30.01.2009

Frühlingsfestende

Vorgestern feierten wir bei Jingjins Eltern. Sie luden auch Sami ein und so konnten wir zusammen essen und ein paar Bierchen trinken. Gestern waren wir dann erneut bei Jingjins Eltern, diesmal waren die Verwandten der Mutter eingeladen. Jetzt sind die Besuche, zumindest für uns, vorbei. Nach den ganzen Verwandtenbesuchen und gemeinsamen Abendessen ist es nun auch Zeit für eine Pause.

28.01.2009

Alles ruhig und leer

Die Uni ist leer und die Straßen sind weiterhin (vergleichsweise) menschenleer. Viele Geschäfte, vor allem die kleinen Läden, haben geschlossen.

25.01.2009

Neujahrsessen

Morgen ist der 1.1. nach dem Mondkalender, daher ist heute "Sylvester". Wir feiern bei Jingjins Tante und der Star des Abends ist natürlich das Baby von Jingjins Cousine.


Nach dem Essen verbrennen wir noch etwas "Geld" für die verstorbene Großmutter. Diese Tradition scheint zurückzukehren. Letztes Jahr haben wir das nicht nicht gemacht und wir haben auch sonst niemanden gesehen. Dieses Jahr ist es allgegenwärtig.

Schlüsselübergabe

Heute morgen übergaben wir die alte Wohnung. Der Vermieter hatte nichts weiter zu beanstanden und wir haben unsere Mietkaution und das restliche Geld für das nichtverbrauchte Gas und den übrigen Strom zurückbekommen.

24.01.2009

Jahrtestag

Seit einem Jahr sind wir nun (wieder) in China. Letztes Jahr lag um diese Zeit bereits viel Schnee und es war saukalt. Dieses Jahr ist das Wetter besser. Strahlender Sonnenschein und ca. 3°. Im Rückblick auf das vergangene Jahr fragt man sich natürlich: "was würde ich anders machen?"

  1. Weniger Umzugsgut. Die Waschmaschine ist hier zwar Hochwillkommen und reinigt die Kleidung sauberer und schonender als die chinesischen Maschinen, trotzdem würde ich es mir das nächste Mal zweimal überlegen ob man nicht lieber Geld spart und (fast) gar nichts neben dem Fluggepäck mitnimmt.
  2. Später anreisen. Direkt vor dem Frühlingsfest anzureisen war zwar gut, da Jingjin das Frühlingsfest mitfeiern konnte, aber so musste ich weit länger warten bis ich meine Arbeitsstelle antreten konnte und der Papierkrieg vorbei war. Diese Zeit war ziemlich belastend und im Nachhinein wäre ich lieber später geflogen.
  3. Fleißiger Chinesisch lernen. Die Sprache ist natürlich enorm wichtig und am Anfang habe ich die Lernerei ziemlich schleifen lassen, obwohl ich damals Zeit gehabt hätte.

Ruhe vor dem Frühlingsfest

"Die Uni wäre so schön, wenn nur die Studenten nicht wären." Der Traum der Uni-Angestellten geht zur Zeit an der Wuhan University (und allen anderen Unis des Landes) in Erfüllung. Alle Studenten und viele Mitarbeiter sind nun zu Hause um das chinesische Neujahr zu feiern. Die Uni ist leer, geradezu wie ausgestorben. Wunderschön! Man kann in aller Stille durch die Uni spazieren. Viele der Geschäfte und Restaurants haben ebenso geschlossen.

Heute Abend gehen die Familienessen los. Wir starten bei Jingjins Oma und arbeiten uns dann im Laufe der nächsten Tage durch die Verwandten durch.

Besatzung für erfolgreiche Piratenabwehr belohnt

Die Besatzung der ZhengHua 4, welche einen Piratenangriff erfolgreich abwehrte, wurde nun laut Xinhua mit 10.000 US Dollar pro Kopf belohnt. Das ist eine ordentliche Stange Geld in China und wirft durchaus die Frage auf: was hatte die ZhengHua 4 eigentlich geladen.

22.01.2009

Neuer WLAN Router

Ein neuer Router musste her, denn der Alte konnte sich nicht automatisch ins Internet einwählen und ich musste immer den Umweg über den Desktoprechner gehen. Das ist zwar kein großes Problem, aber es ist schon praktischer, wenn man das WLAN auch benutzen kann, ohne dass der Dektoprechner angeschaltet sein muss. Für ca. 15 € haben wir gestern einen in Computer-City erworben. Die Einrichtung war verhältnismäßig einfach, allerdings musste Jingjin etwas helfen, da alles natürlich nur auf Chinesisch war.

