafen kurz darauf ein und wir warteten gemeinsam. Doch Jingjin war noch nicht soweit und die Ärztin wies sie an etwas zu gehen. Danach ging es zurück in den Kreissaal. Kurz darauf wurde ich hineingerufen. Da das Fruchtwasser verunreinigt
war empfahlen die Ärzte einen Kaiserschnitt und wir stimmten zu.

Kurz darauf kam Luca auf die Welt. Er wurde dann untersucht und ich musste eine Vielzahl von Dokumenten unterschreiben, ohne eigentlich zu verstehen was ich da unterschreibe. Vermutlich habe ich auch eine neue Waschmaschine gekauft :) Daraufhin kam auch schon Jingjin aus dem OP. Mutter und Kind waren wohlauf.

Nachmittags kam dann die Ayi. In dem Fall die Ayi, die sich für einen Monat um Mutter und Kind kümmern wird. Sie hat einen anstrengenden Job, denn sie kümmert sich Tag- und Nacht um Mutter und Kind. Ohne sie wären wir aufgeschmissen. Nicht nur, dass sie uns viel Arbeit abnimmt, sie erklärt auch die richtige Babypflege.


Luca an seinem ersten Tag

25.06.2009

Great Firewall

Heute hat die Great Firewall von China google.com gesperrt. Angeblich weil Google Pornographie verbreitet. Das ist allerdings eine Ausrede, denn die chinesischen Suchmaschinen zeigen ebensolche Bilder wie man sie auch auf google.com findet. Google.cn funktioniert, so dass normales Suchen möglich ist. Besonders ärgerlich ist aber, dass verschiedene Google Services, wie z.B. Gmail, nicht funktionieren. Das nervt.

22.06.2009

Auf den letzten Drücker

Dinge auf den letzten Drücker zu erledigen ist hier nicht nur üblich, sondern unvermeidlich. Ein schönes Beispiel war dieses Wochenende. Am Donnerstag erhält mein Chef eine Email von der Verwaltung, man könne sich bis Montagmorgen um ein Programm zur internationalen
Wissenschaftskooperation bewerben. Da er und einige Kollegen am Sonntag, also gestern, nach Spanien aufbrachen, mailte er zurück, dass wir das zeitlich nicht schaffen können. Ein Telefongespräch am Donnerstagabend änderte dann die Situation, denn es handelt sich nicht
um eine offene Ausschreibung, sondern wir wurden gezielt eingeladen. Also hieß es Freitag und Samstag den Antrag schreiben. Es ging nur um einen Vorantrag, sozusagen eine Bewerbung, dass man sich später bewerben darf. Aber mein Kollege war gut zwei Tage beschäftigt. Heute
habe ich das Ding dann ausgehändigt, die Kollegen sind ja schon in Spanien. Ein vernünftiger Antrag kommt so kurzfristig natürlich nicht zu Stande.

20.06.2009

Das Danwei-Prinzip

Ein Student des Institutes für Schiffbau der Ligong Uni, an dem Institut arbeitet Jingjins Vater, sprang vergangene Woche in den Tod. Es bringen sich verhältnismäßig viele Studenten in China um, was entgegen der landläufigen Meinung weniger mit dem Druck der Uni zu tun hat, sondern zumeist mit Liebeskummer. Chinesische Jugendliche sind eher Spätzünder und haben ihre erste Liebesbeziehungen meist erst an der Uni. Das liegt auch an dem hohen schulischen Druck in der
Oberstufe. Der Leistungsdruck fällt dahingegen an der Uni vergleichsweise gering ist, weswegen die meisten Selbstmorde an der Uni auf Liebeskummer zurück gehen, Ausnahmen gibt es allerdings auch zahlreiche, denn wer seinen Master oder PhD machen will, steht ebenfalls unter gehörigem Prüfungsdruck.

Der Selbstmord hat aber auch Auswirkungen auf das Institut, das nun in Gefahr ist dieses Jahr vergleichsweise schlecht evaluiert zu werden. Ja, das Institut ist natürlich verantwortlich, wenn einer der Studenten sich umbringt. Der Grund ist das Danwei-Prinzip. Die Danwei ist die Firma, aber oft (früher nahezu ausschließlich) auch der Wohnort. Sie, die Danwei, ist verantwortlich für das Wohlergehen der Mitglieder. Sie sorgt für die Gesundheitsfürsorge, Rente, usw. und dient auch als Einwohnermeldeamt. Meine Danwei, die Wuhan University, fragt regelmäßig nach Jingjins Schwangerschaftsverlauf. Früher waren die Danweis noch weit mächtiger und mussten z.B. um Erlaubnis gefragt werden wenn man heiraten wollte.

Eine gute Danwei zu haben ist oft wichtiger als einen guten Job. Ich kann mich in der Hinsicht nicht beschweren, die Wuhan University gehört sicherlich zu den besten Danweis in Wuhan, wie ganz allgemein Unis im Normalfall gute Danweis sind. Im Zuge der Reformen verlieren
die Danweis zunehmend an Bedeutung. Aber, insbesondere in Staatsbetrieben und natürlich auch an Universitäten, ist das Danwei-Prinzip immer noch dominierend. Deswegen ist das Institut eben verantwortlich für seine Studenten und wenn sich einer umbringt oder zu Tode säuft, dann wird auch das Institut bestraft. An einer deutschen Uni unvorstellbar, hier aber normal. Dann hoffen wir mal, dass sich meine Studenten diesen Sommer nicht so oft umbringen.


