Am Mittwoch gab es in Wuhan eine totale Sonnenfinsternis zu bewundern. Leider haben wir am Mittwochnachmittag auch ein Meeting bei Infoterra in Peking vereinbart. Um die Sonnenfinsternis noch bewundern zu können, habe ich daher einen Flug direkt nach der Sonnenfinsternis gebucht. Weit früher als sonst ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen. Schnell eingecheckt und dann ging es wieder hinaus, denn der Mond begann sich schon vor die Sonne zu schieben. Ausgestattet mit einer Schutzbrille konnte ich das Treiben beobachten. Mehr und mehr Passagiere folgten nach draußen und um mich herum scharte sich eine Gruppe von Polizisten, die ebenfalls die Sonnenfinsternis anschauten. Wir kamen etwas ins Gespräch und der Boss meinte ich würde ja Huangpi-Dialekt sprechen. Das ist möglich, denn viele Verwandte von
Jingjin kommen ursprünglich aus Huangpi, einem kleinen Ort in der Nähe von Wuhan. Wie sich herausstellt, kommt auch ein Großteil der anwesenden Polizisten von dort und so ist die Freude groß.
Die Sonnenfinsternis selbst war fantastisch und wir hatten in Wuhan das Glück, das kaum eine Wolke am Himmel war. Es ist wirklich ein fantastisches Ereignis. Danach ging es dann gleich mit dem Flieger nach Peking. Dort traf ich dann meinen Prof, der von der Projektpräsentation bei der NSFC zurückkam. Leider wurde unser Projekt nicht genehmigt, aber wir haben wohl gute Chancen, wenn wir es nächstes Jahr wieder versuchen und noch den einen oder anderen
Änderungswunsch einbauen. Nach unserem gemeinsamen Meeting ging ich dann noch mit Ralf Essen und lecker Erdinger Hefeweizen trinken. Wir tauschten uns über unseren Nachwuchs aus. Sein Fahrer brachte mich dann zurück zum Flughafen.
Leider hatte aber mein Flieger Verspätung. Nicht nur mein Flieger, sondern eigentlich alle Maschinen. Ein Starkregenereignis am nachmittag hat den Flughafenbetrieb ins Schleudern gebracht. Alle Maschinen hatten ca. 4 Stunden Verspätung, manche fielen komplett aus.
Mit mir wartete Emad, ein Student aus Palästina, den ich schon seit meinem ersten Besuch in Wuhan kenne. Er muss am 31. zurück. Sein Studium ist beendet und sein Visum läuft aus. Er hat zwar keine große Lust nach Palästina zurückzukehren, aber er hat auch kaum eine andere
Chance.
Unsere Maschine startet schließlich, mit 4 Stunden Verspätung, um ca. 02:30 und wir landen gegen 4:30 morgens in Wuhan. Um diese Zeit gibt es aber kein Taxi mehr am Flughafen. Mir bleibt nichts anderes übrig als mit dem Flughafenbus zurück in die Stadt zu fahren und dort
umzusteigen. Kurz vor 6:00 bin ich dann endlich zu Hause, doch Luca denkt gar nicht daran mich schlafen zu lassen. Er heult schon fast die ganze Nacht, und hält dann auch mich noch einige Zeit wach. An Arbeit war dann auch nicht mehr zu denken.