21.01.2009

Plünderung

Gestern Abend wurden Sonja & Torsten von mir ausgeplündert. Die Beiden sind auf dem Weg zurück nach Deutschland, konnten und wollten aber nicht alles mitnehmen. Bevor es auf dem Müll landet, habe ich es gerne mitgenommen. Besonders praktisch ist dabei der Wasserspender, den Jingjin und ich gerade kaufen wollten, ein Fahrrad, Kochtopf, Gewürze, Wurst, Moskitonetz (für das Kinderbett später) und vieles mehr. Zu dritt mussten wir die Sachen in unsere Wohnung tragen. Dabei kam ich mir schon gierig vor, aber bevor das Zeug im Müll landet, ist es doch gut wenn wir noch Verwendung dafür haben.

Nachdem Sonjas einjähriges PostDoc-Stipendium beendet ist, hat sie einen neuen Job gefunden und Torsten kehrt zu seinem alten Arbeitsplatz zurück. Beide haben etwas richtig gemacht, was wir in China immer falsch machen: sie sind viel herumgereist und haben deutlich mehr von China gesehen und erlebt als wir.

20.01.2009

Ochsenprof

Letzte Woche hat mir mein Prof gesagt, ich solle mich als 讲师 (Lecturer) bewerben. Heute war Bewerbungsschluss und natürlich war alles wieder mit Stress verbunden, weil wir immer alles auf den letzten Drücker machen. Heute morgen die Änderungsvorschläge eingebaut, dreimal ausgedruckt und der Personalerin vor ihrer Mittagspause durch das Autofenster in die Hand gedrückt. Mittags war ich dann noch schnell drei Passphotos ausdrucken lassen, damit diese noch schnell nachgereicht werden können.

Der Lecturer entspricht dem amerikanischen Assistant Professor, was deutlich besser klingt. Im Vergleich der akademischen Ränge entspricht dies laut Wikipedia dem Juniorprofessor. Das ist allerdings nicht ganz richtig, bzw. unfair da meiner Meinung nach der Juniorprofessor eigentlich dem Associate Professor entsprechen sollte. Meine Meinung zählt aber nicht und der Juniorprofessor wird als Assistant Professor übersetzt.

Abschiedsessen für Sonja und Torsten

Vor der leckeren Abschiedspizza gestern bei Papa John, haben Jingjin und ich den beiden geholfen ihren Telefonvertrag zu kündigen. Das Problem ist, dass die Kaution erst nach dem Frühlingsfest zurückgezahlt werden kann, die Beiden dann aber schon in Deutschland sind. Wir sind mitgegangen, damit wir dann das Geld in Empfang nehmen können um es dann weiterzuschicken. Ein weiteres Problem war, dass Sonjas Pass schon in Peking ist, damit die Umzugsfirma die Zollformalitäten erledigen kann. Letztlich hat China Telecom, nach einigem hin und her, aber die Kopie akzeptiert und Jingjin kann das Geld dann nächsten Monat abholen.

Danach gingen wir zusammen mit Judith Pizza Essen. Außerdem noch Eisgutscheien aufbrauchen bei Dairy Queen und zuletzt mussten auch noch Bier und Jägermeisterreste vernichtet werden.

18.01.2009

Change

(Obamicom.me)


Eigentlich haben wir ab heute Urlaub, aber nächste Woche haben wir trotzdem noch Meetings. Es gilt Forschungsanträge für die NSFC (Natural Science Foundation China) vorzubereiten. Leider sind die Sondermittel des MOST (Ministry of Science & Technology) unseres Institutes für dieses Jahr schon verplant, so dass wir weitere Mittel beim NSFC beantragen müssen. Alles auf Chinesisch natürlich. Außerdem soll ich eine Studentin bei ihrer Projektarbeit betreuen, natürlich ausgerechnet diejenige die nahezu kein Englisch spricht. Sie studiert noch Bachelor, wird aber ab nächstem Wintersemester offiziell als Masterstudent bei uns anfangen. Sie braucht anscheinend keine Prüfunf hierfür abzulegen, da sie zu den besten Studenten zählt.

Nach den Winterferien soll ich als regulärer Mitarbeiter auch bei den Meetings und Abendessen des Institutes teilnehmen. Es scheint, ich müsste dringend mein Chinesisch verbessern. Zwar arbeite ich jeden Tag daran, aber es ist immer noch nicht gut genug.