12.06.2009

Bus fahren

Wenn man regelmäßig mit dem Bus fährt, so wie ich es zur Zeit tun muss, dann hat man wenigstens hin und wieder etwas zu erzählen. Gestern Abend geriet die Busfahrerin mit einem renitenten Passagier aneinander. Die beiden zofften sich und die Fahrerin weigerte sich
letztlich weiter zu fahren, natürlich zum Unmut der anderen Passagiere. Der Renitente wollte partout nicht den Bus verlassen. Die Fahrerin ließ sich erweichen und fuhr weiter, doch der Passagier pöbelte weiter. Die Fahrerin ist, wie in Wuhan üblich, natürlich nicht auf den Mund gefallen und ein neuer Streit entbrannte. Als auch noch Handgreiflichkeiten drohten, gingen einige der Passagiere dazwischen, doch der verbale Streit ebbte nicht ab. Schließlich entschied sich die Busfahrerin anzuhalten und die Polizei zu rufen. Wir anderen Passagiere durften warten. Der nächste Bus der gleichen Linie war natürlich überfüllt und ich wollte mir gerade ein Taxi holen, da erschien auch schon die Polizei. Der angetrunkene Passagier wurde aus dem Bus begleitet und wir konnten weiterfahren, oder besser rasen, denn die Fahrerin war nach dem Streit etwas aggresiv in ihrem Fahrstil.

Sonst gibt es nicht viel Neues. Jingjin ist wohlauf und auch ihrer Mutter geht es besser.

08.06.2009

GaoKao

Seit gestern findet wieder die 3-tägige Hochschulzugangsprüfung in China statt. Die Eltern warten im Regen vor der Schule in unserer Nachbarschaft und hoffen darauf, dass es ihre Zöglinge auf eine gute Uni schaffen.

Twitter und Flickr sind wieder zugänglich, Blogger ist allerdings immer noch gesperrt.

Wochenende

Samstagabend waren wir BBQ essen bei Jingjins Tante. Wir wurden natürlich wieder voll versorgt und waren pappvoll. Sie hat ein paar neue Spezialitäten im ANgebot, so konnten wir unter anderem Wildgans und Reh probieren. Besonders die Wildgans ist gegrillt ziemlich
lecker. Gestern war ich dann mit Jingjin einkaufen. Ihrer Mutter geht es zwar täglich besser, aber fürs shoppen ist sie noch nicht fit genug, deshalb musste ich mit. Danach haben wir uns beim koreanischen BBQ gestärkt.

Die beste Erfindung, die mir die ansonsten doch recht langweilige Zeit im Hause der Schwiegereltern vertreibt, ist iTudou. Mit iTudou, von www.tudou.com, dem chinesischen Pendant zu Youtube, kann man sich die Filme nicht nur auf den PC herunterladen, sondern auch gleich in verschiedene mobile Formate konvertieren lassen. Jetzt kann ich regelmäßig mobil auf meinem Handy Serien und Filme gucken. Echt genial.

04.06.2009

Antrag abgegeben

Heute rannte ich den halben Tag lang durch die Uni um meinen Antrag für das "NSFC International Young Scientist Programm" abzugeben. Obwohl ich die erste Deadline verpasst habe, bin ich immer noch im Rennen . Für die 50 Plätze gibt es 46 Bewerbungen, die Chancen stehen also ganz gut, wenn ich nicht wieder die Deadline verpasse. Deswegen habe ich diesmal alles sofort erledigt und alles 11 Tage vor der Deadline abgegeben. Jetzt heißt es abwarten und Tee
trinken.

Geiselnahme an der Wuhan University

Gestern nachmittag stürmte ein ehemaliger Verwaltungsangestellter der Uni das Hauptverwaltungsgebäude. Ausgerüstet mit Nachbildungen von Pistolen nahm er zwei Mitarbeiterinnen als Geisel. Nachdem der Geiselnehmer während der Verhandlungen immer unberechenbarer wurde, stürmten Sondereinheiten das Gebäude und erschossen den Geiselnehmer. Ein Polizist wurde dabei verletzt.

Von der ganzen Aktion habe ich natürlich nichts mitbekommen, bzw. es erst aus der Zeitung erfahren. Das Verwaltungsgebäude ist recht weit weg, allerdings bin ich dort auch regelmäßig.

02.06.2009

Twitter und Flickr gesperrt

Der Jahrestag des Tiananmen-Massakers nähert sich und die Zensurbehörden sperren alles was geht. Neben Blogger hat es seit heute auch Flickr und Twitter erwischt. Hoffentlich entspannt sich die Situation an der Zensurfront bald wieder, aber erfahrungsgemäß wird dies noch mindestens ein paar Wochen dauern.

Im Krankenhaus

Am Montagmorgen ging es ins Krankenhaus für weitere Untersuchungen. Beim Aussteigen aus dem Bus stelle ich fest, dass mein Geldbeutel fehlt. Ich drehe mich um und schaue alle grimmig an. Ein junger Mann "findet" meinen Geldbeutel auf dem Boden und gibt ihn mir zurück. Ich
bin ziemlich sicher, dass ich beinahe das Opfer von Taschendieben wurde und nur mit Glück meinen Geldbeutel zurück bekam.

Im Krankenhaus mussten Jingjin eine Reihe von Untersuchungen über sich ergehen lassen und ich durfte die ganze Zeit warten. Mittags waren wir dann fertig und alle Untersuchungsergebnisse waren OK.

Seit Sonntag wohnen wir wieder bei den Schwiegereltern, damit jemand tagsüber auf Jingjin aufpassen kann und Jingjin im Gegenzug auch auf ihre Mutter aufpassen kann, die in der Zwischenzeit wieder zu Hause ist. Für mich bedeutet dies, dass mein Weg zur Arbeit nun deutlich länger dauert und ich immer erst spät nach Hause komme.