17.01.2009

Evaluationen

Natürlich ist auch die chinesische Uni kein evaluationsfreier Raum, eher im Gegenteil. Die Bewertungsmaßstäbe sind ähnlich wie in Deutschland: Veröffentlichungen und Drittmittelanwerbung. Bei den Veröffentlichungen wird in 6 Kategorien unterschieden SCI, SCIE, EI, ISTP, Chinesisches Journal, andere Veröffentlichung). SCI und SCIE sind die im Science Citation Index (bzw. Expanded Index) vertretenen Journals (ISI). EI ist der Engineering Index und ISTP (ISI Proceedings).

Die Bewertung nach diesen Maßstäben ist durchaus kritikwürdig, da gute Artikel von mir von ISPRS Konferenzen alle unter sonstiges fallen, schlechte IGARSS und SPIE Paper jedoch im EI vertreten sind. Hier muss die ISPRS wirklich daran arbeiten in diese Indices aufgenommen zu werden, denn was nützt ein teilweise durchgeführtes Peer-Reviewing wenn nachher mein Paper weniger wert ist als ein quatschiges IGARSS oder SPIE Paper?

16.01.2009

Einweihungsgeschenke zur neuen Wohnung

Gestern abend kamen Sonja und Torsten uns kurz in der neuen Wohnung besuchen um uns ein paar Geschenke zur Wohnungseinweihung vorbeizubringen. Darunter selbst gebackenes Brot, leckere Wurs, Käse, Schokolade und Nutella. Alles wahre Kostbarkeiten hier.

Sonja und Torsten ziehen in wenigen Tagen zurück nach Deutschland. Vorgestern hat die Spedition ihr Umzugsgut abgeholt und am Dienstag abend verlassen sie Wuhan. Nach (fast) einem Jahr geht es für die beiden dann zurück nach Deutschland.

15.01.2009

Alte Wohnung - Neue Wohnung

Die alte Wohnung war:
  • Schöner eingerichtet mit modernen Möbeln (+)
  • Hatte eine große Küche (+)
  • Heizlampen im Bad (++) - wichtig im Winter
  • Drei Baustellen in der Nachbarschaft (--)
Die neue Wohnung:
  • Hat eine kleine Küche (-)
  • Zugige Fenster (-)
  • Ist sonniger und heller (+)
  • Kleines Badezimmer (-)
  • Ruhige Wohnlage, nahe an einem Supermarkt, Lebensmittelmarkt und BBQ Ständen (+)
  • Liegt näher zur Arbeit (10 Minuten zu Fuss) (+)
  • Ist deutlich günstiger und wird mit Projektmitteln bezahlt (++)
Insgesamt ein Unentschieden, aber die gute Lage der neuen Wohnung ist letztlich ein wirklich ausschlaggebendes Plus. Ich denke wenn wir mit der Einrichtung der Wohnung erstmal fertig sind, dann ist sie auch schöner als die Alte. Die alte Wohnung hatte den Nachteil, das warmes Wasser erst im Boiler erhitzt wurde, was im Winter schonmal zwei Stunden gedauert hat bevor man duschen konnte. Die neue Wohnung erhitzt das Wasser sofort per Gasflamme. Gestern ging diese jedoch während dem Duschen wieder aus, so dass wir bisher nicht sicher sind ob das jetzt ein Vorteil oder ein Nachteil ist.

14.01.2009

Umzug

Heute Umzug, doch zunächst Seminar. Die jüngeren Studenten stellen ihre Arbeit während des vergangen Semesters vor und legen ihren Plan für das nächste Semester dar. Als ich meinem Prof. sage, dass ich nachmittags umziehe will er mir gleich ein paar Studenten zum helfen schicken. Da wir aber schon ein Umzugsunternehmen beauftragt haben lehne ich ab (im Nachhinein ein Fehler, die Studenten hätten ja die alte Wohnung putzen können).

Die Jungs kommen pünktlich und leisten für 220 RMB (ungefähr 23 Euro) ganze Arbeit. Faszinierend zu sehen wie ein Mann sich die schwere Miele Waschmaschine auf den Rücken schnallt und sie in den fünften Stock hochschleppt. Dazu kommen noch Kisten mit Büchern und ein schwerer Schrank den wir hier gekauft haben. Ich schleppe meine Computer selbst in die neue Wohnung. Mein ursprünglicher Plan ein Taxi zu nehmen scheiterte daran, dass es im Moment fast unmöglich ist ein Taxi in der Nähe der Uni zu bekommen. Die Studenten verlassen in Scharen die Uni und fahren nach Hause. Das Frühlingsfest steht vor der Tür und am Wochenende beginnt die vorlesungsfreie Zeit.

Abends haben wir auch schon fast alles eingeräumt. Die gute Waschmaschine ist leider noch nicht angeschlossen, da der Wasserhahn hier wieder eine andere Form hat als in der alten Wohnung. So ein Mist.

13.01.2009

PostDoc Party

Heute war das PostDoc-Get-Together der Uni mit anschließender Party. Morgens um 10:00 Uhr ging es los zum Mikrofon-Check. Man hat mich überredet auf der Party zu singen. Fürstenfeld von STS war mein Vorschlag, da es einfach zu singen ist und ich mich dann nicht so blamieren kann. Vor mir wird ein Nordkoreaner auftreten, mein lieber Scholli, der kann richtig gut singen. Ich unterhalte mich auch etwas mit ihm und bin überrascht, denn die Nordkoreanischen Austauschstudenten haben sonst immer einen Aufpasser bei sich. Vielleicht ist er ja der Aufpasser und niemand achtet darauf ob er Kontakt zum Klassenfeind hat ;)

Nach dem Mittagessen geht dann die Konferenz los. Alles auf Chinesisch, sogar zum Teil in schönstem Wuhandialekt. Ich versteh höchstens die Themen die behandelt werden. Außerdem bin ich der einzige Ausländer am heutigen Tag, die anderen ausländischen PostDocs haben den Termin wohl sausen lassen. Danach wird der neue Sprecher der PostDocs gewählt. Die Kandidaten stellen sich kurz vor, dann wird gewählt. Zum Schluss erhält dann jeder der gescheiterten Kandidaten noch ein anderes Pöstchen, ich habe leider zu wenig verstanden um genauer Auskunft zu geben. Der Sprecher ist ein ganz witziger Typ der Juristischen Fakultät geworden. Meine Favoriten, die hübsche PostDoktorin von meinem Institut konnte sich leider nicht durchsetzen. Sie jetzt aber glaube ich die Sprecherin für unseren Fachbereich, oder so.

Zum Abendessen stößt dann Jingjin dazu. Zunächst denke ich ich bin am falschen Tisch gelandet, alle trinken Orangensaft nur ich bedien mich am Wein. Nach dem ersten Glas wird jedoch auf Baijiu umgeschwenkt. Die Jungs und Mädels ziehen einiges weg, so dass wir noch eine zweite Flasche angreifen. Danach geht es gut angeheitert zur Party.



Die Party ist eher vergleichbar mit einer Weihnachtsfeier eines Vereins in Deutschland. Es gibt Auftritte, dazwischen ein paar Spiele und Losrunden. Mein Auftritt kommt recht spät am Abend und obwohl ich zwar nicht singen kann habe ich es glaube ich ganz passabel hinbekommen.

12.01.2009

Umzug und Urlaub vor der Tür

Mittwochmorgen kommen die Möbelpacker und wir ziehen in die neue Wohnung. Am Wochenende haben wir den Großteil unseres Hab- und Gutes in die Umzugskisten verpackt. Die neue Wohnung ist ca. 10 Minuten Fußweg von der alten entfernt, der Umzug also sehr billig. Er wird uns 220 RMB, ca. 23 Euro kosten. Hoffentlich übersteht die Waschmaschine den Umzug diesmal unbeschadet.

Die neue Wohnung ist soweit hergerichtet. Am Wochenende wurden noch die Vorhänge aufgehängt und wir haben die vorhandenen Regale an ihren Bestimmungsplatz in der Küche und ins Schlafzimmer gebracht.

Die letzte Arbeitswoche hat begonnen, danach beginnen die Ferien zum Frühlingsfest. Die ersten freien Tage können wir noch dazu nutzen ein paar weitere Utensilien für die neue Wohnung zu kaufen, dann werden nach und nach auch die ganzen Geschäfte schließen.

09.01.2009

Und es kommt darauf an wie man fragt

Heute haben wir nun die Erlaubnis bekommen einen kleinen Chinesen zur Welt zu bringen. Nachdem wir gestern herausgefunden haben wen man eigentlich fragen muss, ging mein Schwiegervater heute ganz freundlich beim zuständigen Office vorbei, brachte rein zufällig auch etwas Schokolade und Zigaretten mit und prompt haben wir nun die Erlaubnis. Nach Tagen des sinnlosen hin- und her rennen, ging dann plötzlich alles ganz schnell und einfach.

08.01.2009

Es kommt immer darauf an wen man fragt

Neben der Vorbereitung des Umzuges, sind wir auch immernoch damit beschäftigt eine Genehmigung für die anzustehende Geburt zu bekommen. Mein Schwiegervater ging hierzu zu verschiedenen Stellen die jeweils eine andere Antwort hatten. Letztlich wollten sie eine bestätigte Übersetzung meiner Ledigkeitsbescheinigung vor unserer Hochzeit. Ein ziemlich sinnloses Papier, da es nichts über evtl. bereits vorhandene Kinder in Deutschland aussagt, denn eigentlich geht es nur noch darum ob ich schon Kinder in Deutschland habe.