30.05.2009

Masterprüfung

Heute hatten fünf unserer Studenten ihre Masterprüfung. Den ganzen Vormittag verbrachte ich also damit bei der Verteidigung von fünf Masterthesen beizuwohnen. Zum Dank gab es wenigstens nachher ein Mittagessen, denn heute ist eigentlich noch Urlaub. Erst morgen, also am Sonntag, geht es weiter. Von den Vorträgen habe ich nicht sonderlich viel verstanden, aber dabei sein ist ja bekanntlich alles.

Dragon Boat Festival

Zum Drachenbootfest gibt es dieses Jahr eigentlich drei Tage frei. Ich musste heute trotzdem zur Uni, da fünf unserer Masterstudenten ihre Abschlussprüfung hatten. Am Donnerstagabend feierten wir das Drachenbootfest mit einem Abendessen bei Jingjins Oma. Dank meiner Frechheit hatten wir auch das passende Geschenk. Mein Institut verteilte nämlich fleißig Geschenke an die Lehrer und ich hab einfach nachgefragt, ob ich auch eines bekomme. Das war zwar nicht vorgesehen, da Post-Docs eigentlich nichts bekommen, aber mein Kollege meinte, ich sei doch 985-Ingenieur und ausländischer Experte. Zwei Telefonate später hatte ich zwei große Kisten mit eingelegten Enteneiern. Ich bin zwar kein Freund dieser ölig-salzigen Eier, aber sie gaben ein prima
Gastgeschenk ab.

27.05.2009

JURSE Konferenz und Internetsperren

Letzte Woche war ich auf der JURSE (Joint Urban Remote Sensing Event) in Shanghai. Eine prima Gelegenheit Kollegen aus aller Welt zu treffen. Die Konferenz selbst war ziemlich gut organisiert und fast alle Vortragenden sind auch erschienen. Insgesamt eine geglückte
Veranstaltung. So sind Ralf, Daniele und ich nach dem Konferenzdinner noch ins Paulaner-Bierhaus gefahren. Die halbe kostet dort gepflegte 8 Euro und der Laden war voll, obwohl es ein Dienstagabend war. Das ist eine Gelddruckmaschine.

Neben der Konferenz und den dazugehörigen Mittag- und Abendessen, nutzte ich die Gelegenheit Brian zu treffen, der nur ca. 5 Gehminuten von Konferenzort wohnt.

Leider ist derzeit blogger.com in China gesperrt. Bei bisherigen Sperrmaßnahmen war immer nur blogspot.com betroffen, so dass man Blogbeiträge schreiben, aber nicht lesen konnte. Daher bin ich gezwungen über Umwege zu bloggen.

14.05.2009

Es geht aufwärts

Gestern abend waren wir wieder bei der Schwiegermutter im Krankenhaus. Es geht ihr schon deutlich besser und seit heute ist sie auch nicht mehr auf der Intensivstation, sondern in einem normalen Krankenzimmer.

Auch im Krankenhaus ist es immer turbulent und renao. Das Zimmer der Schwiegermutter, obwohl bis dahin Einzelzimmer, ist immer voll. Verwandte und Freunde kommen und gehen und es ist ein ziemlicher Trubel. Auch außerhalb ist immer was los. Wenn neue Verletzte eingeliefert werden, dann gehen immer alle ungeniert gucken was denn so passiert ist. Privatsphäre ist unbekannt.

12.05.2009

Der Unfall

Gestern ging Jingjin erneut ins Krankenhaus um ihre Mutter zu besuchen. Dabei erfuhr sie auch mehr Details zum Unfallhergang. Das Elektromoped ihrer Eltern wurde von einem abbiegenden LKW übersehen (toter Winkel) und es kam zum Unfall. Beide landeten unter dem Anhänger. Jingjins leicht verletzter Vater und der Fahrer des LKWs versuchten dann schnellstmöglich ein Taxi anzuhalten. Erst das dritte Taxi war allerdings bereit die Schwerverletzte ins Krankenhaus zu fahren. Die umstehenden Passanten haben nichts unternommen, wie es in China leider üblich ist (siehe auch "The Good Samaritan with Chinese characteristics").

Nach der dort erfolgten Notoperation war sie beinahe eine Woche ohne Bewußtsein. Dafür hat sie sich seitdem sehr gut erholt. Der Unfall ist nun fast zwei Wochen her. Sie ist zwar noch schwach, aber es geht ihr von Tag zu Tag besser. Sie spricht und ißt auch wieder. Wir hoffen jetzt alle, dass sie sich schnell und vor allem ganz erholt.

Die Kosten für die Operation und den Krankenhausaufenthalt trägt übrigens, wie es sich gehört, der Unfallgegner, bzw. dessen Versicherung.

11.05.2009

Schlechte Nachrichten zum Muttertag

Jingjins Mama liegt immer noch im Krankenhaus. Die ursprüngliche Geschichte, dass sie nur wegen einer verschleppten Grippe im Krankenhaus ist glaubten wir schon ein Weilchen nicht mehr und Jingjin bestand darauf sie am Muttertag zu besuchen. Es stellte sich dann heraus, dass ihre Mutter nicht wegen einer Erkältung im Krankenhaus ist und auch nicht in einem weit entfernten Krankenhaus liegt, sondern wegen einer schweren Kopfverletzung auf Grund eines Verkehrsunfalls. Auf der Fahrt zurück von unserer Wohnung, rammte ein Auto den Elektroroller mit meinen Schwiegereltern. Mein Schwiegervater trug einen Helm, Schwiegermutter leider nicht.

Beim Besuch waren wir dann ziemlich schockiert. Obwohl es ihr schon besser geht, sieht sie doch schlimm aus. Die Haare wurden rasiert und sie hat eine große Narbe auf dem Kopf, die Gottseidank später von den Haaren bedeckt sein wird. Sie ist auch noch ziemlich schwach, aber sie ist nicht mehr auf der Intensivstation und sie ist wach und kann sich unterhalten. Schwiegervater hat eine Hilfksraft eingestellt die sich um sie kümmert, da er ja auch nicht die ganze Zeit im Krankenhaus sein kann. Die Familie ist eigentlich ständig da und bringen etwas zu Essen, da sich die Krankenhäuser in China darum nicht kümmern.

Die ganze Famile wusste Bescheid, nur Jingjin ließ man im dunkeln. Obwohl ich es zwar verstehen kann, da man sie, auf Grund ihres Zustandes, nicht unnötig aufregen wollte. Aber hatte sie es nicht verdient die Wahrheit zu erfahren?

10.05.2009

Unser Nachbar schlägt seine Frau

Unsere Nachbarn haben regelmäßig Streit. Den tragen sie gerne auch lautstark aus. Gestern waren sie dabei besonders laut und es kam dabei wohl auch zu Handgreiflichkeiten. Als Jingjin und ich einkaufen gingen, kamen dann auch drei Zivilpolizisten ins Haus, die vermutlich von anderen Nachbarn gerufen wurden. Wir, bzw. Jingjin, wurden kurz gefragt ob wir wüssten was los sei, was wir wahrheitsgemäß verneinten. Als wir vom einkaufen zurückkamen war dann wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Die beiden hatten sich wohl wieder versöhnt, jedenfalls riefen sie sich wieder zärtlich Liebster und Liebste.

09.05.2009

Deadline verpasst

In letzter Zeit war ich damit beschäftigt einen Antrag auf Förderung im Rahmen eines Projektes für "International Young Scientists" zu stellen. Der Antrag war fertig und ich dachte ich hätte noch viel Zeit bis zur Deadline am 20. Wir waren auch sicher, dass ich von der Wuhan University nominiert würden, da es für die drei Plätze der Wuhan University nur drei Bewerber gab. Das Problem war nur, die Deadline war am 1. Mai. Ich hab es falsch gelesen und Daten verwechselt. Schöne Scheiße. Donnerstagabend sendete ich dann eine Notmail an mein Prof. und habe ihn gefragt, ob wir wirklich die Deadline verpasst haben. Er wollte am Freitagmorgen etwas herumtelefonieren, aber es sah definitiv so aus. Ich war jedenfalls ziemlich frustriert und enttäuscht über meine eigene Dummheit.

Am Freitagmorgen wollte ich mich dann ursprünglich auch in meinem Büro verstecken. Ich fühlte mich ziemlich dämlich und die Sache war mir peinlich. Zur Kaffeepause ruft mich mein Prof. an und sagt, ich solle vorbei kommen. Offensichtlich wussten schon alle von meinem Missgeschick und der Spott der Kollegen war mir sicher, wobei es eher lustig war und ich darüber auch schon einigermaßen lachen konnte. Jedenfalls gab es wohl eine Reihe von Telefonaten zwischen meinem Prof. dem Direktor, der Universitätsleitung und dem NFSC in Beijing. Irgendwie haben meine Chefs es hinbekommen, dass wir den Antrag noch abgeben können. Allerdings muss es heute noch erledigt werden.

Wie immer wenn man etwas am Besten sofort erledigt, sind wir natürlich zunächst mal Essen gegangen. Wir hatten eine Besprechung mit Professoren der Geologischen Universität (keine Ahnung wie der korrekte englische Name lautet, ich bleibe daher bei der chinesischen Kurzform: DiDa). Nach dem Essen hatten wir noch ein Meeting und als das Meeting beendet war, bin ich mit meinem Kollegen Lu zum zuständigen Büro der Wuhan University gefahren. Dort sagt man uns, dass meine Unterlagen unvollständig sind. Es fehle noch ein Formular. Das musste natürlich auf Chinesisch ausgefüllt werden. Der Rest des Antrages war Englisch.

Super. Wir fahren also zurück und Lu muss ruckzuck den Abstract übersetzen. Mein Prof. muss das Formular unterschreiben, wir telefonieren ihn dafür aus einem wichtigen Meeting. Dann geht es wieder zurück in das Büro, doch der zuständige Sachbearbeiter ist natürlich nicht da. Als sein Kollege endlich kommt, zerrinnt schon die Zeit. Diesmal sind die Unterlagen korrekt und wir müssen jetzt noch zum Rektoramt. Dort wird der Antrag mit dem offiziellen Stempel und der Unterschrift des Rektors gestempelt. Ja, von der Unterschrift des Rektors gibt es einen Stempel. Sehr praktisch übrigens und zur Nachahmung empfohlen.

Danach mussten wir die Unterlagen nur noch per Kurier nach Peking schicken, denn die offiziellen Anträge unserer Uni waren ja schon weggeschickt.

Neben dem ganzen Stress und dem riesigen Ärger über meine eigene Dummheit, hatte die ganze Angelegenheit ihr Gutes. Ich habe wirklich gesehen, dass meine Kollegen mich massiv unterstützt haben. Die Chefs haben für mich telefoniert, mein Kollege hat gerackert und einige andere haben mich aufgebaut, z.T. auch mit ein paar lustigen Worten auf meine Kosten. Aber das war sehr schön.

Natürlich fühlt man sich manchmal allein hier, denn ich spreche ja nicht perfekt Chinesisch und verstehe auch nicht alles. Das führt schon zu einer gewissen Ausgrenzung, aber ich habe gemerkt, dass meine Kollegen sich schon für mich einsetzen. Ob der Antrag jetzt letztlich erfolgreich ist oder nicht ist jetzt schon zweitrangig.