Letztlich war dies aber auch eine Falschinformation. Mein Schwiegervater fragte einfach immer die falschen Leute. Als Jingjin bei der dafür wirklich zuständigen Verantwortlichen fragte, war die Antwort: "Nein, dieses Dokument braucht man nicht." Jingjin hat nur ihre Papiere, sowie unsere Heiratsurkunde und meinen Reisepass bei der Wuhan University vorzulegen, ein Formular im Internet auszufüllen und ein anderes Formular zu unterschreiben. Das klingt deutlich einfacher, obwohl ich wiederum nicht durchblicke welche Behörde jetzt genau welches Formular braucht.

Tatsächlich ist dies nicht untypisch für China. Neben der extremen Bürokratie, sind Falschauskünfte ein wirkliches Problem. Ich habe zwar schon früher darauf hingewiesen, vorsichtig und diplomatisch, dass Schwiegervater evtl. ja die falsche Person gefragt haben könnte. Aus Erfahrung weiß ich, dass obwohl kein Fachwissen vorhanden, Antworten gegeben werden um nicht das Gesicht zu verlieren und um den lästigen Frager loszuwerden. Man muss sehr genau wissen wen man fragt und man braucht mehr Zeit herauszufinden wer der richtige Ansprechpartner ist, als man für die Antwort braucht.

07.01.2009

06.01.2009

Karten zeichnen in China verboten

Wie eigentlich bekannt, ist das Erstellen von Kartenmaterial in China für Ausländer verboten. Nach Spiegel Online wurden drei britische Geografiestudenten verhaftet, als sie eine geologische Kartierung in Xinjiang vornahmen. Ärgerlich, aber leider typisch hier in China, ist die Tatsache, dass die drei zwar eine Genehmigung der Erdbebenbehörde hatten, nicht jedoch von anderen staatlichen Stellen. Es ist nahezu unmöglich herauszufinden von wem man eigentlich alles eine Genehmigung braucht, da sich natürlich jede Behörde nur im ihren Kram kümmert.

04.01.2009

Möbel für die Wohnung

Gestern wurde unser neues Sofa geliefert und heute der Kühlschrank. Bei der Lieferung gestern motzte die Büroleiterin Wang noch meine Schwiegermutter an, dass man hier keine privaten Möbel reinstellen darf, bis sie herausfand, dass die Möbel zu mir geliefert werden, dann war plötzlich alles gut. Beziehungen sind halt alles und das hundsteure Weihnachtsgeschenk für die Frau Wang hat sich damit auch schon gelohnt.

Heute waren wir noch bei der Polizei um meinen Umzug zu melden, diese hatten jedoch keine besondere Lust auf weitere Arbeit und meinten wir sollten irgendwann später wiederkommen. Danach sind wir noch ins Postdoc-Büro zur Büroleiterin Wang gestiefelt und haben ihr unsere Quittung für den Lüfter in der Küche vorbei gebracht. Sie hat uns das Geld zurückgegeben und gleich gefragt ob wir auch zur Postdoc Party am 13. kommen. Im weiteren Verlauf haben dann sie und meine Frau gemeinsam beschlossen, dass ich dabei doch gleich noch ein Lied singen könnte. Super, jetzt darf ich also noch Deutsches Liedgut vergewaltigen.

01.01.2009

Happy 牛 (niu) year

Sylvester gingen Jingjin und ich zunächst mit ein paar ihrer Freunde zusammen Abendessen. Danach habe ich mich ins Blue Sky Cafe aufgemacht um dort Sylvester zu feiern. Jingjin hatte allerdings keine Lust mitzukommen. Mit Sami, seiner Freundin und später am Abend eine Reihe weiterer Studenten feierten wir ins neue Jahr. Blue Sky war nicht so voll wie früher, was vielleicht an der neuen Location oder an den höheren Preisen liegt. Es gab eine Show mit Tanz und einer kleinen Zaubershow und die Stimmung war ziemlich gut. Um 0:00 Uhr stießen wir auf das neue Jahr an und telefonierten/simsten die Neujahrsgrüße. Mein Prof. schrieb "Happy 牛 (niu) year", wobei 牛 = Kuh/Stier ist und 2009 ist das Jahr des Stieres nach dem chinesischen Kalender.

Unscharfes und unmotiviertes Handykamerabild von Sami