03.05.2009

Die schweinische Grippe kommt zu uns

Nein, nicht die Grippe selbst, sondern die Panik vor ihr. Jingins Mutter muss unter ihr leiden, denn sie ist im Krankenhaus unter Quarantäne. Die Geschichte begann vor ein paar Tagen, mit einer leichten Erkältung. Sie hat die Erkältung etwas verschleppt und hatte dann rasende Kopfschmerzen. Jingjins Vater fuhr sie ins Krankenhaus und schon war sie unter Quarantäne. Ich weiß nicht, ob sie evtl. danach gefragt wurde ob sie Kontakt mit Ausländern hat. Wir dürfen ja im Moment nicht zu ihr, so dass der Informationsfluss sehr begrenzt ist. Die Untersuchungen sind auch noch nicht komplett abgeschlossen. Es sieht aber so aus als muss sie mindestens noch eine Woche im Krankenhaus bleiben.

Wie James Fallows berichtet, werden im Moment in China viele Mexikaner unter Quarantäne gestellt, unabhängig davon ob sie in letzter Zeit in Mexiko waren. Panik und Idiotie vereint, dass kann ja ein interessanter Sommer werden.

[Update] Die Schwiegermutter ist übrigens nicht wegen einer Grippe im Krankenhaus. Das ganze war eine Lüge um Jingjin nicht unnötig aufzuregen. Wie sich herausstellte hatte sie einen Verkehrsunfall.

30.04.2009

Die Bilder vom Photoshooting

Letzte Woche haben wir Bilder von Jingjin machen lassen. Insgesamt zwei Termine, einmal Innenaufnahmen und einmal außen. Jetzt konnten wir die Bilder abholen. Es sind wirklich einige wirklich schöne Photos dabei.

23.04.2009

Photoshooting

Letzte Woche haben wir bereits in einem Photostudio Aufnahmen von Jingjin und ihrem großen Bauch machen lassen. Gestern war dann der Außentermin. In einem Park, der übrigens voll von Photographen und v.a. Hochzeitspaaren war, wurden viele weitere Photos gemacht. Nächste Woche können wir dann die besten Photos aussuchen. Einige der Photos werden dann natürlich auch hier zu sehen sein.

17.04.2009

Handy gestohlen

Gestern wurde Jingjins Handy gestohlen. Das Handy war zwar schon älter und es war auch kaum mehr Geld auf der Karte, aber allein der Verlust der eigenen Nummer und der gespeicherten Rufnummern ist natürlich ärgerlich.

15.04.2009

Kaffeepause

Seit Montag hat unser Institut eine offizielle Kaffeepause. Eine gewichtige Neuerung. Kaffee und Früchte sind umsonst und man hat die Gelegenheit zum Smalltalk mit den Kollegen.

Beim Kaffee mit meinem Prof.

13.04.2009

Ostern

Im Gegensatz zu Weihnachten, welches in China als Gelegenheit zum shoppen gefeiert wird, ist Ostern hier ziemlich unbekannt und wird weitestgehend ignoriert. So auch von uns. Stattdessen haben wir das Wochenende mit einkaufen verbracht. Am Samstag Lebensmittel und am Sonntag eine Videokamera für den werdenden Vater, denn der braucht ja auch Spielzeug. Für Videoschnitt am Computer benötigt man natürlich auch einen schnelleren Computer, die perfekte Ausrede um sich endlich den gewünschten Mehrkernprozessor zu beschaffen.

09.04.2009

Das versteh wer will

Es ist mal wieder Bewerbungsschluss für einen Projektantrag. Diesmal bewerbe ich mich erneut bei der China-Postdoctoral Foundation. Dieses Jahr gibt es eine gesonderte Ausschreibung für die letztjährigen Stipendiaten. Ich habe alle Formulare ausgefüllt, was mühsam war, da das vorgeschriebene Word-Dokument gespickt mit Makros ist und nicht auf meinen Computern laufen will. Also musste ich auf dem Computer meines Kollegen arbeiten.

Heute geht es ans kopieren. Zehn Versionen sind abzugeben. Ich habe eine Studentin beauftragt alles zehnmal zu kopieren und habe mich selbst auf den Weg gemacht, um das Deckblatt zu kopieren. Das Deckblatt muss, um alles unnötig kompliziert zu machen, auf einem besonders dicken Papier gedruckt werden. Also geh ich in den Copyshop. Der gute Mann sagt mir, dass würde nicht gehen, er müsse auf dieses Papier drucken und könne nicht kopieren. OK, also geh ich zurück, kopier das pdf-File auf meinen USB-Stick und gehe zurück in den Laden. Jetzt geht es nicht, da ich pdf verwende, man aber an dem Dokument etwas ändern müsse.

Also gehe ich wieder zurück, kopiere das Worddokument auf den Stick und komme wieder. Jetzt ist die Chefin zurück und wurstelt an dem Dokument rum. Sie wechselt auf A3 und kopiert alles auf die rechte Seite. Hätte man zwar auch einfacher machen können, aber OK. Sie druckt es aus und der Drucker frisst das spezielle Papier. Super. Aber der Boss hat auch gleich eine Lösung. Man könnte das ganze doch einfach kopieren. Das klappt wunderbar.

Das sind die Momente, an denen man alle um sich herum für Primaten hält. Das hätte man doch auch sofort machen können. Das Deckblatt auf die rechte Seite eines A3 Blattes zu kopieren ist wahrlich kein Hexenwerk und das hat ja auch sofort geklappt, ganz im Gegensatz zu dem ewigen gewurstel mit Word.

01.04.2009

Zurück aus Peking

Nach einem kurzen Besuch beim BEO (Beijing Earth Observation) User Group Meeting, bin ich wieder zurück in Wuhan. Eigentlich hat meine Teilnahme nicht viel Sinn gemacht, aber mein Prof bat mich hinzugehen. Mit über 1000 Teilnehmern war es eine riesige Werbeveranstaltung. Nach dem Workshop traf ich mich mit Sami, der derzeit in Peking auf Jobsuche ist. Mit dem ersten Flieger ging es dann heute zurück nach Wuhan, d.h. ich musste um 5:00 Uhr aufstehen und bin jetzt ziemlich müde, denn anstatt mich zu Hause auszuruhen waren wir mit Jingjins Cousin Essen. Er hat die jüngeren Familienmitglieder zum Essen eingeladen und uns seine neue Freundin vorgestellt.

27.03.2009

Geld ist anscheinend kein Problem

Es ist angenehm in einem 985-Institut einer 985-Uni zu arbeiten. Was ist 985? 985 ist die Kurzform für die chinesische Exzellenzinitiative die im Mai 98 startete. Die Unis und Institute erhalten großzügige Zuschüsse für 30 Jahre.

Gestern hatten wir bis um 21:00 Uhr Seminar, d.h. Studenten tragen ihre Projektfortschritte vor. Eigentlich bedeutet dies furchtbar schlechte Powerpointpräsentationen auf Chinesisch. Während ich also vor mich hinträume entdecke ich vier riesige neue Projektoren an der Decke unseres Meetingraumes. Die Jungs haben tatsächlich 3D Projektoren in unseren kleinen Meetingraum eingebaut. Offensichtlich war gegen Ende des Jahres noch Geld da, dass kurzerhand verpulvert werden musste. Mir wär zwar etwas besseres eingefallen, zumal wir ja schon ein 3D-Kino haben welches auch kaum benutzt wird, aber beeindruckend ist das schon. Geldmittel sind hier manchmal sogar im Überfluss vorhanden.

23.03.2009

Augenarzt

Wegen meines Auges gingen wir in die Klinik der Wuhan Universität. Die Augenärztin verordnete ordentlich Antibiotika und es gelang mir diese als Tabletten nehmen zu dürfen, anstatt wieder eine Infusion zu bekommen. Der Krankenhausbesuch und die Medikamente kosteten insgesamt ca. 2 RMB, da die Versicherung der Uni 90% der Kosten trägt. Aber selbst wenn ich 100% zahlen würde, dann wären die Kosten immernoch erträglich. Die Medikamente wirken ziemlich gut und ich bin sicher, dass ich in wenigen Tagen wieder voll auf dem Dampfer bin.

22.03.2009

Hochzeit

Um 5:30 musste ich auschecken und in das vorbestellte Taxi zum Flughafen steigen. Das Tagungshotel ist etwas außerhalb und meine Maschine ging um 7:45 Uhr zurück nach Wuhan. Mit Air China und einem nagelneuen Airbus 321 ging es dann pünktlich zurück. Jingjins Cousine heiratet heute und ich versprach dabeizusein. Allerdings forderte der wenige Schlaf der letzten Tage und eine leichte Entzündung an meinem Auge ihren Tribut. Ich war auf der Hochzeit ziemlich müde. Gottseidank sind chinesische Hochzeiten ja blitzschnell vorbei und ich konnte mich nachmittags ausruhen.

Die Hochzeit selbst war riesig. 450 Gäste im teuren Ramadan Hotel. Ein Moderator von Hubei TV gab den Host der Hochzeit und lieferte eine gute Show ab. Zu Essen gab es leider zu wenig. Auch ließ das junge Ehepaar auf seiner Begrüßungsrunde bei den Gästen die Tische der Seite der Braut weitgehend aus. Ja, man kann sich in China einiges an "Gesicht" durch eine teure Hochzeit kaufen, aber Stil und formvollendete "Gesichtswahrung" kann man sich auch in China nicht kaufen.

21.03.2009

2. DAAD Alumnitreffen

Um 10:00 Uhr trafen wir uns bei den Landmark Towers und fuhren dann mit dem vom DAAD gemieteten Bus zum Tagunshotel. Nach dem Mittagessen gab es Vorträge über das Lektorendasein im China der frühen 90iger Jahre verglichen mit heute und einen Vortrag zum Studium in China in den 70ern. Danach eine Kennenlernrunde mit Diskussion zur Alumniarbeit des DAAD. Abends noch zwei weitere Vorträge zu den Themen "Arbeit im IOC während der Olympischen Spiele" und "Nationalismus in chinesischen History-Soaps". Danach Abendessen und Ausklang des Abends beim gemütlichen Beisammensein.

Bei den Alumnitreffen hat man die großartige Gelegenheit Leute aus den unterschiedlichsten Bereicehn kennenzulernen. Von freischaffenden Künstlern über Universitätsmitarbeiter bis hin zu Consultants und Geschäftsführern ist alles vertreten. Von alt bis jung und aus einer Vielzahl höchsts unterschiedlicher Branchen. Das ermöglicht wirklich interessante Gespräche und ich unterhielt mich mit möglichst vielen unterschiedlichen Typen.

20.03.2009

Auf nach Peking

Mit der ersten Maschine ging es am morgen nach Peking. Dort fuhr ich schnurrstracks zur Deutschen Botschaft und lies mich über die bürokratischen Hürden einer Geburt in China beraten. Die Botschaft hat eine homepage mit einem sehr guten FAQ, aber einige Details konnte ich so sehr schnell klären. Nachmittags musste ich erneut zur Botschaft, da Deutsche Pässe nur am nachmittag bearbeitet werden, Konsularfragen jedoch vormittags. Ich nutzte die Zeit dazu im Hotel einzuchecken.

Nachmittags ließ ich dann Wuhan als neuen Wohnort in meinem Pass eintragen. Dafür musste ich relativ lange warten, so dass es im Nachhinein die Mühe kaum wert war. Danach hatte ich ein Meeting mit Ralf und wir klärten die wichtigsten geschäftlichen Punkte bei einer Tasse Kaffee. Wir verabredeten uns auch gleich zum Abendessen und ich hatte die Gelegenheit seine bezaubernde Frau kennenzulernen. Im Drei Kronen Brauhaus gab es leckeres deutsches Bier und leider weniger leckeres und überteuertes Essen.

19.03.2009

Sakurazeit

Es ist wieder soweit: die Sakurabäume erblühen in der Uni. Daher muss man nun Eintritt zahlen wenn man die Uni betreten will. Wir leben zwar in der Uni und ich habe auch keine Probleme dies klarzumachen, aber Jingjin hat eigentlich nichts womit sie dies nachweisen kann. Bislang gab es zwar noch keine Probleme und selbst Jingjins Mutter wurde nicht davon abgehalten die Uni zu betreten, aber letztlich ist es nur eine Frage der Zeit bis ein übereifriger Jungwachmann einmal genauer nachfragt. Übrigens ergibt sich hier auch gleich ein Geheimtipp für diejenigen Besucher, die sich das Eintrittsgeld von immerhin einem Euro sparen wollen: am Besten betritt man die Uni durch ein kleines Tor nahe dem Wohnviertel, wobei es hilfreich ist Einkaufstüten zu tragen und evtl. vorhandene Fotoapparate zu verstecken.

18.03.2009

Brian zu Besuch

Brian musste zurück nach Hubei kommen um sein Visum verlängern zu lassen. Ein kurzer Zwischenstop führt ihn dabei nach Wuhan, Zeit genug für gemeinsames Abendessen gestern und heute. China hat anscheinend die Visa-Richtlinien wieder deutlich gelockert. Brian hat sein Visum leicht überzogen, musste diesmal aber nichtmal Strafe zahlen, während im das letzte Mal die Abschiebung angedroht wurde. Die Strafe pro Tag über dem Visum wurde auch von 500 RMB auf 100 RMB gesenkt und es scheint so, als ist man nun bemüht die ausländischen "Experten" zu halten, anstatt sie so schnell wie möglich loszuwerden, wie es kurz vor und während der Olympischen Spiele üblich war.

15.03.2009

Auswahlsitzung

Freitag und Samstag half ich der Uni Stuttgart bei der Auswahl der Studenten die, aus der Wuhan Universität kommen und dieses Jahr nach Stuttgart kommen um dort zu studieren. Von den extrem schwachen Leistungen der Studenten war ich anfangs dann doch überrascht. Einige, insbesondere aus meinem Fachbereich, hatten überhaupt keine Ahnung was sie studieren, kein Berufsbild und sich das Studienfach auch nicht freiwillig ausgesucht. Wenn ein Student, auch wenn er erst im ersten Semester ist, nicht erklären kann was er studiert, dann ist das schon ernüchternd.

Wir hatten auch wirklich gute Studenten zur Auswahl. Studenten die bereits Deutsch als Austauschschüler in Deutschland gelernt haben, Studenten die sich auf die Sitzung vorbereitet hatten und auf die Frage warum sie ausgerechnet in Stuttgart studieren wollten mehr sagen konnten als Mercedes Benz.

Aber wir hatten auch extreme Ausreißer nach unten. Studenten deren Hobby es ist über die Kultur nachzudenken (?), Studenten die ihr Studienfach nicht auf Englisch sagen können geschweige denn auch nur ansatzweise erklären können was sie studieren und eine Studentin die freimütig zugab, dass ihre Mathenote so schlecht war weil sie im Unterricht immer eingeschlafen ist, sie sich jetzt aber verbessert hat, da sie sich jetzt nicht mehr im Unterricht hinsetzt, sondern stehen bleibt.

Dabei waren wir wirklich gnädig. Wenn jemand auf die Frage was GIS ist antwortete: "Something with Geography and Computer", dann galt das als richtige und ausgefeilte Antwort. Sorry Stuttgart, da kommen wieder ein paar Spezialisten auf Euch zu. Die gute Nachricht ist: die Schlimmsten wurden ausgefiltert.

Ich werde jetzt eine kleine Pause machen und meinem neuen Hobby nachgehen: über die Kultur nachdenken. Ach ja, der Spezialist, der übrigens nicht nach Stuttgart kommen wird, hatte zum Schluss auch noch eine gute Frage an uns. Als letztes dürfen die Studenten fragen stellen und seine Frage war: "How can I get more courageous!". Nun sind wir zwar keine Lebensberater und die Frage war auch reichlich unpassend, doch ich hatte auch eine Antwort für ihn: "Get a hobby!"

Vorlesung an der Dida

Am Freitag hielt ich eine Vorlesung an der Universität der Geowissenschaften (DiDa) in Wuhan. Da ich keine Ahnung hatte wo die Vorlesung stattfindet hat mich eine Studentin abgeholt und wir sind zusammen hingefahren. Die Vorlesung über hochauflösende Radarfernerkundung kam glaube ich ganz gut an obwohl ich sie auf Englisch gehalten habe. Ich hatte aber viele Beispiele, u.a. aus dem Erdbebengebiet, und konnte so das Interesse einiger Studenten wecken.

11.03.2009

Dating in China

Ein kurzer Film von Stern online beschreibt eigentlich ganz gut die Situation in China. Die Partnersuche verläuft oft etwas anders als in Deutschland. Das Hauptproblem vieler Freunde von Jingjin, die ja nun so langsam ins Heiratsalter kommen, ist dabei hauptsächlich das Geld. Sie hat einige Freunde, die schon lange ein Paar sind und gerne heiraten würden, aber nicht das Geld für eine Wohnung haben. Im Prinzip kann man sagen: keine Heirat ohne Eigentumswohnung. Das gilt natürlich so nicht immer. Viele leben dann bei den Schwiegereltern, manche haben auch das Glück, das die Firma eine Wohnung stellt (z.B. die Universität).

Die Partnersuche ist aber oft materialistisch. Eine Wohnung ist fast schon ein muss, wobei es meist so ist, dass die Eltern die Anzahlung übernehmen und das frisch verheiratete Paar die Kreditraten. Dies ist oft billger als die Mietzahlungen und war in den letzten Jahren, dank damals ständig steigender Wohnungspreise, ein gutes Geschäft. Es ist die Aufgabe des Mannes für eine Wohnung zu sorgen, wobei Jingjins Schwiegereltern die neue Wohnung außerhalb Wuhans durchaus auch mit dem Hintergedanken gekauft haben im Notfall eine Wohnung für die Tochter zu haben.

Weiterhin wichtig sind ein guter Job und nach Möglichkeit ein Auto, das als Statussymbol dient. Dabei ist es zweitrangig was für ein Auto. Wie im Film beschrieben ist es für großgewachsenen, gutsituierte und v.a. für hochgebildete Frauen in China schwierig einen Mann zu finden. Dieses Phänomen ist allerdings auch in Deutschland bekannt. In China ist es wahrscheinlich noch schwieriger, was allerdings weniger an den Frauen liegt, sondern eher an den empfindlichen Egos der Männer.

10.03.2009

Stern Fotostrecke featuring Wuhan

Im Stern online findet sich eine Fotostrecke mit Bildern aus Wuhan. Die Bilder hätte man zwar genauso vor der Wirtschaftskrise machen können und sie zeigen daher auch keineswegs die Auswirkungen der Krise, sie sind aber trotzdem sehenswert.

08.03.2009

Wochenrückblick

Diese Woche kam ich gar nicht zum bloggen. Tatsächlich war ich gut beschäftigt. Wir haben einen Forschungsantrag bei der Natural Science Foundation China (NSFC) gestellt. Da wir hier mit so etwas immer erst in der letzten Minute anfangen, wurde das natürlich etwas stressig. Der Antrag selbst ist weniger aufwendig als ein Normalantrag bei der DFG. Die Beschreibung der Vorhabens umfasst ca. 10 Seiten, inklusive State-of-the-Art. Ich hab meinen Anteil auf Englisch geschrieben und mein Kollege hatte die undankbare Aufgabe alles zu übersetzen. Auch den Feinschliff musste er übernehmen.

Deutschland und China gemeinsam in Bewegung (DuC) kommt Ende des Jahres nach Wuhan. Zusammen mit Judith hatten wir ein gemeinsames Abendessen mit dem Projektleiter. Ich werde versuchen einen Workshop im Rahmen von DuC zu organisieren. Mal schauen was daraus wird.

01.03.2009

Nicht-Schwimmer

Sonja und Torsten haben uns vor ihrer Rückkehr nach Deutschland eine Mehrfacheintrittskarte für das Hallenbad hinterlassen. Bislang sind wir nie hin, da ich zunächst eine Schwimmmütze kaufen musste und das Wetter hier so arschkalt und regnerisch ist, dass ich wirklich keine Lust aufs schwimmen hatte. Heute haben wir uns aber aufgerafft um gemeinsam schwimmen zu gehen. Das Bad war rappelvoll. Am Eingang mussten wir uns trennen und ich ging in die Umkleidezone für Männer. Nach einer kurzen Dusche wollte ich schon ins Bad stümen, doch man hielt mich auf. Meine Badehose sei zu lang, so dürfe ich nicht baden. Also wartete ich auf Jingjin, um ihr zu sagen, dass ich nicht schwimmen gehen kann. Sie wartete jedoch am Eingang auf mich, da man ihr schon vorher verboten hat ins Bad zu gehen, da Schwangere nicht schwimmen dürfen. Jingjin war clever genug jemanden nach mir zu schicken, so dass ich wusste: sie kann nicht kommen. Uns blieb also nichts anderes übrig als unverrichteter Dinge nach Hause zu gehen.

Abendessen im Blue Sky

Um mal wieder leckeres westliches Essen zu bekommen haben Jingjin und ich gestern Abend beschlossen ins Blue Sky Cafe zu gehen. Bisher ging ich dort immer später hin und auch nicht zum Essen. Das Essen dort ist aber wirklich ausgezeichnet. Unser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.

27.02.2009

Judith zu Besuch

Gestern kam uns Judith besuchen. Sie brachte eine Büchse deutsche Leberwurst mit und wir besorgten etwas Brot und Käse. Ein richtiges deutsches Abendbrot. Dazu gab es noch Rotwein und wir unterhielten uns bis spät in die Nacht. Man merkt, Judith ist Deutschlehrerin und sie kann langsam und sehr deutlich sprechen, so dass Jingjin fast alles verstehen konnte.

24.02.2009

Sami kocht

Sami und Anne-Claire haben uns gestern zum Abendessen eingeladen. Es gab selbstgemachtes Sushi, Curry und weitere Leckereien. Es wurde dann doch etwas später bis Jingjin und ich nach Hause gingen und so sitze ich heute etwas übermüdet im Büro und quäle mich durch das URBAN Paper. Vielleicht ist es besser, wenn ich heute nur Abbildungen zeichne...

22.02.2009

Jingjins Geburtstag

Gestern war Jingjins Geburtstag und zur Feier des Tages sind wir mit ihren Eltern Essen gegangen. Diesmal Brasilianisches BBQ. Leckeres Buffet und die Bedienung kommt regelmäßig vorbei und bringt Fleischnachschub. All-you-can-eat BBQ..... wir gingen natürlich pappsatt nach Hause.



Heute traf sich Jingjin mit ein paar ihrer Freunde um den Geburtstag nachzufeiern. Der Kuchen blieb noch vom Geburtstagsessen gestern übrig. Jingjins Eltern haben ihr einen schönen Geburtstagskuchen gekauft, aber wir waren gestern alle zu voll um ihn zu esssen.